Quelle: Jonas Rosenberger
Die Stadt Teterow verlängert eine Bürgschaft über 1,6 Millionen Euro für ihre Stadtwerke. Sie soll die Kreditlinie und damit die Energieversorgung sichern.
Die Bergringstadt Teterow in Mecklenburg-Vorpommern übernimmt weiter einen Großteil des Kreditrisikos der Stadtwerke Teterow GmbH. Der kommunale Energieversorger mit Sitz in Teterow, rund 50 Kilometer südöstlich von Rostock, gehört vollständig der Stadt und versorgt Haushalte, Gewerbe und Institutionen mit Strom, Erdgas und Fernwärme.
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gilt die Bürgschaft nun bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Sie beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro und deckt damit 80 Prozent einer bestehenden Kreditlinie von insgesamt 2 Millionen Euro bei der in Rostock ansässigen Ostseesparkasse Rostock ab. Ohne die kommunale Absicherung hätte die Sparkasse die Kreditlinie nach Angaben der Stadt nicht verlängert. Die Zahlungsfähigkeit der Stadtwerke und der Fortbestand des Unternehmens wären dadurch erheblich gefährdet gewesen.
Bei der Bürgschaft handelt es sich, wie die Stadt klar stellt, nicht um eine sofortige Zahlung an die Stadtwerke. Die Stadt übernehme vielmehr das Risiko, im Fall eines Zahlungsausfalls bis zu 1,6 Millionen Euro an die Sparkasse leisten zu müssen. Die als „modifizierte Ausfallbürgschaft“ bezeichnete Sicherheit greift laut der Stadt erst, wenn die Stadtwerke ihren Verpflichtungen tatsächlich nicht mehr nachkommen können und andere Sicherheiten nicht ausreichen. Für die Absicherung zahlen die Stadtwerke eine nach Angaben der Verwaltung marktübliche Bürgschaftsprovision.
Mehrere Belastungen drücken die Liquidität
Den gestiegenen Finanzierungsbedarf führt die Stadtverwaltung zurück auf die Anforderungen der Energiewende und schwankende Energiebeschaffungspreise infolge des Kriegs in der Ukraine. Zusätzlich belasten mehrere konkrete finanzielle Ausfälle die Stadtwerke. Nach Angaben der Stadt konnten Forderungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der benachbarten Stadtwerke Laage nicht mehr beglichen werden. Die Stadtwerke Teterow hielten 25 Prozent der Anteile an dem Unternehmen und führten dessen Geschäfte. Wie hoch der daraus entstandene Verlust ist, teilt die Verwaltung nicht mit.
Zusätzlich belastet nach Angaben der Stadt die defizitäre Glasfasersparte das Unternehmen. Kurzfristig mussten die Stadtwerke zudem rund 700.000 Euro für den Erwerb von CO2-Zertifikaten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) vorfinanzieren. Der Lieferant habe dafür unerwartet Vorkasse verlangt, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Zukunftskonzept soll Finanzlage stabilisieren
Die Stadt versteht die verlängerte Bürgschaft als Übergangslösung, bis eingeleitete Sanierungs- und Konsolidierungsmaßnahmen greifen. Gemeinsam mit der in Frankfurt am Main ansässigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) erarbeiten die Stadtwerke derzeit ein Zukunftskonzept. Eine Bestandsaufnahme sei abgeschlossen, als nächster Schritt folge die strategische Neuausrichtung.
Welche Maßnahmen das Konzept enthalten soll und wann die Stadtwerke wieder ohne kommunale Absicherung auskommen könnten, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Stadt will die wirtschaftliche Stabilität des Versorgers so weit verbessern, dass die Bürgschaft perspektivisch entbehrlich wird.
Die untere Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock hat die Verlängerung genehmigt. Nach Angaben der Stadt bestätigte die Behörde damit, dass die Bürgschaft für die Erfüllung kommunaler Aufgaben erforderlich sei und die finanzielle Leistungsfähigkeit Teterows gewahrt bleibe. (ds)
Dienstag, 14.07.2026, 14:56 Uhr
Davina Spohn
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