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Bild: Thomas Klewar/KfW
STUDIE:
Vor allem das fehlende Ladenetz schreckt ab
Die Skepsis gegenüber der Elektromobilität ist noch ausgeprägt in der deutschen Bevölkerung. Das ist ein Ergebnis einer von der KfW durchgeführten repräsentativen Umfrage.
 
Zweifel, dass eine „Verkehrswende“ nötig ist, sind in der Bevölkerung gering, wie eine repräsentative Befragung von KfW Research zeigt. 81 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 67 Jahren halten ein Umdenken und Handeln zugunsten des Klimaschutzes für notwendig, etwa durch die Entwicklung marktfähiger, klimafreundlicher Antriebstechnologien, Verbesserung der öffentlichen Verkehrsnetze oder den bewussten Verzicht auf das Auto.

Insgesamt sehen die Befragten jedoch vor allem die Automobilindustrie in der Pflicht und fordern die Politik zur Verbesserung von Rahmenbedingungen auf. Sie sind aber auch in hohem Maß dazu bereit, ihr eigenes Verhalten als Verkehrsteilnehmer zu ändern. So gab jeder Dritte an, bereits sein Mobilitätsverhalten angepasst zu haben: Die Befragten fahren nach eigener Aussage den eigenen Pkw weniger, nutzen häufiger Bus und Bahn oder steigen auf das Fahrrad um.

Große Skepsis herrscht aber hinsichtlich der Möglichkeit, die Klimabilanz des Verkehrssektors durch Umstellung der Antriebstechnik von Fahrzeugen auf Elektromobilität zu verbessern. Nur jeder Zweite glaubt, dass E-Autos in 20 Jahren die dominante Rolle spielen werden. Das überrascht die Autoren der KfW, denn immer mehr Länder wollen das Ende des reinen Verbrennungsmotors besiegeln: In China gilt ab 2019 eine Quote für Elektroautos, während in einigen europäischen Ländern (zum Beispiel in Norwegen, Frankreich und Großbritannien) sogar ein klares zeitliches Ende für die Zulassung von Otto- und Dieselmotoren angestrebt wird.

Immerhin ziehen 40 Prozent der Deutschen laut KfW-Befragung zumindest in Erwägung, ein Elektroauto zu kaufen. Eine ablehnende Haltung zu E-Autos wird am häufigsten mit einem lückenhaften Netz an Ladestationen (84 Prozent), zu geringer Reichweite (81 Prozent) und einem zu hohen Preis (79 Prozent) begründet. Die Batterieladezeit sehen 71 Prozent als Hindernisgrund. Von der Substanz der Fahrzeuge sind die Menschen hingegen tendenziell überzeugt: Nur 36 Prozent führen an, dass sie Bedenken hinsichtlich der Umweltbilanz haben und lediglich 14 Prozent äußern Sorgen bezüglich der Sicherheit der Fahrzeuge.

Der Ausbau der Ladepunkte und deren intelligente Integration in das Stromnetz sollte laut den Autoren daher mit Nachdruck fortgesetzt werden, um die Akzeptanz von E-Autos zu erhöhen.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Montag, 13.11.2017, 10:46 Uhr

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