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Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDENERGIE:
Windpark Arkona auf einem guten Weg
Der Bau des Windparks „Arkona“ in der Ostsee nimmt Fahrt auf. Betreiber Eon und der Netzbetreiber 50 Hertz nutzen dabei gemeinsam die Umspannstation auf hoher See - ein Novum.
 
Dass der Windpark in der deutschen Ostsee ein europäisches Projekt ist, betonten alle Beteiligten bei der „Kiellegung“ des Umspannwerks für den Windpark im französischen Saint-Nazaire. Der Anlass war eher unscheinbar. Ein Teil des Umspannwerkes wurde mit einem Kran auf eine Barge gelegt, ein schwimmendes Floss, auf dem das komplette Umspannwerk dann in die Ostsee gezogen wird. Das dauert allerdings noch ein bisschen: Im Frühjahr 2018 soll es soweit sein. Trotzdem war die Prominentendichte hoch. Der deutsche Botschafter in Frankreich, Nikolaus Meyer-Landrut und sein norwegischer Kollege in Paris, Rolf Einar, waren deswegen an die Altlantikküste gekommen, ebenso Sven Utermöhlen, Mitglied der Geschäftsführung von Eon Climate & Renewable und der technische Geschäftsführer von 50 Hertz, Frank Golletz.
 
Der deutsche Botschafter in Frankreich Nikolaus Meyer-Landrut, der technische Geschäftsführer von 50 Hertz, Frank Golletz und Sven Utermöhlen, Mitglied der Geschäftsführung von Eon Climate & Renewable (von links) bei der Kiellegung der Konverterstation für den Offshore-Windpark Arkona.
Foto: Stefan Sagmeister


Europäisch ist das Projekt Arkona, da Eon und das norwegische Unternehmen Statoil das Projekt in Höhe von 1,2 Mrd. Euro finanzieren. Der Netzanschluss wird von 50 Hertz bereitgestellt, deren Mehrheitsgesellschafter ist die belgische Elia. Zusammengebaut wird das Umspannwerk in Frankreich von der Werft STX. Vor allem Letztere hofft, damit im europäischen Erneuerbaren-Markt Fuß zu fassen. „Mit dem Projekt Arkona wird STX France definitiv ein industrieller Partner für die Energiewende in Europa“, so der Vizepräsident der Einheit „Marine Energy“ von STX.

Der Windpark Arkona liegt rund 35 Kilometer vor Rügen und kommt auf eine Leistung von rund 385 MW. 60 Siemens-Turbinen zu je 6,45 MW Leistung sollen ab 2019 Strom produzieren. Die Wassertiefe beträgt dort bis zu 37 Metern. Gebaut und betrieben wird Arkona von Eon, die 50 Prozent halten, die andere Hälfte gehört Statoil.

Das besondere an dem Umspannwerk ist, dass Eon und 50 Hertz die Anlage gemeinsam entwickeln und nutzen. Bislang passiert dieses bei anderen Windparks in der Regel getrennt. So nutzen beispielsweise beim benachbarten Ostsee-Windpark Wikinger der Windparkbetreiber Iberdrola und 50 Hertz gemeinsam die Offshore-Plattform, jeder hat aber dort seinen eigenen abgetrennten Bereich mit eigener technischer Ausrüstung. Bei Arkona nutzen Eon und 50 Hertz die Umspannstationen soweit wie möglich gemeinsam. Diese ist 50 Meter lang, 35 Meter breit und knapp 15 Meter hoch und steht dabei auf einer Stahlkonstruktion. Das Helikopterdeck befindet sich dabei 37 Meter über der Wasseroberfläche. 4200 Tonnen wiegt die Station, wenn sie im Meer verankert ist. 50-Hertz-Geschäftsführer Golletz nannte in Saint-Nazaire die Umspannstation auch die „smarteste Plattform in der Ostsee“.

Sven Utermöhlen von Eon lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit 50 Hertz und auch Eon selbst. In Europa und den USA baue das Unternehmen derzeit Windparks mit einer Leistung von knapp 1300 MW. „Diese Kaftanstrengung zeigt, dass Eon ein Motor ist, um die neue, grüne Energiewelt zu verwirklichen.“
 

Stefan Sagmeister
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Mittwoch, 12.07.2017, 17:38 Uhr

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