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Eine neue Analyse von VDMA Power-to-X for Applications und der Beratungsgesellschaft EY-Parthenon zeigt, dass sich der Markt derzeit deutlich verändert.
Der Power-to-X-Markt sortiert sich neu, so das Fazit einer Studie der Power-to-X-Plattform des Maschinenbauverbandes VDMA und EY-Parthenon. Der Fokus liege nun auf einer erhöhten Wirtschaftlichkeit. Viele Projekte seien früher zu euphorisch angegangen worden, die Rentabilität sei vernachlässigt worden. Das ändere sich, heißt es.
Zwischen 2021 und 2023 waren zahlreiche Projektplanungen von günstigen Rahmenannahmen geprägt. Erwartet wurden dauerhaft niedrige Strompreise, hohe Auslastungen der Anlagen sowie zügige Genehmigungsverfahren. Diese Voraussetzungen haben sich jedoch als zu optimistisch erwiesen. Strompreise bleiben schwankungsanfällig, Netzanschlüsse verzögern sich in vielen Regionen und steigende Kapitalkosten erschweren die Finanzierung neuer Vorhaben, heißt es.
Laut Studie verlieren Projekte ohne tragfähige wirtschaftliche Grundlage an Dynamik. Gleichzeitig gewinnen Vorhaben an Bedeutung, die über klare Standortvorteile, gesicherte Infrastruktur oder langfristige Abnahmeverträge verfügen. „Wir werden in Deutschland und Europa in den kommenden Jahren weniger, aber dafür robustere Projekte sehen“, sagt Cornelius Knecht, Sector Lead Industrial Products Europe West bei EY-Parthenon. Entscheidend seien Projekte mit klaren Genehmigungs- und Infrastrukturperspektiven sowie bankfähigen Abnahmeverträgen mit kreditwürdigen Abnehmern.
Die Analyse zeigt außerdem eine zunehmende Konzentration auf industrielle Cluster. Häfen, Chemieparks oder große Industriezentren bieten Vorteile, weil dort Stromversorgung, Molekülproduktion, CO2-Logistik und industrielle Nachfrage räumlich zusammenkommen.
Drei Hebel für einen erfolgreichen Power-to-X-MarktDer Hochlauf der Technologie hängt aus Sicht der Studienautoren weniger von technologischen Fragen als von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
„Der Markthochlauf von Power-to-X entscheidet sich an Investitionssicherheit, Nachfrage und Umsetzung, nicht an der Technologie“, erklärt Peter Müller-Baum, Managing Director VDMA Power-to-X for Applications.
Die Studie verweist auf internationale Beispiele, bei denen politische Instrumente und Infrastrukturentscheidungen Investitionen erleichtert haben. Daraus leiten die Autoren zentrale Handlungsfelder für Europa ab.
Verlässliche Erlösunterstützung:Instrumente wie Carbon Contracts for Difference (CCfD) oder H2Global-Ausschreibungen können Mindestpreise für klimafreundliche Moleküle absichern. Dadurch entstehen planbare Einnahmestrukturen, die die Finanzierung von Projekten erleichtern.
Vertrauenswürdige Zertifizierung:Ein international anschlussfähiges Zertifizierungssystem ist Voraussetzung für funktionierende Märkte. Käufer, Investoren und Prüfer müssen Klimawirkung und Herkunft der Produkte nachvollziehbar bewerten können.
Zuverlässiger Infrastrukturzugang:Netzanschlüsse, Wasserstoffpipelines sowie Transport- und Speicherkapazitäten für CO2 müssen als planbare Infrastruktur verfügbar sein. Transparente Tarife und verlässliche Kapazitätsbuchungen gelten als zentrale Voraussetzung für investierbare Projekte.
Die vollständige Studie „
Das Power-to-X-Barometer 2026: Status, Dynamik und Perspektiven des industriellen Markthochlaufs“ umfasst 68 Seiten. Sie wurde von EY-Parthenon und VDMA Power-to-X for Applications veröffentlicht und steht online zum Download bereit. Für das Herunterladen werden persönliche Daten wie die E-Mail-Adresse angefordert.
Montag, 16.03.2026, 16:24 Uhr
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