• Strom: Day Ahead wohl positiv
  • Gas: Überversorgung hält die Preise im Keller
  • Drewag und Enso verlängern Verträge
  • Trend zur Modularisierung
  • SWM testen intelligente Wärmeversorgung
  • Bayern legt Wasserstoffstrategie vor
  • EnBW will mehr Fahrt auf See aufnehmen
  • NRW fördert selbstfahrenden ÖPNV
  • Forscher entwerfen Fahrplan für die Wärmewende
  • Länderübergreifender Regelenergiemarkt
Enerige & Management > Gasnetz - Wasserstoff- und Gasnetz gemeinsam regulieren
Bild: zozzzzo / Fotolia
GASNETZ:
Wasserstoff- und Gasnetz gemeinsam regulieren
Der europäische Energieversorgerverband Geode schlägt vor, aus dem Gasnetz eine Wasserstoffinfrastruktur zu entwickeln und deren Regulierung auf dem Gasnetzsystem aufzubauen.
 
Geode legt heute einen Vorschlag zur umfassenden Regulierung der zukünftigen europäischen Wasserstoffinfrastruktur vor, teilte der Europäische Verband der unabhängigen Strom- und Gasverteilerunternehmen am 20. Mai mit. Wasserstoff werde „als zusätzliches Grundgas“ essenziell für die Erfüllung der Klimaziele des European Green Deal sein.

Die dafür nötige Infrastruktur soll nach Auffassung des Geode aus den bestehenden Erdgasnetzen entwickelt werden. Gasnetzbetreiber sollen zu Kombinetzbetreibern werden. Eine gemeinsame Regulierung für das Wasserstoff- und Erdgasnetz sei möglich.

Basis der Geode-Vorschläge ist ein Gutachten, das die Berliner Anwalts- und Beraterkanzlei BBH für den Verband und die Branchenvereinigung Hydrogen Europe erarbeitet hat. Es zeigt auf, welche Anpassungen in der Gesetzgebung notwendig sind, damit der Aufbau einer leitungsgebundenen Wasserstoffinfrastruktur innerhalb des Regulierungsrahmens möglich wird.

Neben der rechtlichen Einordnung liefere das Gutachten auch eine betriebswirtschaftliche Analyse, die bestätige, dass die Integration der zukünftigen Wasserstoffinfrastruktur in den bestehenden Regulierungsrahmen ökonomisch sinnvoll sei, so die Kanzlei.

Das vorhandene Gasnetz könne damit werterhaltend, ressourcenschonend und kostensensibel weiterbetrieben werden. Das Gutachten bestätige ferner, dass ein Einspeisevorrang für grünen Wasserstoff möglich sei. Erdgas werde 2050 keine Rolle mehr spielen.

Bedarfsgerechter Netzausbau für Integration von Wasserstoff

Wichtig sei, jetzt den Regulierungsrahmen zu schaffen, „um Investitionen in die Wasserstoffinfrastruktur und den Übergang zu einer sauberen Gasindustrie zu ermöglichen“, mahnt BBH-Anwalt und Geode-Vizepräsident Christian Held. Gasverteilnetzbetreiber seien imstande, einen Beitrag für eine nachhaltige nationale Wasserstoffstrategie zu leisten. Das Gutachten habe gezeigt, dass man dafür „das Rad nicht neu erfinden muss, sondern auf die bestehende Regulierung aufbauen kann“.

„Die Integration von Wasserstoff und anderen Gasen macht einen bedarfsgerechten Netzausbau möglich, der nicht mehr nur den Bedarf an Erdgasnetzen in den Vordergrund stellt“, heißt es im Gutachten. Ein schneller Markthochlauf mittels Nutzung von Wasserstoff aus allen Erzeugungsvarianten im Sinne der Dekarbonisierung könne gelingen. Zugleich könne durch einen technologieneutralen Einspeisevorrang für grüne Energie auch grünem Wasserstoff die Zukunft gesichert werden.

Ein Kombinetzbetreiber für die Gas- und Wasserstoffinfrastruktur sei „die kostengünstigste Variante einer Transformation der Gaswirtschaft mit größtmöglichem Wohlfahrtsgewinn“, so das Gutachten weiter. Eine kombinierte Regulierung für Erdgas und Wasserstoff könne auch erhebliche Finanzierungspotentiale heben.

Das Gutachten hatte BBH am 5. Mai im Rahmen eines Webinars von Geode und Hydrogen Europe vorgestellt. Auch EU-Energiekommissarin Kadri Simson und Klaus-Dieter Borchardt, stellvertretender EU-Generaldirektor für Energie, hatten daran teilgenommen.
 

Peter Focht
Redakteur
+49 (0) 30 89746265
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 20.05.2020, 16:12 Uhr

Mehr zum Thema