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Energie & Management > Studien - BDEW-Heizstudie zeigt enormen Modernisierungsstau
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
Studien

BDEW-Heizstudie zeigt enormen Modernisierungsstau

Der BDEW plädiert für eine Wärmewende „aus einem Guss“. Die größte Aufgabe für die Energiewirtschaft sei der Aus- und Umbau der benötigten Infrastruktur. 
Wie alt sind die Heizungen in Deutschland? Wie sieht die Beheizungsstruktur kurz vor Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes aus? Diesen Fragen ist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in seiner aktuellen Studie „Wie heizt Deutschland?“ nachgegangen. Grundlage der Studie waren Interviews mit rund 6.500 Haushalten aus ganz Deutschland. 

Die Ergebnisse zeigen: Der Heizungsmarkt in Deutschland wandelt sich bereits – wenn auch langsam. Der Anteil von Wärmepumpen an den Heiztechnologien in Deutschlands Wohnungen hat sich seit der letzten Befragung im Jahr 2019 mehr als verdoppelt − allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der Öl-Zentralheizungen ist hingegen leicht zurückgegangen. 

Deutlich wird dem BDEW zufolge in den Zahlen auch: Wie Deutschland heizt, ist regional sehr unterschiedlich. Während im Nordwesten die Gasheizung klar die Heiztechnologie Nummer eins ist, heizt vor allem in den südlichen Bundesländern ein großer Teil der Haushalte mit Öl. Im Norden und Osten ist Fernwärme deutlich weiter verbreitet als im Rest des Landes.

Hier plädierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bei der Vorstellung der Daten, auch bei der nun anstehenden kommunalen Wärmeplanung die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. „Bei der Umsetzung der Wärmewende gibt es keine Lösungen von der Stange“, sagte Andreae bei der Präsentation am 9. November.

Ein großes Problem für die CO2-Emissionen des Gebäudesektors sind nach Ansicht des Branchenverbandes alte ineffiziente Heizungen. In der Studie wurde daher auch das Alter von Heizungen betrachtet. Heute sind Heizungsanlagen in Deutschland im Schnitt 13,9 Jahre alt und damit rund drei Jahre jünger als noch im Jahr 2019. Dennoch ist immer noch jede dritte Heizung älter als 20 Jahre. 
 
Die BDEW-Heizungsmarktstudie als PDF.
Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken
Quelle: BDEW

Hier gibt es auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Heiztechnologien: Ölheizungen sind im Schnitt 17,7 Jahre alt, Gaszentralheizungen 12,4 und die übrigen Heizungssysteme zusammengenommen 12,6 Jahre alt. „Mit dem bereits beschlossenen Gebäudeenergiegesetz und dem Wärmeplanungsgesetz, das kommende Woche durch den Bundestag gehen soll, wurden in diesem Jahr die zentralen gesetzlichen Leitplanken für die Wärmewende gelegt. Nun müssen aus Paragrafen Heizungen werden“, sagt Andreae. „Die Studie zeigt uns, wo wir heute zu Beginn der Wärmewende stehen, sie zeigt uns aber auch, welch lange Wegstrecke wir noch vor uns haben: Drei von vier Haushalten heizen heute noch mit Gas oder Öl und müssen in den kommenden rund 20 Jahren auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Das ist eine große Herausforderung.“ 

Notwendig sei dafür ein Gesamtkonzept aus Energieträgern, Infrastrukturen, Gebäude- und Heizungstechnik − eine Wärmewende aus einem Guss. Die größte Aufgabe für die Energiewirtschaft sei der Aus- und Umbau der Infrastruktur: „Die Infrastrukturen sind die Basis für die Wärmewende. Zentral ist deshalb, dass der Aus- und Umbau der verschiedenen notwendigen Netzinfrastrukturen effizient und abgestimmt geplant und umgesetzt wird“, fordert Andreae. Die Erstellung der kommunalen Wärmepläne könne hier ein erster, notwendiger Schritt sein.

„Entscheidend ist nun, dass Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Dazu müssen die regionalen Netzbetreiber von Anfang an eng einbezogen werden. Für die enormen Infrastrukturinvestitionen, die für die Wärmewende notwendig sind, braucht es zudem Planungssicherheit und eine finanzielle Absicherung.“ Dafür braucht es nach Ansicht des BDEW aber von der Bundesregierung einen Förderrahmen, der den Netzbetreibern die notwendigen Investitionen ermöglicht.

