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Enerige & Management > Wärme - Tiefengeothermie als Rückgrat der Wärmewende
Bild: Fotolia.com, Gor Grigoryan
WÄRME:
Tiefengeothermie als Rückgrat der Wärmewende
In ihrem Konzeptpapier „Die Wärmezielscheibe“ beschreibt die Beratungsgesellschaft Rödl & Partner die Chancen und Risiken in Sachen Wärme für die Energiewirtschaft im Jahr 2050.
 
„Die Dekarbonisierung gefährdet das Geschäftsmodell unzähliger Energieversorger“, sagte Benjamin Richter, zuständiger Fachmann für Wärmefragen und Partner bei Rödl & Partner. Gleichwohl: Die Energiewirtschaft habe es aber selbst in der Hand, durch eine „ökonomisch sinnvolle Umsetzung der Wärmewende“ die entsprechenden Chancen zu nutzen. Welche Chancen das sind, werden in dem von Rödl und Partner erarbeiteten Konzeptpapier „Die Wärmezielscheibe“ beschrieben, welches am 21. Mai in einem Webinar der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Bei dem Termin wurde auch die Gründung eines „Netzwerk Wärmewende“ bekannt gegeben.

Doch müssen "die Trends frühzeitig erkannt und die richtigen Weichen gestellt werden“, sagte Richter. Doch was sind die Trends? Im Konzeptpapier Die Wärmezielscheibe geraten in einem ersten Schritt die dicht besiedelten Gebiete in den Fokus, da dort der größte CO2-Ausstoß stattfindet. Empfohlen wird hier ein massiver Ausbau der Fernwärmenetze.

KWK ohne Erdgas

Aber nur durch den Umstieg auf regional verfügbare Energieträger könne das Geschäftsmodell der Energieversorger in dichtbesiedelten Regionen nachhaltig gesichert werden. Ein Mix der Erzeugungstechnologien soll die Wärmeversorgung sicherstellen. Die Wärme soll vor allem aus Tiefengeothermie, industriellen Abwärmequellen und thermischer Reststoffverwertung gewonnen werden.

Aber auch auf das sollten sich die Stadtwerke einstellen: Die Kraft-Wärme-Kopplung wird im Wärmemarkt im Jahr 2050 nur noch bei der Nutzung synthetischer Gase und als Effizienztechnologie eine Rolle spielen. Denn Erdgas als Brennstoff muss zwangsläufig substituiert werden.

 
In dicht besiedelten Gebieten kann schnell auf eine nachhaltige Wärmeversorgung umgeschwenkt werden
Grafik: Rödl & Partner



Die Autoren des Konzeptpapiers sehen auch den großtechnischen Einsatz von Biomasse im Wärmebereich kritisch. Denn das vorhandene Volumen an regionaler Biomasse werde für den Verkehrssektor benötigt. „Der Erhalt des Industriestandortes Deutschland und die Anforderungen der Gesellschaft an die Mobilität benötigen de facto das komplette Angebot an nachhaltig zu gewinnender Biomasse“, heißt es dort. Ein Import von Biomasse sei aus Klimagründen auszuschließen.

Politik muss klar formulierte Ziele vorgeben

In der Wärmezielscheibe werden auch Vorschläge für die Politik formuliert. Denn dieses müsse ein nachhaltiges Anreizsysteme schaffen und klar formulierte Ziele vorgeben. Nur so könne die Politik die Versorger bei der Transformation des Wärmemarktes unterstützen. Richter: „Wir wollen mit unserem Konzeptpapier eine lebendige Diskussion anregen. Denkverbote darf es nicht geben, um die Wärmewende erfolgreich umzusetzen.“

Aber auch das ist klar: Die Wärmestrategie müsse jetzt vorbereitet werden, da die Entscheidungen von heute aufgrund der langen Lebensdauer von Netzen und Erzeugungsanlagen maßgeblich das Ergebnis von morgen beeinflussen.

Rödl und Partner wolle mit dem Konzeptpapier Wärmezielscheibe auch zur Diskussion und zum Informationsaustausch anregen. „Aus diesem Grund haben wir das Netzwerk Wärmewende gegründet“, sagt Katja Rösch, Senior Associate bei Rödl und Partner. Das Netzwerk diene dazu den Informationsaustausch zu ermöglichen, Akteure zu vernetzen und die Wärmewände aktiv mitzugestalten. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das Konzeptpapier Die Wärmezielscheibe    und die Anmeldung zum Netzwerk Wärmewende   sind auf der Internetseite von Rödl und Partner zu finden.
 

Stefan Sagmeister
Chefredakteur
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Mittwoch, 22.05.2019, 16:03 Uhr

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