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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Stuttgart führt bei Ladepunktdichte
Ladesäulenatlas 2026. Quelle: Einskommafünfgrad
Elektrofahrzeuge

Stuttgart führt bei Ladepunktdichte

Die Zahl öffentlicher Ladepunkte in Deutschland ist binnen eines Jahres um 24 Prozent gestiegen. Eine Auswertung von Einskommafünfgrad zeigt jedoch große regionale Unterschiede.
Deutschland verfügt über mehr als 209.000 öffentliche Ladepunkte. Das geht aus aktuellen Daten der Bundesnetzagentur hervor, die das Hamburger Energieunternehmen Einskommafünfgrad für seinen Ladesäulenatlas 2026 ausgewertet hat. Demnach waren zum 1. September 209.136 öffentliche Ladepunkte registriert, darunter 150.316 Normalladepunkte und 58.820 Schnellladepunkte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Dichte des öffentlichen Ladenetzes um rund 24 Prozent.

Einskommafünfgrad hat für die 107 kreisfreien Städte und 294 Landkreise die Zahl der Ladepunkte je 100 Quadratkilometer berechnet und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr verglichen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Regionen.

Bei den kreisfreien Städten liegt Stuttgart mit großem Abstand vorn. Auf Rang zwei folgt Regensburg mit einem Plus von 19 Prozent. München liegt mit ebenfalls 19 Prozent Wachstum auf dem dritten Platz. Die geringste Ladepunktdichte unter den kreisfreien Städten weist Suhl in Thüringen auf. Dort kommen 53 Ladepunkte auf 100 Quadratkilometer, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. 

Ungleichmäßiger Ausbau

„Der Aufwärtstrend bei den Ladepunkten ist ein positives Signal“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von Einskommafünfgrad. Die Infrastruktur wachse jedoch ungleichmäßig. Während Metropolen bereits eine hohe Dichte aufwiesen, gebe es in kleineren Städten und ländlichen Regionen weiterhin Nachholbedarf.

Auch bei den Landkreisen hat sich die Rangfolge verändert. Der Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen erreichte mit 344 Ladepunkten und einem Wachstum von 40 Prozent den ersten Platz. Der Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg folgt mit 328 Ladepunkten und einem Plus von 19 Prozent. Auf Rang drei liegt der Main-Taunus-Kreis mit 281 Ladepunkten und einem Wachstum von 15 Prozent. Schlusslicht ist wie im Vorjahr der Landkreis Prignitz in Brandenburg mit 3,5 Ladepunkten je 100 Quadratkilometer.

Am unteren Ende des Rankings stehen mehrere ostdeutsche Flächenländer. Thüringen kommt auf 26 Ladepunkte je 100 Quadratkilometer, Sachsen-Anhalt auf 18, Brandenburg auf 17 und Mecklenburg-Vorpommern auf 14. Damit bleibt trotz teilweise hoher prozentualer Zuwächse ein deutliches Ost-West-Gefälle bestehen.

Wallbox lohnt sich

Einskommafünfgrad verweist zugleich auf die Bedeutung des Ladens am eigenen Wohnort. Nach Angaben des Unternehmens kostet das Laden an einer öffentlichen Normalladesäule derzeit durchschnittlich 58 Cent je kWh, an einer Schnellladesäule 62 Cent. Haushaltsstrom koste 2026 im Durchschnitt 37 Cent je kWh. Für Strom aus einer Photovoltaikanlage setzt das Unternehmen rund sechs Cent je kWh an.

„Auf dem Land gibt es deutlich weniger öffentliche Ladepunkte, dafür sind die Bedingungen für eine eigene Wallbox häufig ideal“, sagt Schall. Eine intelligente Steuerung könne das Laden in Zeiten niedriger Strompreise verlagern. Perspektivisch könne sie auch bidirektionales Laden ermöglichen, bei dem Strom aus dem Elektroauto wieder ins Netz eingespeist wird.

Gesetznovelle könnte bidirektionales Laden erschweren

Kritisch sieht Einskommafünfgrad den geplanten Umgang mit der Einspeiseleistung von PV-Anlagen. Nach Angaben des Unternehmens sieht der aktuelle Regierungsentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor, dass Haushalte mit neuen Solaranlagen dauerhaft höchstens 50 Prozent der Anlagenleistung ins Netz einspeisen dürfen. Die Regelung soll laut Unternehmen den gesamten Hausanschluss betreffen und damit auch Batteriespeicher und Elektroautos erfassen.

Schall warnt, dass eine solche Begrenzung das Potenzial von Batteriespeichern und bidirektionalem Laden einschränken könne. Aus Sicht von Einskommafünfgrad sollten Haushalte ihre Erzeugungsanlagen, Speicher und Elektrofahrzeuge möglichst flexibel einsetzen können, um Strombezug und Netznutzung an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.

