Markus Emmert, Leiter E-Mobilität bei Augsburgs Versorger. Quelle: Stadtwerke Augsburg / Thomas Hosemann
Doppelt so viele Ladepunkte wie bisher wollen die Stadtwerke Augsburg Ende des Jahres im Angebot haben. Außerdem senkt der Versorger an seinen Säulen den Strompreis für E-Autos.
Das Laden von Elektro-Autos im öffentlichen Raum von Augsburg könnte bald komfortabler und preiswerter werden. Der Versorger in der Fuggerstadt will im Laufe des Jahres mehr Ladesäulen aufstellen und darüber hinaus schon kurzfristig den Strom an den eigenen Punkten vergünstigen.
In einer Mitteilung sprechen die Stadtwerke von derzeit etwa 490 öffentlichen Ladepunkten in Augsburg, davon gehören rund 100 – an etwa 30 Standorten – dem Versorger. Bis Ende des laufenden Jahres soll sich die Anzahl der eigenen Ladepunkte auf mindestens 200 verdoppeln, darunter Schnell- wie Normallader gleichermaßen.
Zu den Neuerungen in Augsburg zählt zudem, dass die Stadtwerke an einigen Säulen die Ladeleistung erhöhen wollen. Das verkürzt die Ladezeit. Zudem steckt der Versorger Geld ins Stromnetz, um eine belastbare Infrastruktur für den Ladebedarf der Zukunft vorzuhalten.
Sehr viel schneller erlebt die elektromobile Kundschaft der bayerischen Schwaben eine andere Veränderung. Die Stadtwerke senken bereits mit Beginn des Aprils die Tarife an den eigenen Ladesäulen. Und zwar „deutlich“, wie sie schreiben. So kostet die Kilowattstunde Autostrom mit normaler Leistung (AC, bis 22 kW) künftig bei Einsatz der hauseigenen Ladekarte 37 Cent statt 55 Cent – zwischen 7 und 21 Uhr. Im Nachttarif werden 35 Cent fällig.
Chinesen wollen das Aufladen unter die Zehn-Minuten-Marke drücken
Das Laden an den schnellen Säulen berechnet der Versorger tagsüber (DC, bis 200 kW) mit 44 Cent und nachts mit 42 Cent, die schnellsten Punkte (bis 400 kW) geben den Saft tagsüber für 49 Cent und nachts für 45 Cent je kWh ab. Bisher verlangen die Stadtwerke an ihren Säulen und im Ladenetzverbund 55 Cent (AC) und 65 Cent (DC) je kWh von Ladekarten-Besitzenden. Ohne diese Karte sind 59 Cent beziehungsweise 74 Cent zu zahlen.
Neu ist eine Blockiergebühr, die an den Normalladesäulen 7 Cent pro Minute beträgt und nach drei Stunden fällig wird. An den Schnellladern sind es 14 Cent die Minute bereits nach einer Stunde.
Unterdessen steht die Elektromobilität offenbar vor einem Entwicklungssprung in Sachen Ladegeschwindigkeit. Der chinesische E-Riese BYD will nach eigenen Angaben zunächst im Heimatland schnelleres Laden ermöglichen, das ein Befüllen der Batterie in weniger als zehn Minuten erlauben soll.
Etwa 20.000 Ladestationen sollen dort noch in diesem Jahr über eine Leistung von bis zu 1.500 kW verfügen, herkömmlich zählen 400 kW zu den Spitzenleistungen. Damit sei ein Nachladen von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten möglich, auch in strengen Wintern werde das Stromladen kaum länger dauern. Damit erreiche Stromladen das zeitliche Niveau vom Tanken fossiler Kraftstoffe. Parallel bereitet BYD die Technik auch für den internationalen Markt vor.
Die Fortschritte wollen die Chinesen über eine bessere Batterietechnik erreicht haben, die nicht auf Kosten der Langlebigkeit gehen soll. Die Energiedichte liege fünf Prozent höher, dazu komme eine deutlich höhere Ladegeschwindigkeit. Das neuartige Ionen-Transportsystem führe zu einem geringeren Innenwiderstand in den Batteriezellen und reduziere die Wärmeentwicklung.
Mittwoch, 25.03.2026, 10:03 Uhr
Volker Stephan
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