Donnerstag, 9.11.2023, 12:59 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Studien - BDEW-Heizstudie zeigt enormen Modernisierungsstau
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
Studien
BDEW-Heizstudie zeigt enormen Modernisierungsstau
Der BDEW plädiert für eine Wärmewende „aus einem Guss“. Die größte Aufgabe für die Energiewirtschaft sei der Aus- und Umbau der benötigten Infrastruktur. 
Wie alt sind die Heizungen in Deutschland? Wie sieht die Beheizungsstruktur kurz vor Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes aus? Diesen Fragen ist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in seiner aktuellen Studie „Wie heizt Deutschland?“ nachgegangen. Grundlage der Studie waren Interviews mit rund 6.500 Haushalten aus ganz Deutschland. 

Die Ergebnisse zeigen: Der Heizungsmarkt in Deutschland wandelt sich bereits – wenn auch langsam. Der Anteil von Wärmepumpen an den Heiztechnologien in Deutschlands Wohnungen hat sich seit der letzten Befragung im Jahr 2019 mehr als verdoppelt − allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der Öl-Zentralheizungen ist hingegen leicht zurückgegangen. 

Deutlich wird dem BDEW zufolge in den Zahlen auch: Wie Deutschland heizt, ist regional sehr unterschiedlich. Während im Nordwesten die Gasheizung klar die Heiztechnologie Nummer eins ist, heizt vor allem in den südlichen Bundesländern ein großer Teil der Haushalte mit Öl. Im Norden und Osten ist Fernwärme deutlich weiter verbreitet als im Rest des Landes.

Hier plädierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bei der Vorstellung der Daten, auch bei der nun anstehenden kommunalen Wärmeplanung die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. „Bei der Umsetzung der Wärmewende gibt es keine Lösungen von der Stange“, sagte Andreae bei der Präsentation am 9. November.

Ein großes Problem für die CO2-Emissionen des Gebäudesektors sind nach Ansicht des Branchenverbandes alte ineffiziente Heizungen. In der Studie wurde daher auch das Alter von Heizungen betrachtet. Heute sind Heizungsanlagen in Deutschland im Schnitt 13,9 Jahre alt und damit rund drei Jahre jünger als noch im Jahr 2019. Dennoch ist immer noch jede dritte Heizung älter als 20 Jahre. 
 
Die BDEW-Heizungsmarktstudie als PDF.
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Quelle: BDEW

Hier gibt es auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Heiztechnologien: Ölheizungen sind im Schnitt 17,7 Jahre alt, Gaszentralheizungen 12,4 und die übrigen Heizungssysteme zusammengenommen 12,6 Jahre alt. „Mit dem bereits beschlossenen Gebäudeenergiegesetz und dem Wärmeplanungsgesetz, das kommende Woche durch den Bundestag gehen soll, wurden in diesem Jahr die zentralen gesetzlichen Leitplanken für die Wärmewende gelegt. Nun müssen aus Paragrafen Heizungen werden“, sagt Andreae. „Die Studie zeigt uns, wo wir heute zu Beginn der Wärmewende stehen, sie zeigt uns aber auch, welch lange Wegstrecke wir noch vor uns haben: Drei von vier Haushalten heizen heute noch mit Gas oder Öl und müssen in den kommenden rund 20 Jahren auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Das ist eine große Herausforderung.“ 

Notwendig sei dafür ein Gesamtkonzept aus Energieträgern, Infrastrukturen, Gebäude- und Heizungstechnik − eine Wärmewende aus einem Guss. Die größte Aufgabe für die Energiewirtschaft sei der Aus- und Umbau der Infrastruktur: „Die Infrastrukturen sind die Basis für die Wärmewende. Zentral ist deshalb, dass der Aus- und Umbau der verschiedenen notwendigen Netzinfrastrukturen effizient und abgestimmt geplant und umgesetzt wird“, fordert Andreae. Die Erstellung der kommunalen Wärmepläne könne hier ein erster, notwendiger Schritt sein.

„Entscheidend ist nun, dass Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Dazu müssen die regionalen Netzbetreiber von Anfang an eng einbezogen werden. Für die enormen Infrastrukturinvestitionen, die für die Wärmewende notwendig sind, braucht es zudem Planungssicherheit und eine finanzielle Absicherung.“ Dafür braucht es nach Ansicht des BDEW aber von der Bundesregierung einen Förderrahmen, der den Netzbetreibern die notwendigen Investitionen ermöglicht.

Donnerstag, 9.11.2023, 12:59 Uhr
Heidi Roider

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