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Der Bundesverband Wärmepumpe kritisiert das Gebäudemodernisierungsgesetz und die gekürzte Heizungsförderung. Laut einer Forsa-Umfrage wächst zugleich die Akzeptanz von Wärmepumpen.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) sieht im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) einen Rückschritt für die Wärmewende. Das machte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel bei einem Online-Gespräch am 10. Juli deutlich. Gleichzeitig verwies der Verband auf eine aktuelle Forsa-Umfrage, nach der sich Wärmepumpen bei Hauseigentümern zunehmend als bevorzugte Heiztechnik etablieren.
Nach Angaben von Peter Matuschek, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Forsa, nehmen Vorbehalte gegenüber Wärmepumpen, insbesondere im Gebäudebestand weiter ab. Hausbesitzer betrachteten die Technologie zunehmend als geeignete Lösung für den Heizungstausch. Befragt wurden 801 Hausbesitzer, die einen Heizungstausch vorgenommen und eine Wärmepumpe installiert haben, zwischen dem 25. Mai bis 11. Juni 2026.
Sabel kritisierte speziell, dass nach dem GModG künftig ab 2029 lediglich 10 Prozent erneuerbare Energien im Heizsystem vorgeschrieben sind. Das Klimaschutzziel werde laut BWP nicht einmal bis 2040 erreicht. Zudem stelle sich die Frage nach der Rechtssicherheit der geplanten Regelungen, weil Klagen bereits angekündigt sind.
Biotreppe bleibt erhaltenPositiv bewertet der Verband dagegen, dass die bereits seit 2024 geltende sogenannte Biotreppe für neue Gas- und Ölheizungen bestehen bleibt. Danach müssen diese Heizungen schrittweise steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe nutzen.
Der Gesetzgeber habe zudem vorgesehen, eine Grüngas- beziehungsweise Grünölquote einzuführen. Nach den Plänen sollen Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral in Verkehr gebracht werden. Sabel bezweifelte jedoch, dass ausreichend klimaneutrale Brennstoffe verfügbar sein werden. Dadurch drohten steigende Kosten für Hauseigentümer.
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Forsa-Umfrage 2026 zu Gründen für den Einbau einer Wärmepumpe im Unterschied zum Vorjahr - Für Vollbild auf die Grafik klicken Quelle: Forsa |
Kritisch sieht der BWP außerdem, dass keine verpflichtende Beratung vor dem Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen vorgesehen ist. Angesichts der gleichzeitig sinkenden Fördermittel könne dies zu einer verstärkten Nachfrage nach fossilen Heizsystemen führen. Ebenfalls lehnt der Verband die vorgesehene Anerkennung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen als Erfüllungsoption ab. Dies stehe im Widerspruch zu den Dekarbonisierungszielen im Wärmesektor.
Gut seien die unveränderten Auslegungsregeln für Wärmepumpen in Hybridheizungen. Hier bleibe es bei der etablierten Vorgabe, dass Wärmepumpen mindestens 30 Prozent der Heizlast übernehmen müssen.
Vertrauen in Förderung enttäuschtAuch die Änderungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bewertet der Verband überwiegend kritisch. Die Reform soll bereits am 21. Juli in Kraft treten. Förderanträge nach den bisherigen Konditionen können nur noch bis zum 20. Juli gestellt werden, sofern bereits eine Handwerkerbestätigung vorliegt. Laut BWP erschwere dieser kurzfristige Übergang die Planung für Handwerksbetriebe und Verbraucher.
Hinzu kommen geringere Förderbeträge. Die maximal förderfähigen Investitionskosten sinken einmalig von 30.000 auf 28.000 Euro und anschließend alle sechs Monate um weitere 750 Euro. Der bisherige Effizienzbonus für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder Erdwärmenutzung entfällt vollständig.
Weitere Änderungen betreffen die Förderung beim Wechsel von Fernwärme auf Einzelheizungen. Diese soll künftig entfallen. Außerdem wird die Förderung für den Ersatz bestehender Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ab dem ersten Quartal 2027 eingeschränkt.
Klimaschutz geschwächtIn seiner Gesamtbewertung kommt der BWP zu dem Schluss, dass sowohl das Gebäudemodernisierungsgesetz als auch die gekürzte Heizungsförderung die Lenkungswirkung der bisherigen Klimapolitik schwächen. Gleichzeitig wachse der Informations- und Beratungsbedarf bei Hauseigentümern zu gesetzlichen Vorgaben, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten von Wärmepumpen.
Als entscheidend für die weitere Marktentwicklung bezeichnete Sabel zudem die Stromkosten. Da der CO2-Preis nach Einschätzung des Verbandes seine Lenkungswirkung verliere, müsse die Bundesregierung den Strompreis deutlich senken. Der Koalitionsvertrag sehe hierfür eine Entlastung um 5 Cent je kWh durch geringere Stromsteuer, reduzierte Netzentgelte sowie niedrigere Umlagen vor.
Mit Blick auf Europa erwartet der Verband dagegen Rückenwind für die Elektrifizierung. Laut BWP will die Europäische Kommission in der kommenden Woche ihren Electrification Action Plan vorstellen. Nach den bislang bekannten Inhalten sollen Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie ein eigenes Ausbauziel erhalten. Vorgesehen sei eine Verdopplung der Installationsrate bis 2030.
(sh)
Freitag, 10.07.2026, 12:15 Uhr
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