Die Plattform N05-A mit dem Windpark Riffgat im Hintergrund. Quelle: One-Dyas
Erstmals seit 2003 hat Deutschland 2025 mehr statt weniger Erdgas selbst gefördert. Laut Statistik ist dies auf das neue deutsch-niederländische Offshore-Gasfeld N05-A zurückzuführen.
Erstmals seit 22
Jahren ist im vergangenen Jahr mehr Erdgas gefördert worden als im Jahr zuvor. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), das jährlich eine Erdöl- und Erdgas-Upstreamstatistik fürs gesamte Bundesgebiet erstellt, führte die Trendwende nun darauf zurück, dass 2025 zum ersten Mal Gasmengen des neuen Feldes N05-A vor Borkum zu Buche schlugen. Die heimische Erdölförderung ging dagegen weiter zurück, ebenso die Reserven beider Kohlenwasserstoffe.
Laut den Zahlen des LBEG stieg die deutsche Erdgasförderung 2025 auf Jahresbasis um 2
Prozent auf 4,5
Milliarden Kubikmeter. Auf einen Schlag trug das heftig umkämpfte Offshore-Feld N05-A vor Borkum 4
Prozent zu dieser Fördermenge bei, es ist aber bei Weitem nicht das größte der 59 deutschen Gasfelder (siehe Seekarte unten). In Wahrheit ist es ein deutsch-niederländisches Feld, durch das die Seegrenze der beiden Staaten geht. Es speist zunächst ins niederländische Gasnetz ein. Vom Fördervolumen werden aber wegen der Seegrenze circa 35
Prozent Deutschland zugerechnet und über eine neue Grenzkuppelleitung sozusagen reimportiert. Damit findet praktisch die gesamte deutsche Erdgasförderung in Niedersachsen statt (98
Prozent).
Am Gasfeld N05-A sind die privaten Produzenten One-Dyas und Hansa Hydrocarbons sowie die niederländische Staatsholding EBN beteiligt. Es war in den vergangenen Jahren heftig von Umweltschutzverbänden und von der Tourismusinsel Borkum bekämpft worden. Die niedersächsische Regierung war vor dem Ukrainekrieg strikt gegen das Projekt, änderte aber ihre Haltung seither mit Ausnahme des grün geführten Umweltministeriums. Während der Ampelkoalition hatte sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zurückhaltend zu einem Staatsvertrag über das Feld geäußert, nach dem Regierungswechsel zu Schwarz-Rot kam in der Angelegenheit schließlich Fahrt auf.
Gesunken: Ölproduktion und ReservenMangels eines Sonderfaktors wie beim Gas ging der Abwärtstrend in der heimischen Erdölförderung 2025 weiter: Die Produktion ging um 4,2
Prozent auf 1,56
Millionen Tonnen zurück. Sie konzentriert sich auf Schleswig-Holstein − man denke an Mittelplate − und in geringerem Ausmaß auf Niedersachsen und Hamburg. Zusammengenommen vereinigten die drei Länder knapp 89
Prozent der deutschen Erdölproduktion.
Nur zwei Drittel der Entnahmen von Öl und Gas vom vorigen Jahr lassen sich durch neu ausgewiesene Reserven ausgleichen. Die sicheren und die wahrscheinlichen Reserven beider Kohlenwasserstoffe in Deutschland gingen zurück, bei Erdgas um 4,1
Prozent auf 33,3
Milliarden Kubikmeter, bei Erdöl um 2,4
Prozent auf 20,7
Millionen Tonnen.
 |
Die Seekarte der deutschen Erdgas- (rot) und Erdöl- (grün) Erlaubnisfelder in der Nordsee zeigt, wie die Seegrenze zu den Niederlanden durch das Feld N05-A vor Borkum führt (zur Vollansicht auf die Karte klicken) Quelle: LBEG |
Mehr Gasspeicherung möglichDer gut 50-seitige Jahresbericht 2025 des LBEG enthält auch detaillierte Angaben zu den Erdgasspeichern, deren Arbeitsgaskapazität gegenüber 2024 um 0,1
Milliarden auf 22,7
Milliarden Kubikmeter gestiegen ist, und zu den im Wesentlichen gleich gebliebenen Bohraktivitäten. Er ist
wie alle Berichte seit 1997 auf einer Unterseite des LBEG herunterzuladen. (geo)
Montag, 20.07.2026, 15:07 Uhr
© 2026 Energie & Management GmbH