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VDE FNN und DKE warnen vor einem „Smart Meter Light“. Statt eines zusätzlichen Technologiepfads solle die bestehende Infrastruktur intelligenter Messsysteme konsequent genutzt werden.
Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) und die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) sprechen sich gegen die Einführung eines eigenständigen „Smart Meter Light“ aus. In einem Positionspapier warnen beide Organisationen davor, mit einer zusätzlichen Technologievariante den laufenden Smart-Meter-Rollout zu bremsen.
Hintergrund ist das Anfang Juli vom Koalitionsausschuss beschlossene Reformpaket. Darin haben die Koalitionsparteien vereinbart, insbesondere für Mieter außerhalb des verpflichtenden Smart-Meter-Rollouts ein kostengünstiges Smart Meter Light einzuführen. VDE FNN und DKE unterstützen zwar das Ziel einer Beschleunigung des Rollouts, halten es jedoch für den falschen Weg, Parallelstrukturen zu schaffen.
Nach Einschätzung der beiden Organisationen würde ein zusätzlicher Technologiepfad umfangreiche Arbeiten bei Standardisierung, Normung, Entwicklung, Integration und Betrieb erfordern. Dafür müssten dieselben personellen und technischen Ressourcen eingesetzt werden, die derzeit für den Hochlauf intelligenter Messsysteme benötigt würden. Dies würde den bereits angelaufenen Rollout verlangsamen und den angestrebten Skalierungseffekt verringern.
Nach Angaben von VDE FNN und DKE sind inzwischen nahezu 4
Millionen intelligente Messsysteme installiert. Geräte, Prozesse und IT-Systeme befänden sich mittlerweile im produktiven Masseneinsatz und würden kontinuierlich weiterentwickelt. Zudem gewinne der deutsche Smart-Meter-Ansatz auch auf europäischer Ebene an Bedeutung. So stärkten der Cyber Resilience Act (CRA) und das europäische Zertifizierungsschema EUCC den Ansatz einer zertifizierten und vertrauenswürdigen Smart-Meter-Infrastruktur. In dieser Phase sei regulatorische Stabilität ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Mit 1:n-Architektur lassen sich die Ziele erreichenAls Alternative zu einem „Smart Meter Light“ verweisen die Autoren auf die bereits gesetzlich verankerte sogenannte 1:n-Lösung. Dabei werden in Mehrparteienhäusern mehrere Stromzähler über ein gemeinsames Smart-Meter-Gateway angebunden. Die Kommunikationsinfrastruktur müsse dadurch nur einmal installiert werden; die Kosten könnten auf mehrere Messstellen verteilt werden. Zusätzliche Standards, Schnittstellen oder parallele Marktprozesse seien nicht erforderlich. Die Einbindung weiterer Zähler könne zudem über Wireless M-Bus ohne aufwendige Verkabelung erfolgen.
Nach Auffassung von VDE FNN und DKE erfüllt die bestehende 1:n-Architektur bereits die Ziele, die das Koalitionspapier mit einem „Smart Meter Light“ verfolgt. Sie ermögliche eine kosteneffiziente und cybersichere Einbindung von Endkunden außerhalb des verpflichtenden Rollouts und sei vollständig in die bestehenden Marktprozesse integriert. Gleichzeitig könne sie auch künftige Anforderungen etwa durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Ladeeinrichtungen abdecken.
Für ein „Smart Meter Light“ hatten sich schon vor Monaten vor allem neue Energieanbieter ausgesprochen. So hieß es beispielsweise von Octopus Energy, mit einem einfachen und günstigen Messsystem, das „schlanken Anforderungen“ genüge, könne der Massenmarkt schnell für innovative Tarife erschlossen werden. Die Übermittlung von Zählerdaten in Echtzeit sei das Gebot der Stunde, damit die Tarife zum Fliegen kommen und der Blindflug der Netzbetreiber in der Niederspannung ein Ende habe.
Allerdings hatte es auch wettbewerbliche Messstellenbetreiber gegeben, die sich skeptisch bis ablehnend über einen „Rollout-Light“ geäußert hatten. „Nicht der Zählertyp verursacht die hohen Kosten, sondern die komplizierten Abläufe und notwendigen Systeme. Wir sollten bei der Sicherheit keine Kompromisse machen und uns stattdessen voll auf die Umsetzung konzentrieren“, hatte Markus Meyer von Enpal im Sommer 2025 gesagt.
Die Initiative „Simplify Smart Metering“ hatte in einem Positionspapier klargestellt, dass insbesondere Steuerungsvorgänge über gesicherte Kanäle erfolgen müssen. „Hier sehen wir das Gateway (das Smart Meter Gateway als Teil des intelligenten Messsystems; Anm. d. Red.) als gesetzt an“, schrieben die Autoren. Daher sei ihr Ansatz auch keine Konkurrenz zum intelligenten Messsystem. Ihnen gehe es vielmehr um eine „smarte moderne Messeinrichtung“, also einen intelligenten elektronischen Zähler ohne Smart Meter Gateway. Dadurch könnten dynamische Tarife sowie optionale Einbaufälle wie auch optionale Einbaufälle unterhalb der Verbrauchsschwelle für den Pflichteinbau schneller und einfacher umgesetzt werden.
(fw)
Das
Positionspapier von VDE FNN steht zum Download zur Verfügung.
Dienstag, 14.07.2026, 16:38 Uhr
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