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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - VW plant Batteriezellenfertigung in Salzgitter
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
ELEKTROFAHRZEUGE:
VW plant Batteriezellenfertigung in Salzgitter
Wichtige Weichenstellung in eine Zukunft, die auf E-Mobilität ausgerichtet ist: VW will 1 Mrd. Euro in die Hand nehmen, um eine eigene Batteriezellenfabrik zu bauen.
 
Das haben Aufsichtsrat und Vorstand des Konzerns beschlossen. Standort soll Salzgitter (Niedersachsen) sein. Hier betreibt der Konzern bereits jetzt mit rund 200 Mitarbeitern eine Forschungsstätte für Batteriezellen und Pilotprojekte zur Zellproduktion. Die Rede ist von rund 700 Beschäftigten im neuen Werk, die Zahl könne aber später weit höher liegen. Der Aufbau der Anlagen wird wohl gut drei Jahren dauern. Darüber hinaus ist der Konzern offensichtlich auch schon auf der Suche nach einem weiteren Zellenstandort. Im Gespräch dafür ist Emden.

Über weitere Details, zum Beispiel, mit welchem Partner man das Projekt durchziehen will, gab VW nichts bekannt. Auch der Peugeot-Konzern hat vor einigen Tagen über entsprechende Pläne mit der deutschen Tochter Opel informiert. Bis zu 1,2 Mrd. Euro an staatlichen Geldern hatten die Regierungen beider Länder für das Konsortium, an dem der französische Batteriehersteller Saft beteiligt ist, in Aussicht gestellt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte schon lange europäische Joint Ventures zum Aufbau von Kapazitäten angeregt.

Die Batteriezellen für Elektrofahrzeuge werden derzeit fast ausschließlich in Asien produziert. Dabei könne es bei einer für Deutschland so wichtigen Branche nicht bleiben, hieß es vielfach in der Politik. Allerdings bezweifeln Experten nach wie vor, ob die Herstellung in Europa überhaupt lohnt und konkurrenzfähig gegenüber den Anbietern aus Fernost sein kann.

Eine Forderung in diesem Zusammenhang ist die Befreiung der Fabriken von der EEG-Umlage, das heißt, sie mit billigem Strom zu versorgen. Denn die Produktion der Zellen gilt als extrem energieintensiv. Entsprechende Äußerungen machte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Und nicht nur von Arbeitnehmerseite kommt der Wunsch, die Anlagen mit Strom aus erneuerbaren Energien zu betreiben.

Gerade der VW-Betriebsrat hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für einen Batteriezellenstandort stark gemacht. Besonders vor dem Hintergrund, dass der Bau von Elektrofahrzeugen einfacher ist und von weniger Personal erledigt werden kann, fürchtet man um Arbeitsplätze. Derzeit werden in Salzgitter Motoren gebaut. Rund 7 000 VW-Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Von strategischen Weichenstellungen sprach mit Blick auf die Batteriezellen-Entscheidung der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch. Er kündigte zugleich an, nicht nur die Produktionskapazitäten in Europa auszuweiten, sondern die bestehenden Batteriekapazitäten im Rahmen von Partnerschaften abzusichern. Vorstandsvorsitzender Herbert Diess unterstrich, dass man die Elektrifizierung und Digitalisierung der Flotte so konsequent vorantreibe wie kein anderer Hersteller.

 
 

Günter Drewnitzky
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 14.05.2019, 15:21 Uhr

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