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Enerige & Management > Klimaschutz - Verwendung von SF6 steigt wieder deutlich an
Bild: Leonid Tit, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Verwendung von SF6 steigt wieder deutlich an
Die Verwendung des extrem klimaschädlichen Gases Schwefelhexafluorid (SF6) in der deutschen Wirtschaft ist im vergangenen Jahr gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt Destatis mit.
 
Nach einem Rückgang des Bezugs von Schwefelhexafluorid von 975,9 Tonnen im Jahr 2017 auf 785,5 Tonnen in 2018 kam es im vergangenen Jahr wieder zu einem deutlichen Anstieg um 7 % auf 840 Tonnen, so Destatis.

Schwefelhexafluorid ist das stärkste bekannte Treibhausgas: Es trägt in einem Zeithorizont von 100 Jahren 22.800 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als Kohlenstoffdioxid (CO2). In der Energiebranche kommt es zum Beispiel als Isoliergas in Hochspannungs-Schaltanlagen zum Einsatz.

Der Energiesektor ist aber nicht verantwortlich für den Anstieg der SF6-Verwendung im Jahr 2019: Tatsächlich sank dort die Verwendung weiter von 75,4 Tonnen (2018) auf 67,3 Tonnen. Das ist darauf zurückzuführen, dass SF6 in Schaltanlagen zunehmend durch alternative Isoliergase oder getrocknete Luft ersetzt wird. 

Demgegenüber kam es jedoch im vergangenen Jahr zu einem starken Anstieg der Nachfrage aus der Bereich der Produktion von optischen Glasfasern in Höhe von 727,1 Tonnen (2018: 668,2 t) und aus der Halbleiterindustrie mit 454,8 Tonnen (2018: 361,4 t). Dort wird SF6 als Ätzgas eingesetzt. In der Elektroindustrie ist die Nachfrage mit 85,4 Tonnen (2018: 81,6 t) leicht gestiegen.

Destatis weist aber darauf hin, dass das Gas zu großen Teilen innerhalb geschlossener Systeme verwendet und damit vorerst nicht freigesetzt wird. Tatsächlich emittiert wurden 2018 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes 3,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente SF6. Dies entspricht einem Anteil von 0,45 % an den gesamten Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 858 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten. 
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 26.06.2020, 13:02 Uhr

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