Quelle: Katia Meyer-Tien
Zwei Strommasten des Verteilnetzbetreibers Bayernwerk wurden vorsätzlich angezündet. Die Folge war ein kurzfristiger Stromausfall. Der Staatsschutz ermittelt.
15.000 Haushalte im Osten von München waren in der Nacht von 24. Mai auf 25. Mai kurzzeitig ohne Strom. Grund war ein „mutmaßlicher Brandanschlag auf zwei Hochspannungsmasten der Bayernwerk Netz“, wie der Verteilnetzbetreiber mitteilte.
Rund 45 Minuten seien die Bewohner in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag in den fünf Münchener Umlandgemeinden ohne Strom gewesen. „Das Polizeipräsidium München sowie der Staatsschutz gehen von einem Brandanschlag aus und haben entsprechende Ermittlungen eingeleitet“, heißt es weiter.
Bereits am Pfingstmontag leitete die Eon-Tochter nach eigenen Angaben Maßnahmen zur Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur ein. Material wurde bei Herstellern sowie innerhalb des Eon-Konzerns angefordert. Zudem organisierte der Netzbetreiber den Einsatz spezialisierter Kabelmonteure und eines externen Tiefbauunternehmens. Ziel sei die möglichst schnelle Wiederherstellung des ursprünglichen Netzzustands. Nach aktuellem Stand könne dies innerhalb weniger Tage erfolgen.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums München waren in den frühen Morgenstunden zunächst Flammen an einem Strommast bei Garching gemeldet worden. Kurz darauf geriet ein weiterer Mast in Brand. Beide Feuer konnten rasch gelöscht werden. Angaben zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst nicht vor.
„Die bisherigen Erkenntnisse deuten klar auf Sabotage hin. Unser Staatsschutz ermittelt mit Hochdruck“, wird der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Deutschen Presseagentur zitiert. Auch wenn niemand verletzt worden sei, verurteile er den hinterhältigen Brandanschlag aufs Schärfste.
Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, erklärte: „Die mutmaßlichen Brandanschläge auf zwei Strommasten in Garching treffen uns beim Bayernwerk als zuständigen Verteilnetzbetreiber unmittelbar. Solche Angriffe auf kritische Infrastruktur gefährden die Stabilität unserer Stromversorgung – und damit die Versorgungssicherheit für Menschen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Bayern.“
In München und dem Umland waren in den vergangenen Jahren wiederholt Infrastruktureinrichtungen Ziel von Brandanschlägen.
Dienstag, 26.05.2026, 16:03 Uhr
Stefan Sagmeister
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