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Bild: Fotolia, K-U Häßler
REGENERATIVE:
Windkraft geht leer aus
Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der ersten gemeinsamen Pilot-Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen erteilt. Es haben nur Solaranlagen Zuschläge erhalten.
 
Es wurden nach den Zahlen der Bundesnetzagentur 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 MW erteilt. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 Ct/kWh. In der letzten reinen Solar-Ausschreibung lag dieser bei 4,33 Ct/kWh. Der niedrigste Zuschlagswert liegt bei 3,96 Ct/kWh; der höchste Zuschlagswert beträgt 5,76 Ct/kWh.

Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, bezogen sich fünf in einem Umfang von 31 MW auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in Bayern und drei mit einem Umfang von 17 MW in Baden-Württemberg.

Das EEG sieht gemeinsame Ausschreibungen mit Pilotcharakter vor, in denen Technologien in einen Wettbewerb treten. Es sind 54 Gebote eingegangen, davon 18 für Windenergieanlagen an Land und 36 für Solaranlagen.

Mit den Solaranlagen setzte sich diejenige Technologie durch, die ihr Kostensenkungspotenzial bereits in den vorangegangenen Ausschreibungen unter Beweis stellte, teilte die Behörde weiter mit. Bei den Geboten für Windenergieanlagen an weniger ertragsstarken Standorten komme hinzu, dass anders als bei den regulären Ausschreibungen die Nachteile nach dem Zuschlagsverfahren nicht ausgeglichen werden. Insgesamt waren Gebote von insgesamt 395 MW eingereicht worden. Damit war das Ausschreibungsvolumen von 200 MW doppelt überzeichnet.

„Die Ausschreibung ist ein wichtiges Instrument, um Kosteneffizienz zu erreichen. Das Ergebnis dieser gemeinsamen Ausschreibung zeigt, dass die Solarenergie in Deutschland derzeit sehr wettbewerbsfähig ist“, sagte Thomas Bareiß (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium. Er sagte jedoch auch, dass Deutschland insgesamt einen ausgewogenen Mix an erneuerbaren Erzeugungstechnologien brauche, führte dies aber nicht weiter aus.

Spitzenverbände kritisieren die Pilot-Ausschreibung als gescheitert

Für die Spitzenverbände der Solarwirtschaft und der Windenergiebranche ist diese erste Pilotausschreibung schlichtweg gescheitert. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesverband Wind Energie (BWE) sprechen sich daher dagegen aus, die beiden Erzeugungstechnologien in einen nicht zielgerichteten Kostenwettstreit zu verwickeln. „Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende erfordere einen Ausbau der Wind- und Solarkapazitäten auf Augenhöhe“, schreiben die Verbände in einer gemeinsamen Erklärung.

Stattdessen fordern BWE-Präsident Hermann Albers und BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig einen sinnvollen Energiemix. Dies würde Lastspitzen abfedern, zu einer Vergleichmäßigung der Netzauslastung beitragen und die Systemdienlichkeit insgesamt erhöhen. Außerdem sei es erforderlich, „die Ausbaukorridore deutlich anzuheben, um das 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Ziel der Bundesregierung bis 2030 sicher zu erreichen“, so Hermann.

Körnig sieht dies ähnlich: „Erfolgreicher Klimaschutz braucht ein Miteinander und kein Gegeneinander von Solar- und Windenergie sowie verlässliche und ambitionierte Ausbaupfade für beide Technologien.“ Bei der Solarstromerzeugung sieht Körnig erheblichen Nachholbedarf. Um beide Technologien auf Augenhöhe zu bringen und die Kosteneffizienz der Solarenergie stärker zu nutzen, empfiehlt der BSW, den Aufbau der Photovoltaik-Kapazität auf ein Niveau von jährlich rund 10 000 MW zu ermöglichen und dafür bestehende Barrieren im Kraftwerks- und Gebäudesektor zu beseitigen.

Die nächste Ausschreibung für Windenergie an Land ist am 1. Mai; der nächste Gebotstermin für Solaranlagen ist der 1. Juni.
 

Heidi Roider
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