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Bild: Verbund
WINDKRAFT ONSHORE:
Windenergieverband beklagt Genehmigungsstau
Die Genehmigungszeit für neue Windkraftprojekte dauert immer länger, oft eineinhalb Jahre. Bis Ende September erhielten nur rund 1 100 MW eine Genehmigung.
 
„Mit großer Sorge registrieren wir den weiteren Genehmigungsrückgang bei Windenergieprojekten. Überlange Verfahren und in der Folge fehlende Genehmigung werden mehr und mehr zum eigentlichen Problem der Energiewende“, sagt Verbandspräsident Hermann Albers. Laut den Angaben hat sich der Zeitraum zwischen Antragstellung und Genehmigung von 300 bis 400 Tagen im Jahr 2016 in den letzten beiden Quartalen 2017 bereits auf bis zu 700 Tage verlängert.

„Die wenigen Projekte, die in diesem Jahr genehmigt wurden, blicken auf eine Genehmigungshistorie von 500 und mehr Tagen zurück“, heißt es weiter. Albers fordert hierzu Ursachenforschung und den Abbau administrativer Hemmnisse. „Niemand kann damit zufrieden sein, wenn die Energiewende in den Genehmigungsbehörden stecken bleibt“, betont er. Der BWE beteiligt sich mit vielen Akteuren der Branche und Vertretern der Ministerien an einer Plattform der Fachagentur Wind an Land, um diese Hemmnisse zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Von Januar bis August 2018 erhielten nach Angaben des BWE nur 1 081 MW eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Diese ist Voraussetzung, um an den Ausschreibungen teilnehmen zu können. Im August wurden lediglich 32 MW in nur vier Bundesländern genehmigt, wie eine Auswertung des EEG-Anlagenregisters Windenergie an Land zum Stichtag 30.09.2018 zeige.

Insgesamt stecken rund 10 000 MW im Genehmigungsverfahren fest

Der Branchenverband verweist darauf, dass das Beratungsunternehmen enervis bereits im Mai aufgezeigt hatte, dass etwa 10 000 MW Wind an Land im Genehmigungsverfahren feststecken. Dabei sei eine Teilnahme an den Ausschreibungen selbst nach erteilter Genehmigung nicht immer möglich, so der BWE. Denn heute würde oft erst nach Gerichtsentscheidungen oder schwierigen juristischen Vergleichen die Entscheidungsgrundlage hergestellt. „Die juristischen Blockademöglichkeiten werden dabei kreativ ausgenutzt“, konstatiert Albers.

Er erinnert daran, dass zukünftig die Windenergie die tragende Säule der Energiewirtschaft sein wird. Die Branche werden ihren Beitrag dazu leisten, Akzeptanz vor Ort zu finden. „Breite Transparenz in den Verfahren sowie echte Bürgerbeteiligung und Wertschöpfung vor Ort sind dafür ein Schlüssel“, so Albers. Die Politik sei gefordert, administrative Möglichkeiten zu nutzen, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und erteilte Genehmigungen rechtssicher zu machen, so der BWE-Präsident.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Donnerstag, 11.10.2018, 16:23 Uhr

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