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Westnetz untersagt weiterhin Mini-PV-Anlagen
Der Verteilnetzbetreiber Westnetz hat Greenpeace Energy widersprochen, dass Mini-PV-Anlagen im Versorgungsgebiet ohne größere Probleme angeschlossen werden dürften.
 
Die am 17. März von Greenpeace Energy veröffentlichte Pressemitteilung   hat ein Sprecher des Energiekonzerns Innogy als Westnetz-Mutterkonzern dementiert. Greenpeace Energy teilte damals mit, dass der Betrieb sogenannter Mini-PV-Anlagen bis zu 300 Watt im Versorgungsgebiet des Verteilnetzbetreibers Westnetz ab sofort ohne einen größeren bürokratischen Aufwand erlaubt sei. Entgegen der Mitteilung untersagt das Unternehmen demnach weiterhin den Einsatz solcher Anlagen in seinem Netz. Das bestätigte der Innogy-Unternehmenssprecher gegenüber E&M. "Der Betrieb dieser Anlagen ist weiterhin nicht erlaubt." Grund für das Verbot seien die Vorschriften des Verbands der Elektrotechnik (VDE).

Greenpeace Energy hatte zuvor von einem "Durchbruch für Balkon-Solarkraftwerke" gesprochen, der nach einem Verfahren gegen Westnetz vor der Bundesnetzagentur im Oktober 2016 erreicht worden sei. Auf E&M-Nachfrage nannte ein Greenpeace-Energy-Sprecher das Dementi dieses Sachverhalts von Westnetz "interessant und verwunderlich". Der Sprecher betonte, dass nachweislich keine Gefahren von Mini-PV-Anlagen ausgingen und verwies auf ein Westnetz-Schreiben vom 21. Oktober 2016, das E&M vorliegt und in dem Westnetz das bestätigte. Dass der Brief von Westnetz an die Bundesnetzagentur auf der Internetseite von Greenpeace Energy veröffentlicht wurde, sorgte bei dem Netzbetreiber für Irritationen.

Greenpeace Energy sei bei der Interpretation des Schreibens einseitig vorgegangen, sagte der Innogy-Sprecher. Der Brief habe sich lediglich auf den Einzelfall einer Greenpeace-Energy-Kundin bezogen, die eine Mini-PV-Anlage mit 150 Watt Leistung anschließen wollte und zu diesem Zwecke ihren Netzbetreiber kontaktiert hatte. Westnetz hatte ihr zunächst den Betrieb mit Verweis auf die VDE-Anwendungsregeln untersagt, nach einem von Greenpeace Energy eingeleiteten Missbrauchsverfahren und erneuter Prüfung jedoch eingeräumt, dass schädliche oder störende Rückwirkungen auf das Netz nicht erkennbar seien.

Daraus abzuleiten, dass Westnetz mit der Bekundung der Sicherheit der PV-Anlage eine grundsätzliche Erlaubnis zu dem Bertrieb einer solchen im gesamten Versorgungsgebiet ausgesprochen habe, sei von Greenpeace Energy voreilig gewesen. Westnetz untersage weiterhin den Einsatz der Kleinkraftwerke, wenn die aktuellen Vorschriften des VDE nicht eingehalten werden.

Die Bundesnetzagentur teilte E&M auf Anfrage mit, dass unabhängig von der Neubewertung der Sicherheit der PV-Anlage durch Westnetz im Zuge des Verfahrens die Kundin darauf hingewiesen worden sei, dass ihre PV-Anlage die sicherheitstechnischen Anforderungen an Energieanlagen nach Paragraf 49 EnWG möglicherweise nicht erfüllt. Die Überwachung der Sicherheit und der Einhaltung technischer Regelwerke sei darüber hinaus "nicht Aufgabe der Netzbetreiber und liegt auch nicht im Zuständigkeitsbereich der Bundesnetzagentur, sondern in Länderzuständigkeit".

Die Stromkundin sei in diesem Zusammenhang auf die "möglicherweise erheblichen haftungs- und gegebenenfalls auch strafrechtlichen Risiken hingewiesen" worden. Für die Sicherheit in der Kundenanlage ist nach Aussage der Behörde der jeweilige Betreiber alleine voll verantwortlich. "Die Benutzung dieser Steckdosen-PVs bringen im Falle eines eintretenden Schadens ein hohes haftungsrechtliches Risiko mit sich. Sollte es beispielsweise zu einem Brand kommen, sind sogar strafrechtliche Konsequenzen nicht auszuschließen", heißt es dazu von der Netzagentur.
 
 

Jonas Rosenberger
© 2017 Energie & Management GmbH
Montag, 20.03.2017, 17:36 Uhr

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