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Energie & Management > Unternehmen - Tesa-Werk erhält Wasserstoff-Anschluss
Rundgang im Hamburger Werk von Resa. Quelle: Tesa
Unternehmen

Tesa-Werk erhält Wasserstoff-Anschluss

Die Hansestadt Hamburg hat dem Konzern Tesa eine Förderzusage der Stadt in Höhe von 950.000 Euro übergeben. Der Produktionsstandort wird an das Wasserstoffnetz „HH-WIN“ angeschlossen. 
Umweltsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank hat an Tesa eine Förderzusage der Stadt in Höhe von 950.000 Euro übergeben, teilte das Unternehmen am 30. März mit. Damit wird Tesa Teile seiner Produktionsanlagen auf Wasserstoff umrüsten und den Anschluss an das Wasserstoff-Industrie-Netz realisieren. Die Förderung erfolgt über das Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ (UfR), das durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) betreut wird. 

Die Hamburger Energienetze wollen über das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz „HH-WIN“ bereits ab 2027 die Versorgung des Werks mit dem klimaneutralen Energieträger sicherstellen. „Es ist Ziel dieses Senats, dass Hamburg als führender Wasserstoff-Hub in Europa vorangeht und beweist, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zwei Seiten derselben Medaille sind“, sagte Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank. 

Für den Konzern ist die Anbindung an das H2-Netz ein Schritt hin zu einen planbaren und klimaneutralen Energieversorgung, betonte Tesa-CEO Kourosh Bahrami. Die energieintensive Klebebandproduktion soll künftig auf vier Säulen basieren: grüner Wasserstoff, Elektrifizierung von Prozessdampf mit Wärmespeichern, KI-gestützte Steuerung sowie kontinuierliche Effizienzsteigerung.

Neben dem Anschluss an das H2-Netz plant Tesa an seinem Standort Hamburg, einen wesentlichen Teil des benötigten Prozessdampfes in Zukunft über eine Power-to-Heat mit integriertem Wärmespeicher zu erzeugen (wir berichteten). Das norwegische Unternehmen Energynest soll die 10-MW-Anlage mit einer Speicherkapazität von 40 MWh errichten. Der Spatenstich für die Power-to-Heat-Anlage und den Wärmespeicher ist für Herbst 2026 geplant. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Sommer 2027.
 
Tesa-CTO Ingrid Sebald, Hendrik Hundoegger, General Manager des Hamburger Werks, Senatorin Katharina Fegebank und Peter Wolffram von den Hamburger Energienetzen (von links nach rechts)
Quelle: Tesa

„Wir brauchen Energiesicherheit“, betonte Tesa-CTO Ingrid Sebald. „Das bedeutet weniger Abhängigkeit von Gasimporten und mehr Schutz vor künftig steigenden CO2-Preisen. Mit diesen Investitionen bekräftigen wir unser Bekenntnis zur Zukunftssicherung des Standorts in Hamburg.“ Die Integration von Wasserstoffoptionen in der Energieversorgung sieht der Konzern als künftige Ergänzung zu Strom und Gas.
 
Im Hamburger Tesa-Werk werden Hochleistungs-Klebebänder für die Elektronik-, Automobil-, Druck- und Papierindustrie hergestellt. Trocknungsprozesse und die Rückgewinnung von Lösemitteln erfordern nach Auskunft des Konzerns erhebliche Mengen an Prozesswärme und -dampf, die bislang noch überwiegend fossil erzeugt werden.

Hansestadt Hamburg setzt auf Wasserstoff für Industrie

Aber auch die Hansestadt selbst, setzt auf den Brennstoff Wasserstoff im großen Maßstab: „Hamburg wird einer der ersten großen Industriestandorte werden, an dem bereits 2027 eine großflächige Wasserstoffversorgung bereitsteht“, erklärte Peter Wolffram, Geschäftsführer des Ressorts Unternehmen und Kunde der Hamburger Energienetze. 

Der Aufbau des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes (HH-WIN) erfolgt durch die Hamburger Energienetze. Das Netz soll das Rückgrat für die Dekarbonisierung der lokalen Industrie bilden und 2027 in Betrieb gehen. Mit einer anfänglichen Leitungslänge von 40 Kilometern im Hafengebiet soll HH-WIN eine direkte Verbindung zwischen Erzeugern, Import-Terminals und industriellen Abnehmern wie Tesa herstellen. Bis 2031/32 soll das Netz auf insgesamt 60 Kilometer anwachsen, um weitere Unternehmen anzuschließen.

Aktuell sind rund 18 Kilometer der Trasse fertiggestellt. Das Netz ist Bestandteil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes und über das bundesweite Fernleitungssystem direkt mit den großen Energiezentren im Süden verbunden. Damit soll zudem eine größtmögliche Flexibilität in der Versorgung sichergestellt werden. Hamburger Unternehmen können Wasserstoff von unterschiedlichsten Anbietern beziehen – sei es über Importe via Seeterminal oder aus heimischer Produktion. Ein wichtiger Baustein hierfür ist nach Auskunft der Stadt der Großelektrolyseur (HGHH) am früheren Kraftwerksstandort Moorburg, dessen Bau im Dezember 2025 begonnen hat. 

