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Energie & Management > Gas - Beben in Deutschlands Erdgasprovinz
Quelle: Shutterstock / sdf_qwe
Gas

Beben in Deutschlands Erdgasprovinz

Rund fünf Dutzend mal hat der Untergrund in Niedersachsen in den vergangenen zehn Jahren gebebt. Fachleute sprechen von induzierter Seismik.
Nach der Richterskala hat es „extrem leicht“ gebebt. Auf 2,6 beziffert das geologische Landesamt in Niedersachsen (LBEG) die Magnitude eines Erdbebens am Abend des 11. Februar im Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis. Das Epizentrum lag nach Angaben der Behörde zwischen den Erdgasfeldern Hamwiede und Weissenmoor.

Bereits am frühen Morgen des Tages hatten die Seismographen ausgeschlagen. Die Magnitude des Bebens an der nahezu selben Stelle erreichte 2,1. Ab 1,9 können Menschen seismische Ereignisse im Gebiet der Erdgasförderung in Niedersachsen erfahrungsgemäß wahrnehmen, berichtet das LBEG.

Legt man die Bebenstatistik für die Region zugrunde, dürfte die Bevölkerung an die Wackler gewohnt sein. Mehr als 60 Mal haben die Geowissenschaftler seit Ende 2014 lokale Beben detektiert. Maximal kletterte die Magnitude auf 3,6, eine Stärke, die gut spürbar ist, aber noch eher keine Schäden verursacht. In der Mehrzahl handelte sich um Mikroerdbeben mit einer Magnitude unter 2. In den zurückliegenden drei Jahren zählte die Landesbehörde im Schnitt fünf Beben.

Genaue Ursache bleibt oft unklar

Die Beben ereignen sich laut Behördensprecher durchwegs im Gebiet von Erdgas-Förderstätten. Die Entnahme von Erdgas könne dazu führen, dass sich das Porengestein unter dem Auflastdruck darüberliegender Schichten verdichtet, vor allem dann, wenn diese Schichten von tektonischen Störungen durchzogen sind, erklärt der Sprecher. An solchen Störungszonen könne es zu Absenkungen kommen. Im Fachjargon ist von induzierter Seismik die Rede. Die genaue Ursache für ein Beben oder ein direkter Zusammenhang mit der Erdgasförderung seien in der Regel kaum zu ermitteln.

Niedersachsen ist im Vergleich der Bundesländer die „zentrale Erdgasprovinz“ Deutschlands, wie das LBEG schreibt. Im Jahr 2024 seien hier 4,3 Milliarden Kubikmeter gefördert worden. Das bedeutete einen Rückgang von 0,2 Milliarden Kubikmeter, umgerechnet 3,7 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr. Den Anteil Niedersachsens an der Rohgasförderung in Deutschland gibt die Behörde in ihrem Jahresbericht über Erdöl- und Erdgasreserven mit 98,1 Prozent an.

Regional betrachtet lagerten laut LBEG am Stichtag 1. Januar 2025 mit 15,7 Milliarden Kubikmetern die größten sicheren und wahrscheinlichen Rohgasreserven im Gebiet Weser-Ems. Für den Raum Elbe-Weser seien 15,5 Milliarden Kubikmeter gemeldet worden.

Montag, 16.02.2026, 08:30 Uhr
Manfred Fischer
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Gas
Beben in Deutschlands Erdgasprovinz
Rund fünf Dutzend mal hat der Untergrund in Niedersachsen in den vergangenen zehn Jahren gebebt. Fachleute sprechen von induzierter Seismik.
Nach der Richterskala hat es „extrem leicht“ gebebt. Auf 2,6 beziffert das geologische Landesamt in Niedersachsen (LBEG) die Magnitude eines Erdbebens am Abend des 11. Februar im Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis. Das Epizentrum lag nach Angaben der Behörde zwischen den Erdgasfeldern Hamwiede und Weissenmoor.

Bereits am frühen Morgen des Tages hatten die Seismographen ausgeschlagen. Die Magnitude des Bebens an der nahezu selben Stelle erreichte 2,1. Ab 1,9 können Menschen seismische Ereignisse im Gebiet der Erdgasförderung in Niedersachsen erfahrungsgemäß wahrnehmen, berichtet das LBEG.

Legt man die Bebenstatistik für die Region zugrunde, dürfte die Bevölkerung an die Wackler gewohnt sein. Mehr als 60 Mal haben die Geowissenschaftler seit Ende 2014 lokale Beben detektiert. Maximal kletterte die Magnitude auf 3,6, eine Stärke, die gut spürbar ist, aber noch eher keine Schäden verursacht. In der Mehrzahl handelte sich um Mikroerdbeben mit einer Magnitude unter 2. In den zurückliegenden drei Jahren zählte die Landesbehörde im Schnitt fünf Beben.

Genaue Ursache bleibt oft unklar

Die Beben ereignen sich laut Behördensprecher durchwegs im Gebiet von Erdgas-Förderstätten. Die Entnahme von Erdgas könne dazu führen, dass sich das Porengestein unter dem Auflastdruck darüberliegender Schichten verdichtet, vor allem dann, wenn diese Schichten von tektonischen Störungen durchzogen sind, erklärt der Sprecher. An solchen Störungszonen könne es zu Absenkungen kommen. Im Fachjargon ist von induzierter Seismik die Rede. Die genaue Ursache für ein Beben oder ein direkter Zusammenhang mit der Erdgasförderung seien in der Regel kaum zu ermitteln.

Niedersachsen ist im Vergleich der Bundesländer die „zentrale Erdgasprovinz“ Deutschlands, wie das LBEG schreibt. Im Jahr 2024 seien hier 4,3 Milliarden Kubikmeter gefördert worden. Das bedeutete einen Rückgang von 0,2 Milliarden Kubikmeter, umgerechnet 3,7 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr. Den Anteil Niedersachsens an der Rohgasförderung in Deutschland gibt die Behörde in ihrem Jahresbericht über Erdöl- und Erdgasreserven mit 98,1 Prozent an.

Regional betrachtet lagerten laut LBEG am Stichtag 1. Januar 2025 mit 15,7 Milliarden Kubikmetern die größten sicheren und wahrscheinlichen Rohgasreserven im Gebiet Weser-Ems. Für den Raum Elbe-Weser seien 15,5 Milliarden Kubikmeter gemeldet worden.

Montag, 16.02.2026, 08:30 Uhr
Manfred Fischer

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