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Energie & Management > Unternehmen - Veolia setzt auf Wachstum bei Fernwärme
KWK-Anlage in Poznan. Quelle: Veolia
Unternehmen

Veolia setzt auf Wachstum bei Fernwärme

Veolia stärkt in Deutschland das Fernwärmegeschäft und kündigt mit „Ecothermal Grid“ ein neues Angebot an. Europaweit wächst das Wärmenetzgeschäft trotz Energiepreiseffekten.
Die die französische Veolia Gruppe richtet ihr Energiegeschäft in Deutschland stärker auf Fernwärme und den Umbau bestehender Netze aus. Mit dem neuen Angebot „Ecothermal Grid“ adressiert das Unternehmen die Dekarbonisierung kommunaler Wärmesysteme sowie den Aufbau neuer Infrastrukturen. 

„Vor dem Hintergrund der wachsenden energiepolitischen Herausforderungen für Städte aufgrund der Energiekrise 2022 und der raschen Urbanisierung sowie im Einklang mit dem strategischen Programm Green Up bekräftigen wir unser Ziel, bis 2030 eine führende Rolle im Bereich Fernwärme in Europa einzunehmen“, erklärte dazu Estelle Brachlianoff, CEO von Veolia. Das neue Angebot soll bis 2030 zusätzliche Umsätze von 350 Millionen Euro generieren.

Deutschland im Kontext eines wachsenden Wärmemarktes

Der Markt für städtische Wärmeversorgung erreichte 2023 europaweit ein Volumen von rund 60 Milliarden Euro über die gesamte Veolia Gruppe hinweg. Bis 2030 soll er auf 80 Milliarden Euro wachsen. Veolia betreibt nach eigenen Angaben europaweit bis zu 500 Wärmenetze und versorgt rund sieben Millionen Kunden. Der durchschnittliche Anlagenwirkungsgrad liegt bei 88 Prozent. Zwischen 2021 und 2024 reduzierte das Unternehmen damit rund zwei Millionen Tonnen CO2.

Mit dem neuen Strategie „Ecothermal Grid“ will der Multi-Konzern seine Kompetenzen aus Abfall-, Wasser- und Energiedienstleistungen bündeln. Ziel ist die Integration lokaler Energiequellen, etwa Abwärme, Geothermie oder Energie aus Abfallbehandlung, in bestehende und neue Netze. Digitale Anwendungen und KI sollen Betrieb und Laststeuerung optimieren.

Europäisches Geschäft stabil trotz Energiepreiseffekt

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Veolia insgesamt einen Umsatz von rund 44 Milliarden Euro, 19,21 Milliarden Euro wurden davon in Europa erwirtschaftet. 

In Zentral- und Osteuropa, einem Schwerpunktmarkt für Fernwärme, erreichte der Umsatz knapp 11 Milliarden Euro. Organisch ergab sich ein Rückgang von 1,6 Prozent; bereinigt um Energiepreise wuchs das Geschäft um 3,5 Prozent.

In Nordeuropa belief sich der Umsatz auf 4,27 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 0,9 Prozent. Niedrigere Strompreise und Wartungsstillstände von Waste-to-Energy-Anlagen belasteten einzelne Märkte, insbesondere das Vereinigte Königreich.

In Iberien lag der Umsatz bei 2,987 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 4,9 Prozent. Das Ebitda wuchs um 12 Prozent. Italien erzielte 978 Millionen Euro Umsatz, ein organisches Wachstum von 1,4 Prozent. Das Ebitda legte um 8,8 Prozent zu. Das Energiegeschäft entwickelte sich stabil.

Ergebniskennzahlen und Ausblick

Konzernweit stieg das Ebitda 2025 auf 7,05 Milliarden Euro, ein Plus von 6,3 Prozent. Für 2026 erwartet Veolia ein Ebitda-Wachstum von 5 bis 6 Prozent sowie weiteres Umsatzwachstum ohne Energiepreiseffekte. Die Strategie Green Up sieht eine stärkere Ausrichtung auf technologiegetriebene Aktivitäten und den Umbau der Energieinfrastruktur vor. 

Mit der Fokussierung auf Fernwärme positioniert sich Veolia in einem Marktsegment, das im Zuge der kommunalen Wärmeplanung und der europäischen Klimaziele an Bedeutung gewinnt. Deutschland nimmt dabei als großer Wärmemarkt innerhalb Europas eine Schlüsselrolle ein.

In Polen nahm Veolia eine neue KWK-Anlage in Poznan in Betrieb sowie in Posen zwei neue Gasturbinen im vergangenen Jahr. Weitere europäische Projekte von Veolia, etwa im deutsch-polnischen Grenzgebiet Görlitz/Zgorzelec, nutzen künftig Geothermie und andere Quellen, um Kohle zu ersetzen.

