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Bild: Fotolia.com, alphaspirit
STUDIEN:
Tennet-Bericht analysiert den Strommarkt
Der Übertragungsnetzbetreiber sieht 2016 sinkende Strom-Großhandelspreise, die Erneuerbaren-Einspeisung sank im Vergleich zum Vorjahr leicht.
 
In seiner jährlichen Marktanalyse "Market Review 2016" hat der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet die aktuelle Entwicklung des nordwesteuropäischen Strommarktes untersucht. Dabei wurde vor allem die Veränderungen in der Erzeugungsstruktur sowie deren Folgen für die Strompreise im Großhandel und die Netzstabilität beleuchtet.

In Deutschland lag der Großhandelspreis für Baseload an der Epex Spot im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 28,96 Euro/MWh. Den Tennet-Angaben nach lag der Preis damit um rund 2,70 Euro unter dem Wert von 2015. Die Großhandelspreise in Zentralwesteuropa rangierten in den ersten acht Monaten 2016 bei durchschnittlich 27,63 Euro/MWh. Gründe dafür waren die niedrigen Preise für Brennstoffe und CO2-Zertifikate sowie die hohe Einspeisung erneuerbarer Energien. Ab September 2016, als mehrere Kernkraftwerke in Frankreich und Belgien ungeplant ausfielen, zog der Großhandelspreis auf durchschnittlich 45,62 Euro/MWh an.

Dabei kam es laut dem Bericht zu einer Zweiteilung der Märkte: Während die Großhandelspreise in Frankreich und Belgien ab September stark auf im Schnitt 54 Euro/MWh anzogen (Durchschnitt erste acht Monate 2016: 28 Euro/MWh), lagen die Großhandelspreise in Deutschland und den Niederlanden in diesem Zeitraum bei durchschnittlich 37 Euro/MWh (Durchschnitt erste acht Monate 2016: 27 Euro/MWh). Hier stiegen die Großhandelspreise aufgrund der Nachfrage in Frankreich und Belgien, die auch durch Deutschland und die Niederlande mitgedeckt wurde.

Mehr Erneuerbaren-Kapazität, weniger Einspeisung

Die Leistung der Erneuerbaren-Anlagen in Deutschland erhöhte sich im abgelaufenen Jahr laut Tennet um 4 000 MW auf knapp 193 000 MW. Trotz der höheren Kapazität lag die Einspeisung aus Sonnen- und Windkraftwerken 2016 etwa 2 Mrd. kWh unter dem Wert von 2015. Den Angaben nach sei 2015 ein "außergewöhnlich windreiches Jahr" gewesen, was zu einer relativ hohen Windstrom-Produktion geführt habe. Dieser Wert wurde 2016 nicht erreicht.

Im Hinblick auf das Redispatch stellte Tennet in dem Bericht fest, dass die Zahl der Eingriffe zur Netzstabilisierung 2016 erstmals seit drei Jahren zurückging. Allerdings bleiben die Redispatch-Maßnahmen weiterhin auf einem hohen Niveau. Laut Tennet stiegen die Redispatch-Mengen bereits in den ersten beiden Monaten 2017 wieder stark an und lagen weit über den Mengen des Vorjahreszeitraums.

Der ausführliche Market Review kann hier   abgerufen werden.
 

Andreas Kögler
Redakteur und CvD von E&M powernews
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Donnerstag, 30.03.2017, 11:33 Uhr

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