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Eine neue Arbeitsgemeinschaft soll Wege zur Akzeptanz von Infrastrukturprojekten aufzeigen.
Angesichts der großen Herausforderungen beim Ausbau der Energieinfrastruktur kommt dem Thema Akzeptanz eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund hat nun das auf Mediation spezialisierte Institut „IKOME Steinbeis Mediation“ die nach eigenen Angaben erste Arbeitsgemeinschaft Akzeptanzkommunikation bei Energie- und Infrastrukturprojekten in Deutschland gegründet.
Professor Gernot Barth, Leiter des IKOME Steinbeis Mediation, weist darauf hin, dass gerade im Hinblick auf die Umsetzung von Vorhaben im Rahmen des von Bund und Ländern verabschiedeten Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität, die in diesem Jahr anlaufen, es besonders wichtig ist, die Akzeptanz bei den Bürgern zu gewährleisten.
Barth wird die Arbeitsgemeinschaft, die am 18. März 2026 in Leipzig ihre Arbeit aufnehmen wird, leiten. Sie wendet sich an PR- und Projektverantwortliche von Unternehmen und Kommunen. Vier Arbeitstreffen in Präsenz, bei denen Expertenvorträge Wissen vermitteln und sich Mitglieder über aktuelle Projekte austauschen sollen, soll es pro Jahr geben.
„Wir haben bei der Betreuung von Infrastrukturprojekten festgestellt, dass bundesweit ein großes Bedürfnis der Verantwortlichen besteht, sich besser zu vernetzen. Dem soll unsere Arbeitsgemeinschaft dienen“, betont Barth, der Professor für Konfliktmanagement und Mediation an der Steinbeis-Hochschule.
Das IKOME, das als „Institut für Kommunikation und Mediation Dr. Barth“ ein An-Institut der Steinbeis Hochschule ist und seinen Hauptsitz in Leipzig hat, ist eine rechtlich selbständige Einrichtung, aber organisatorisch und personell mit der Hochschule verbunden. Es gibt unter anderem einen Bürgerbeteiligungsreport heraus, der sich beispielsweise 2025 mit der Einstellung von Bürgerinnen und Bürgern zur Wärmewende beschäftigte.
Dabei hatte sich unter anderem gezeigt, dass von den Energiekunden vor allem die Kosten als potenzielles Konfliktfeld gesehen werden. Bei 59 Prozent waren es die eigenen finanziellen Belastungen, die Befürchtungen auslösten. Das zweitgrößte Konfliktpotenzial (48 Prozent) sahen die Befragten in möglicherweise ausufernden Kosten für die Allgemeinheit. Der Report förderte auch die Erkenntnis zu Tage, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (72 Prozent) sich eher schlecht oder sogar sehr schlecht über die Wärmewende in ihrem Wohnumfeld informiert fühlen. Welche Maßnahmen dafür geplant sind, war 58 Prozent der Befragten überhaupt nicht bekannt.
Mittwoch, 28.01.2026, 15:39 Uhr
Fritz Wilhelm
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