Donnerstag, 26.02.2026, 14:05 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Unternehmen - Veolia setzt auf Wachstum bei Fernwärme
KWK-Anlage in Poznan. Quelle: Veolia
Unternehmen
Veolia setzt auf Wachstum bei Fernwärme
Veolia stärkt in Deutschland das Fernwärmegeschäft und kündigt mit „Ecothermal Grid“ ein neues Angebot an. Europaweit wächst das Wärmenetzgeschäft trotz Energiepreiseffekten.
Die die französische Veolia Gruppe richtet ihr Energiegeschäft in Deutschland stärker auf Fernwärme und den Umbau bestehender Netze aus. Mit dem neuen Angebot „Ecothermal Grid“ adressiert das Unternehmen die Dekarbonisierung kommunaler Wärmesysteme sowie den Aufbau neuer Infrastrukturen. 

„Vor dem Hintergrund der wachsenden energiepolitischen Herausforderungen für Städte aufgrund der Energiekrise 2022 und der raschen Urbanisierung sowie im Einklang mit dem strategischen Programm Green Up bekräftigen wir unser Ziel, bis 2030 eine führende Rolle im Bereich Fernwärme in Europa einzunehmen“, erklärte dazu Estelle Brachlianoff, CEO von Veolia. Das neue Angebot soll bis 2030 zusätzliche Umsätze von 350 Millionen Euro generieren.

Deutschland im Kontext eines wachsenden Wärmemarktes

Der Markt für städtische Wärmeversorgung erreichte 2023 europaweit ein Volumen von rund 60 Milliarden Euro über die gesamte Veolia Gruppe hinweg. Bis 2030 soll er auf 80 Milliarden Euro wachsen. Veolia betreibt nach eigenen Angaben europaweit bis zu 500 Wärmenetze und versorgt rund sieben Millionen Kunden. Der durchschnittliche Anlagenwirkungsgrad liegt bei 88 Prozent. Zwischen 2021 und 2024 reduzierte das Unternehmen damit rund zwei Millionen Tonnen CO2.

Mit dem neuen Strategie „Ecothermal Grid“ will der Multi-Konzern seine Kompetenzen aus Abfall-, Wasser- und Energiedienstleistungen bündeln. Ziel ist die Integration lokaler Energiequellen, etwa Abwärme, Geothermie oder Energie aus Abfallbehandlung, in bestehende und neue Netze. Digitale Anwendungen und KI sollen Betrieb und Laststeuerung optimieren.

Europäisches Geschäft stabil trotz Energiepreiseffekt

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Veolia insgesamt einen Umsatz von rund 44 Milliarden Euro, 19,21 Milliarden Euro wurden davon in Europa erwirtschaftet. 

In Zentral- und Osteuropa, einem Schwerpunktmarkt für Fernwärme, erreichte der Umsatz knapp 11 Milliarden Euro. Organisch ergab sich ein Rückgang von 1,6 Prozent; bereinigt um Energiepreise wuchs das Geschäft um 3,5 Prozent.

In Nordeuropa belief sich der Umsatz auf 4,27 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 0,9 Prozent. Niedrigere Strompreise und Wartungsstillstände von Waste-to-Energy-Anlagen belasteten einzelne Märkte, insbesondere das Vereinigte Königreich.

In Iberien lag der Umsatz bei 2,987 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 4,9 Prozent. Das Ebitda wuchs um 12 Prozent. Italien erzielte 978 Millionen Euro Umsatz, ein organisches Wachstum von 1,4 Prozent. Das Ebitda legte um 8,8 Prozent zu. Das Energiegeschäft entwickelte sich stabil.

Ergebniskennzahlen und Ausblick

Konzernweit stieg das Ebitda 2025 auf 7,05 Milliarden Euro, ein Plus von 6,3 Prozent. Für 2026 erwartet Veolia ein Ebitda-Wachstum von 5 bis 6 Prozent sowie weiteres Umsatzwachstum ohne Energiepreiseffekte. Die Strategie Green Up sieht eine stärkere Ausrichtung auf technologiegetriebene Aktivitäten und den Umbau der Energieinfrastruktur vor. 

Mit der Fokussierung auf Fernwärme positioniert sich Veolia in einem Marktsegment, das im Zuge der kommunalen Wärmeplanung und der europäischen Klimaziele an Bedeutung gewinnt. Deutschland nimmt dabei als großer Wärmemarkt innerhalb Europas eine Schlüsselrolle ein.

In Polen nahm Veolia eine neue KWK-Anlage in Poznan in Betrieb sowie in Posen zwei neue Gasturbinen im vergangenen Jahr. Weitere europäische Projekte von Veolia, etwa im deutsch-polnischen Grenzgebiet Görlitz/Zgorzelec, nutzen künftig Geothermie und andere Quellen, um Kohle zu ersetzen.

Donnerstag, 26.02.2026, 14:05 Uhr
Heidi Roider

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