Der deutsche Ladesäulenatlas 2026 steht im Internet bereit. (sh)

Montag, 5.10.2026, 11:45 Uhr
Susanne Harmsen
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Ladesäulenatlas 2026. Quelle: Einskommafünfgrad
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Stuttgart führt bei Ladepunktdichte
Die Zahl öffentlicher Ladepunkte in Deutschland ist binnen eines Jahres um 24 Prozent gestiegen. Eine Auswertung von Einskommafünfgrad zeigt jedoch große regionale Unterschiede.
Deutschland verfügt über mehr als 209.000 öffentliche Ladepunkte. Das geht aus aktuellen Daten der Bundesnetzagentur hervor, die das Hamburger Energieunternehmen Einskommafünfgrad für seinen Ladesäulenatlas 2026 ausgewertet hat. Demnach waren zum 1. September 209.136 öffentliche Ladepunkte registriert, darunter 150.316 Normalladepunkte und 58.820 Schnellladepunkte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Dichte des öffentlichen Ladenetzes um rund 24 Prozent.

Einskommafünfgrad hat für die 107 kreisfreien Städte und 294 Landkreise die Zahl der Ladepunkte je 100 Quadratkilometer berechnet und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr verglichen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Regionen.

Bei den kreisfreien Städten liegt Stuttgart mit großem Abstand vorn. Auf Rang zwei folgt Regensburg mit einem Plus von 19 Prozent. München liegt mit ebenfalls 19 Prozent Wachstum auf dem dritten Platz. Die geringste Ladepunktdichte unter den kreisfreien Städten weist Suhl in Thüringen auf. Dort kommen 53 Ladepunkte auf 100 Quadratkilometer, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. 

Ungleichmäßiger Ausbau

„Der Aufwärtstrend bei den Ladepunkten ist ein positives Signal“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von Einskommafünfgrad. Die Infrastruktur wachse jedoch ungleichmäßig. Während Metropolen bereits eine hohe Dichte aufwiesen, gebe es in kleineren Städten und ländlichen Regionen weiterhin Nachholbedarf.

Auch bei den Landkreisen hat sich die Rangfolge verändert. Der Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen erreichte mit 344 Ladepunkten und einem Wachstum von 40 Prozent den ersten Platz. Der Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg folgt mit 328 Ladepunkten und einem Plus von 19 Prozent. Auf Rang drei liegt der Main-Taunus-Kreis mit 281 Ladepunkten und einem Wachstum von 15 Prozent. Schlusslicht ist wie im Vorjahr der Landkreis Prignitz in Brandenburg mit 3,5 Ladepunkten je 100 Quadratkilometer.

Am unteren Ende des Rankings stehen mehrere ostdeutsche Flächenländer. Thüringen kommt auf 26 Ladepunkte je 100 Quadratkilometer, Sachsen-Anhalt auf 18, Brandenburg auf 17 und Mecklenburg-Vorpommern auf 14. Damit bleibt trotz teilweise hoher prozentualer Zuwächse ein deutliches Ost-West-Gefälle bestehen.

Wallbox lohnt sich

Einskommafünfgrad verweist zugleich auf die Bedeutung des Ladens am eigenen Wohnort. Nach Angaben des Unternehmens kostet das Laden an einer öffentlichen Normalladesäule derzeit durchschnittlich 58 Cent je kWh, an einer Schnellladesäule 62 Cent. Haushaltsstrom koste 2026 im Durchschnitt 37 Cent je kWh. Für Strom aus einer Photovoltaikanlage setzt das Unternehmen rund sechs Cent je kWh an.

„Auf dem Land gibt es deutlich weniger öffentliche Ladepunkte, dafür sind die Bedingungen für eine eigene Wallbox häufig ideal“, sagt Schall. Eine intelligente Steuerung könne das Laden in Zeiten niedriger Strompreise verlagern. Perspektivisch könne sie auch bidirektionales Laden ermöglichen, bei dem Strom aus dem Elektroauto wieder ins Netz eingespeist wird.

Gesetznovelle könnte bidirektionales Laden erschweren

Kritisch sieht Einskommafünfgrad den geplanten Umgang mit der Einspeiseleistung von PV-Anlagen. Nach Angaben des Unternehmens sieht der aktuelle Regierungsentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor, dass Haushalte mit neuen Solaranlagen dauerhaft höchstens 50 Prozent der Anlagenleistung ins Netz einspeisen dürfen. Die Regelung soll laut Unternehmen den gesamten Hausanschluss betreffen und damit auch Batteriespeicher und Elektroautos erfassen.

Schall warnt, dass eine solche Begrenzung das Potenzial von Batteriespeichern und bidirektionalem Laden einschränken könne. Aus Sicht von Einskommafünfgrad sollten Haushalte ihre Erzeugungsanlagen, Speicher und Elektrofahrzeuge möglichst flexibel einsetzen können, um Strombezug und Netznutzung an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.

Der deutsche Ladesäulenatlas 2026 steht im Internet bereit. (sh)

Montag, 5.10.2026, 11:45 Uhr
Susanne Harmsen

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