Über die Bedeutung von Komfort für die Akzeptanz von Schutzkleidung klärt *Oliver Polanz vom Multitechnik-Dienstleister Spie auf.
Störlichtbögen zählen zu den gefährlichsten Risiken bei Arbeiten an elektrischen Anlagen. Innerhalb von Millisekunden entstehen enorme Hitze, intensive Lichtblitze und Druckwellen, die lebensgefährliche Verletzungen verursachen können.
Gleichzeitig zeigt die Praxis: Schutzkleidung erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie im Arbeitsalltag konsequent getragen wird. Komfort, Ergonomie und Alltagstauglichkeit gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung. Moderne persönliche Schutzausrüstung muss heute weit mehr leisten als reinen Schutz – sie muss den Menschen im Arbeitsalltag unterstützen.
Schutzkleidung muss im Alltag funktionierenBei Spie beschäftigen wir uns täglich mit elektrischen Gefahren. Rund 8.000 Mitarbeitende arbeiten im Bereich Energie – in Rechenzentren, der Tunneltechnik, an Industrieanlagen sowie in Hochspannungs- und Verteilnetzen. Neben mechanischen Risiken stehen dabei vor allem elektrische Gefahren im Fokus.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Leitungsführungen nicht immer korrekt dokumentiert sind. Immer wieder kommt es vor, dass vermeintlich spannungsfreie Leitungen tatsächlich unter Spannung stehen. Deshalb benötigen unsere Mitarbeitenden zuverlässigen mechanischen, elektrischen und Störlichtbogenschutz.
Für mich ist ein hoher Schutzgrad entscheidend. Gleichzeitig muss die Kleidung tragbar bleiben. Frühere Lösungen waren häufig schwer, mehrlagig und ergonomisch eingeschränkt. Gerade an warmen Tagen oder bei Arbeiten in Innenräumen führte das dazu, dass Schutzbekleidung nicht konsequent getragen wurde. Hinzu kommt: Die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung (PSA) steigen kontinuierlich. Wetterextreme, hohe Temperaturen oder wechselnde Einsatzbedingungen verlangen Schutzkleidung, die flexibel einsetzbar ist und Mitarbeitende nicht zusätzlich belastet.
Als wir 2018/2019 erstmals Schutzbekleidung mit der „PYRAD Technologie“ testen konnten, war das ein deutlicher Fortschritt. Die Kleidung war wesentlich leichter und komfortabler – bei gleichbleibendem Schutz. Besonders wichtig war für uns die Kombination aus Störlichtbogenschutz, mechanischem Schutz und Langlebigkeit.
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Schutzkleidung erfüllt ihren Zweck nur dann, wenn sie im Arbeitsalltag konsequent getragen wird Quelle: Spie |
Unsere Mitarbeitenden arbeiten häufig unter anspruchsvollen Bedingungen – in engen Räumen, bei Kletterarbeiten oder an Schaltschränken. Gerade hier zeigt sich der Vorteil leichterer Schutzkleidung.
Ein weiterer Vorteil ist die Vielseitigkeit der Technologie. Die Pyrad-Technologie kann mit „GORE-TEX Membranen“ oder „WINDSTOPPER Produkten“ kombiniert werden und bietet dadurch zusätzlich Schutz vor Wind und Regen – ein wichtiger Faktor für Außeneinsätze unter schwierigen Wetterbedingungen.
Das Feedback unserer Mitarbeitenden zur Pyrad-Technologie ist entsprechend positiv. Besonders geschätzt werden der hohe Schutz, die Bewegungsfreiheit und der Tragekomfort. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und Hinweisen zur richtigen Pflege gab es durchweg positive Rückmeldungen.
Akzeptanz entscheidet über SicherheitUnsere Erfahrungen zeigen klar: Schutzkleidung kann nur schützen, wenn sie tatsächlich getragen wird. Gerade Ingenieure und Techniker verzichten bei hohen Temperaturen oder in Innenräumen mitunter auf vollständige persönliche Schutzausrüstung – mit potenziell lebensgefährlichen Folgen. Deshalb ist Akzeptanz ein zentraler Faktor für Arbeitssicherheit. Je komfortabler und leichter die PSA ist, desto höher ist die Bereitschaft, sie im Arbeitsalltag konsequent zu nutzen.
*Dr. Oliver Polanz, Leiter HSE bei Spie Germany Switzerland AustriaDie Pyrad-Technologie revolutioniert seit 2016 den Markt für Persönliche Schutzbekleidung mit Störlichtbogenschutz (PSAgS). Ihr Wirkprinzip: Unzählige reaktive Punkte auf einer Membran bilden bei starker Hitzeeinwirkung durch eine plötzliche Flamme oder einen Lichtbogen eine stabile Verkohlungsschicht, die den Wärmefluss verhindert. Das Ergebnis: Das Textil bleibt unbeschädigt und schützt selbst bei stärkster Hitze sowohl die darunter getragene Kleidung als auch die Haut vor Verbrennungen.
Die neue Generation der „PYRAD Technologie by GORE-TEX LABS“ ist eine Weiterentwicklung der Pyrad-Technologie mit Störlichtbogenschutz Klasse 2. Sie macht zuverlässigen Schutz so komfortabel wie nie zuvor: Schutzbekleidung mit dieser Technologie ist bis zu 45 Prozent leichter als andere entsprechende PSAgS und damit auch für warme Tage und Innenräume geeignet.
Donnerstag, 16.07.2026, 12:51 Uhr
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