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Enerige & Management > Stromnetz - Zwei Milliarden Euro für die Südlink-Erdkabel
Das 525-kV-Erdkabel bei der Verlegung Foto: Tennet
STROMNETZ:
Zwei Milliarden Euro für die Südlink-Erdkabel
Kunststoffisolierte Erdkabel im Wert von rund 2 Mrd. Euro haben die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Transnet BW für das Südlink-Projekt geordert.
 
Für die Lieferung und Verlegung der Erdkabel mit einer Spannungsebene von 525 kV wurden die Firmen NKT und Prysmian beauftragt, teilten Transnet BW und Tennet am 29. Juni mit.

„Südlink wird das Rückgrat der Energiewende in Deutschland bilden. Mit den Aufträgen für die Gleichstrom-Erdkabel gehen wir nun von der Planung zur Realisierung dieser wichtigen Stromverbindung über“, sagte Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Tennet. Für die geplanten vier GW Übertragungskapazität zwischen Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg werden rund 2.500 km Kabel benötigt.

Dabei kommen erstmals die 525-kV-Erdkabel zum Einsatz. Bisher wurden für vergleichbare Gleichstromverbindungen in der Regel 320-kV-Kabel eingesetzt. Durch die höhere Spannung kann mehr Leistung übertragen werden. Zudem halbiert sich im Vergleich zur Spannungsebene mit 320 Kilovolt die Anzahl der benötigten Kabel. Dank geringerer Übertragungsverluste und geringerer Tiefbauarbeiten ermöglichen die Kabel neben wirtschaftlichen Vorteilen eine landschaftsschonende Realisierung von Südlink, so die beiden ÜNB in ihrer Mitteilung.

Der Entscheidung vorausgegangen waren jahrelange Tests der 525-kV-Leitung, die Anfang des Jahres in einer Präqualifikation mündeten. Die beiden für die Lieferung ausgewählten Kabelhersteller übernehmen sämtliche Arbeiten von der Installation der Erdkabel in die vorbereiteten Gräben bis zur abschließenden Hochspannungsprüfung des Kabelsystems. 

Produziert werden die Kabel nach aktuellem Stand bei NKT in Köln und Karlskrona (Schweden) sowie bei Prysmian in Gron und Montereau (Frankreich) sowie in Pikkala (Finnland).

Südlink ist mit einer Länge von rund 700 Kilometern und einer Investitionssumme von 10 Mrd. Euro das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende in Deutschland und soll Windstrom vom Norden der Republik zu den industriellen Zentren im Süden bringen. 
 
 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 29.06.2020, 11:55 Uhr

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