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Mehr als 200 Thüringer Kommunen nutzten laut Landesenergieministerium im ersten Jahr das digitale Wärmekataster, das Daten für die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung bereitstellt.
Mehr als 200 Städte und Gemeinden in Thüringen greifen bei ihrer Kommunalen Wärmeplanung inzwischen auf das sogenannte „Thüringer Wärmekataster“ zurück. Das teilte das Thüringer Umwelt- und Energieministerium am 18.
Mai in Erfurt mit. Die digitale Datenplattform wird seit einem Jahr von der landeseigenen Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH − kurz „ThEGA“ − bereitgestellt. Zu den nutzenden Kommunden zählen laut Ministerium unter anderem Vogelsberg, Artern, Seligenstädt und Ecklingrode.
Mit dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes müssen alle Kommunen bis spätestens Mitte 2028 einen kommunalen Wärmeplan vorlegen. Für Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern gilt eine frühere Frist: Erfurt und Jena müssen ihre Planungen bereits bis Ende Juni 2026 abschließen. Ziel der Wärmeplanung ist es, Wege für eine klimafreundliche Wärmeversorgung von Wohngebäuden, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen aufzuzeigen.
Das Thüringer Wärmekataster soll Kommunen und Planungsbüros die dafür notwendige Datenerhebung erleichtern. Nach Angaben des Ministeriums enthält die Plattform Informationen zum Wärmebedarf aller beheizten Wohngebäude im Freistaat. Hinzu kommen Angaben zu energetischen Sanierungspotenzialen. Die Daten reichen laut Ministerium von Gebäudehöhe und Nutzung über Baujahr bis hin zur jeweiligen Heizungsart.
Datengrundlage für die WärmeplanungDie Thega hat das Wärmekataster im Auftrag des Ministeriums entwickelt. Die Daten stehen den Kommunen digital zur Verfügung und können für einzelne Straßenzüge oder Quartiere ausgegeben werden. Nach Angaben der Thega sind die Informationen speziell für Geoinformationssysteme aufbereitet.
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Kommunale Wärmeplanung in Thüringen Quelle: Thega |
Landesenergieminister Tilo Kummer (BSW) erklärte, die hohe Nachfrage zeige, dass sich der Rechercheaufwand für die Kommunen verringere. Dadurch könnten auch Kosten gesenkt werden. Zugleich verwies der Minister auf die Bedeutung industrieller Abwärme sowie von Rechenzentren und Kläranlagen für die künftige Wärmeversorgung. Dort gebe es häufig ungenutzte Potenziale, die Wärmenetze wirtschaftlicher machen könnten. Thüringen wolle dazu bei der kommenden Energieministerkonferenz einen Antrag einbringen.
Nach Angaben des Ministeriums ist die Wärmeplanung inzwischen für rund 1,1
Millionen Einwohner in Thüringen weit fortgeschritten. Wärmepläne liegen demnach unter anderem bereits für Eisenach, Rudolstadt, Jena und Sömmerda vor. Dabei zeichne sich ab, dass bestehende Wärmenetze ausgebaut oder verdichtet werden sollen.
Fernwärme wird ausgebautThüringen verfügt laut Ministerium bereits über ein vergleichsweise dichtes Fernwärmenetz. Die Wärmeversorgung basiert jedoch weiterhin zu 97
Prozent auf fossilen Energieträgern, vor allem Erdgas. Die Landesregierung prüft deshalb nach eigenen Angaben neue kreditbasierte Finanzierungsinstrumente, um die Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2045 zu unterstützen.
Die Kommunale Wärmeplanung soll Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern Orientierung darüber geben, welche Form der Wärmeversorgung künftig vor Ort vorgesehen ist. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zum aktuellen Wärmeverbrauch, zu Einsparpotenzialen sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärmequellen. Außerdem soll geklärt werden, welche Gebiete sich für Wärmenetze eignen und wo dezentrale Heizsysteme wirtschaftlicher sind.
Dieter Sell, Geschäftsführer der Thega, erklärte, mit den bislang verfügbaren Informationen sei die Einschätzung möglicher Leistungs- und Liefermengen neuer Wärmenetze oft schwierig gewesen. Das Wärmekataster schließe diese Lücke und schaffe eine belastbare Grundlage für die Kommunale Wärmeplanung.
Das
Thüringer Wärmekataster steht auf der Internetsetie der Thega
bereit.
Montag, 18.05.2026, 10:57 Uhr
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