Seitenbaumraupen senken den Rohrstrang mit 70 Zentimetern Durchmesser ab. Quelle: Eckhart Matthäus /Bayernets
Die „bayernets GmbH“ hat in Kötz im Landkreis Günzburg (Bayern) die Inbetriebnahme der Gastransportleitung „AUGUSTA“ gefeiert.
„Wir wollen ein Gesamtkonzept für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung im Rahmen der Energiewende. Gas spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagte Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). „Um die Volatilität auszugleichen, brauchen wir zusätzlich zum Ausbau der erneuerbaren Energien regionale Gaskraftwerke, die sicher mit Gas beliefert werden müssen“. Die Augusta-Leitung leiste hier einen wichtigen Beitrag.
„Mit dem Leitungsbauprojekt investieren wir in die Zukunft und stärken die Resilienz des bayerischen Energiesystems. So wird es die Leitung ermöglichen, neue Gaskraftwerke sowie Baden-Württemberg an die Gasspeicher im südbayerischen und Salzburger Raum anzubinden“, erklärte Matthias Jenn, Geschäftsführer der Bayernets GmbH. Die aktuelle Diskussion um flexible Gaskraftwerke als Backup für die erneuerbare Stromerzeugung zeige die hohe Relevanz. Zudem verwies Jenn darauf, dass die Pipeline H2-ready ist, sodass sie in Zukunft auch Wasserstoff transportieren kann. Besonders hob Aiwanger die Rolle der Leitung für die zukünftige Wasserstoffwirtschaft hervor: „Mit der AUGUSTA-Leitung investieren wir nicht nur in die Versorgungssicherheit von heute, sondern auch in die Energieinfrastruktur von morgen. Die Leitung ist bereits H2-ready und damit darauf ausgelegt, künftig auch Wasserstoff und andere grüne Gase zu transportieren. Wasserstoff wird eine zentrale Säule für eine erneuerbare Energieversorgung der Industrie sein. Deshalb ist es entscheidend, dass wir unsere Netze schon heute auf diese Zukunft vorbereiten.“
Aiwanger: Gasspeicher erhaltenAiwanger betonte in dem Zusammenhang die Bedeutung der bayerischen Gasspeicher für die Versorgungssicherheit. Sie müssten unbedingt erhalten werden, Stilllegungen wie zuletzt diskutiert seien nicht zu verantworten. Erneut forderte der Staatsminister das Anlegen einer nationalen Gasreserve nach Vorbild der Mineralöl-Reserve, um bei möglichen Krisenlagen gewappnet zu sein.
Bayernetz spiele auch beim Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes in Bayern eine wichtige Rolle. Aiwanger: „Der Wasserstoffmarkt entsteht nicht über Nacht – er ist ein Marathon und kein Sprint. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette gibt es derzeit noch Herausforderungen.“ Umso wichtiger sei ein verlässlicher, konsistenter und technologieoffener Rahmen, den man gemeinsam mit dem Bund und der Europäischen Union weiter vorantreiben. Bayern werde den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft entschlossen begleiten.“
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Hubert Aiwanger (r.) und Bayernets-Geschäftsführer Matthias Jenn bei der offiziellen Inbetriebnahme der Gastransportleitung Augusta. Quelle: Nicole Engelhart / StMWi |
40,5 Kliometer, 180 Millionen EuroDie Pipeline, die bereits seit Dezember in Betrieb ist, führt im Regierungsbezirk Schwaben auf einer Gesamtlänge von insgesamt 40,5
Kilometern durch die Landkreise Dillingen an der Donau und Günzburg. Bayernets hat für das Projekt rund 180
Millionen Euro investiert. Zu den Sonderbauwerken zählten unter anderem die geschlossene Querung der Autobahn A8 im Landkreis Günzburg auf einer Länge von 145
Meter, die Bahnquerung im Landkreis Günzburg auf einer Länge von 41
Meter und die Querungen von mehreren Flüssen.
Im Bereich der Leitungstrasse laufen in derzeit noch Rekultivierungsarbeiten mit dem Ziel, die landwirtschaftlichen Nutzung der in Anspruch genommenen Flächen vollständig wiederherszustellen. Dazu gehören Drainagen, bodenverbessernde Maßnahmen, der Auftrag des Mutterbodens sowie der Rückbau von Baustraßen. Auch Straßen und Wege werden wiederhergestellt.
Donnerstag, 12.03.2026, 14:46 Uhr
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