Borkum Riffgrund 3 in der deutschen Nordsee. Quelle: Oersted
Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 mit einer installierten Leistung von 913 MW hat den kommerziellen Betrieb aufgenommen.
Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 in der deutschen Nordsee hat den kommerziellen Betrieb aufgenommen, teilte der Betreiber Oersted am 31. August mit. Der Windpark verfügt über eine installierte Leistung von 913 MW und gehört Orsted gemeinsam mit dem Vermögensverwalter Nuveen Infrastructure.
„Borkum Riffgrund 3 ist ein klares Beispiel dafür, wie Offshore-Windenergie sicheren, bezahlbaren und heimischen Strom liefern kann. So sieht Energiesicherheit in der Praxis aus − nicht nur ein Schlagwort, sondern 913 installierte Megawatt, die heute zu großem Teil die deutsche Industrie versorgen“, erklärte Josche Muth, Geschäftsführer von Oersted in Deutschland.
Borkum Riffgrund 3 liegt etwa 70 Kilometer vor der Küste in der deutschen Nordsee und erstreckt sich über eine Fläche von rund 75 Quadratkilometern. Insgesamt wurden im Offshore-Windpark 83 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 11 MW installiert.
Das Projekt nutzt ein neues Anschlusskonzept ohne Umspannstation (wir berichteten). Die direkte Verbindung zur Konverterplattform „DolWin epsilon“ wird durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet hergestellt. Orsted betont, dass europäische Zulieferer das Projekt ermöglicht hätten: Turbinen und Fundamente stammen aus Deutschland und Dänemark, Kabel aus Deutschland und Frankreich, Installationsschiffe aus den Niederlanden und Belgien.
Projekt setzt auf langfristige Stromverträge
Oersted hat zugleich bekannt gegeben, dass bereits mehrere langfristige Stromabnahmeverträge abgeschlossen wurden. Oersted liefert nach eigenen Angaben den erzeugten Offshore-Strom an Rechenzentren, den Einzelhandel und die chemische Industrie. Es wurden Abnahmeverträge (Corporate Power Purchase Agreements, CPPA) mit einer Gesamtleistung von 786 MW mit Amazon (350 MW), BASF (186 MW), Covestro (100 MW), der Energie-Handels-Gesellschaft/REWE-Gruppe (100 MW) und Google (50 MW) abgeschlossen. Die Verträge haben eine Laufzeit von 10 bis 25 Jahren.
Die Vermarktungsstruktur gehört zu den Besonderheiten von Borkum Riffgrund 3. Oersted hatte sich die Rechte für das Projekt im Jahr 2017 in einer deutschen Offshore-Ausschreibung mit einem Gebot von 0 Cent/kWh gesichert. Das Projekt verzichtet damit auf eine Marktprämie für den erzeugten Strom. Langfristige Abnahmeverträge mit Unternehmen übernehmen einen Teil der Absicherung der Erlöse.
Oersted stellt die Inbetriebnahme zugleich in den Zusammenhang mit seinem laufenden Offshore-Ausbau. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an einem Portfolio von weiteren 8,1 GW. Nach dessen Fertigstellung im Laufe des Jahres 2028 soll die installierte Offshore-Windleistung des Konzerns weltweit mehr als 18 GW erreichen.
Mit Blick auf weitere Projekte fordert Oersted Änderungen beziehungsweise verlässliche Vorgaben für den regulatorischen Rahmen. Chief Construction Officer Patrick Harnett verwies auf die Bedeutung „stabiler und vorhersehbarer rechtlicher Rahmenbedingungen“, um weitere Investitionen in Offshore-Windparks zu ermöglichen.
Betrieb und Wartung von Borkum Riffgrund 3 organisiert Oersted zusammen mit seinem bestehenden deutschen Offshore-Portfolio von Norden-Norddeich und Emden aus. Mit dem neuen Windpark erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben rund ein Viertel der installierten Offshore-Windleistung in Deutschland. (hr)
Montag, 31.08.2026, 14:03 Uhr
Heidi Roider
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