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Enerige & Management > Gasnetz - Wintershall verkauft South-Stream-Anteile
Bild: Fotolia.com, WestPic
GASNETZ:
Wintershall verkauft South-Stream-Anteile
Die europäischen Energieversorger Wintershall, Eni und EDF verkaufen ihre Anteile am gescheiterten Gaspipeline-Projekt South Stream an den Mehrheitsgesellschafter Gazprom.
 
Die BASF-Tochter Wintershall gab am 29. Dezember bekannt, dass sie ihre 15-%-Beteiligung an der South Stream Transport B.V. an den russischen Gazprom-Konzern verkauft. Der Kaufpreis entspreche dem von BASF eingesetzten Kapital, über die konkrete Höhe hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart, so die Mitteilung. Auch die zwei anderen europäischen South-Stream-Gesellschafter, der italienische Energieversorger Eni, der 20 % an South Stream hielt, und der französische Stromkonzern EDF (15 %) haben ihre Anteile an Gazprom abgegeben.

Der russische Mehrheitsgesellschafter hatte das South-Stream-Projekt Anfang Dezember abgesagt. Die Pipeline sollte von Russland durch das Schwarze Meer und dann an Land bis nach Österreich und Norditalien führen, um russisches Gas vor allem nach Südosteuropa zu bringen. Die South Stream Transport B.V. war gegründet worden, um den Offshore-Teil durch das Schwarze Meer zu bauen. Die Fortsetzung an Land wollte Gazprom in Zusammenarbeit mit Pipelinegesellschaften in den betreffenden osteuropäischen Staaten abwickeln.

Die Entscheidung von Gazprom wird so gedeutet, dass sich die Russen künftig nicht mehr am Bau von Pipelines in der EU beteiligen wollen. Diese Strategieänderung, die Konzernchef Alexey Miller bereits im Oktober angedeutet hatte, ist auch eine Folge des politischen Konfliktes zwischen der EU und Russland um die Ukrainepolitik sowie um die Einhaltung der europäischen Wettbewerbsregeln. Seit den 1990er Jahren hatten die Russen Milliarden in das Netz der gemeinsam mit Wintershall betriebenen Transportgesellschaft Gascade sowie in die Importpipelines Jamal und Nord Stream investiert.

Gazprom fährt indes nicht nur den Pipelinebau in Europa zurück. Auch der Vertrieb wird nicht im geplanten Umfang ausgebaut. Das ist ein Ergebnis der Absage des lange vorbereiteten und kurz vor Weihnachten abgesagten Tauschgeschäfts zwischen Gazprom und Wintershall. Die Russen sollten dabei die gemeinsame Gasvertriebstochter Wingas und die Speichergesellschaft Astora ganz übernehmen. Die BASF-Tochter sollte im Gegenzug weitere Anteile an Gasfeldern in Sibirien erhalten.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 30.12.2014, 12:04 Uhr

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