Mittwoch, 1.04.2026, 13:51 Uhr
Heidi Roider
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Rundgang im Hamburger Werk von Resa. Quelle: Tesa
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Die Hansestadt Hamburg hat dem Konzern Tesa eine Förderzusage der Stadt in Höhe von 950.000 Euro übergeben. Der Produktionsstandort wird an das Wasserstoffnetz „HH-WIN“ angeschlossen. 
Umweltsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank hat an Tesa eine Förderzusage der Stadt in Höhe von 950.000 Euro übergeben, teilte das Unternehmen am 30. März mit. Damit wird Tesa Teile seiner Produktionsanlagen auf Wasserstoff umrüsten und den Anschluss an das Wasserstoff-Industrie-Netz realisieren. Die Förderung erfolgt über das Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ (UfR), das durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) betreut wird. 

Die Hamburger Energienetze wollen über das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz „HH-WIN“ bereits ab 2027 die Versorgung des Werks mit dem klimaneutralen Energieträger sicherstellen. „Es ist Ziel dieses Senats, dass Hamburg als führender Wasserstoff-Hub in Europa vorangeht und beweist, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zwei Seiten derselben Medaille sind“, sagte Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank. 

Für den Konzern ist die Anbindung an das H2-Netz ein Schritt hin zu einen planbaren und klimaneutralen Energieversorgung, betonte Tesa-CEO Kourosh Bahrami. Die energieintensive Klebebandproduktion soll künftig auf vier Säulen basieren: grüner Wasserstoff, Elektrifizierung von Prozessdampf mit Wärmespeichern, KI-gestützte Steuerung sowie kontinuierliche Effizienzsteigerung.

Neben dem Anschluss an das H2-Netz plant Tesa an seinem Standort Hamburg, einen wesentlichen Teil des benötigten Prozessdampfes in Zukunft über eine Power-to-Heat mit integriertem Wärmespeicher zu erzeugen (wir berichteten). Das norwegische Unternehmen Energynest soll die 10-MW-Anlage mit einer Speicherkapazität von 40 MWh errichten. Der Spatenstich für die Power-to-Heat-Anlage und den Wärmespeicher ist für Herbst 2026 geplant. Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Sommer 2027.
 
Tesa-CTO Ingrid Sebald, Hendrik Hundoegger, General Manager des Hamburger Werks, Senatorin Katharina Fegebank und Peter Wolffram von den Hamburger Energienetzen (von links nach rechts)
Quelle: Tesa

„Wir brauchen Energiesicherheit“, betonte Tesa-CTO Ingrid Sebald. „Das bedeutet weniger Abhängigkeit von Gasimporten und mehr Schutz vor künftig steigenden CO2-Preisen. Mit diesen Investitionen bekräftigen wir unser Bekenntnis zur Zukunftssicherung des Standorts in Hamburg.“ Die Integration von Wasserstoffoptionen in der Energieversorgung sieht der Konzern als künftige Ergänzung zu Strom und Gas.
 
Im Hamburger Tesa-Werk werden Hochleistungs-Klebebänder für die Elektronik-, Automobil-, Druck- und Papierindustrie hergestellt. Trocknungsprozesse und die Rückgewinnung von Lösemitteln erfordern nach Auskunft des Konzerns erhebliche Mengen an Prozesswärme und -dampf, die bislang noch überwiegend fossil erzeugt werden.

Hansestadt Hamburg setzt auf Wasserstoff für Industrie

Aber auch die Hansestadt selbst, setzt auf den Brennstoff Wasserstoff im großen Maßstab: „Hamburg wird einer der ersten großen Industriestandorte werden, an dem bereits 2027 eine großflächige Wasserstoffversorgung bereitsteht“, erklärte Peter Wolffram, Geschäftsführer des Ressorts Unternehmen und Kunde der Hamburger Energienetze. 

Der Aufbau des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes (HH-WIN) erfolgt durch die Hamburger Energienetze. Das Netz soll das Rückgrat für die Dekarbonisierung der lokalen Industrie bilden und 2027 in Betrieb gehen. Mit einer anfänglichen Leitungslänge von 40 Kilometern im Hafengebiet soll HH-WIN eine direkte Verbindung zwischen Erzeugern, Import-Terminals und industriellen Abnehmern wie Tesa herstellen. Bis 2031/32 soll das Netz auf insgesamt 60 Kilometer anwachsen, um weitere Unternehmen anzuschließen.

Aktuell sind rund 18 Kilometer der Trasse fertiggestellt. Das Netz ist Bestandteil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes und über das bundesweite Fernleitungssystem direkt mit den großen Energiezentren im Süden verbunden. Damit soll zudem eine größtmögliche Flexibilität in der Versorgung sichergestellt werden. Hamburger Unternehmen können Wasserstoff von unterschiedlichsten Anbietern beziehen – sei es über Importe via Seeterminal oder aus heimischer Produktion. Ein wichtiger Baustein hierfür ist nach Auskunft der Stadt der Großelektrolyseur (HGHH) am früheren Kraftwerksstandort Moorburg, dessen Bau im Dezember 2025 begonnen hat. 

Mittwoch, 1.04.2026, 13:51 Uhr
Heidi Roider

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