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Enerige & Management > In Eigener Sache - Stadtwerke-Zukunftspreis geht nach Wien
Bild: E&M
IN EIGENER SACHE:
Stadtwerke-Zukunftspreis geht nach Wien
Der Stadtwerke-Zukunftspreis 2020 von Energie & Management und Euroforum geht an die Wiener Linien für ihr Mobilitätsangebot "RemiHub". Die Verleihung fand dieses Mal im Netz statt.
 
Die Freude war trotzdem groß bei den Gewinnern, auch wenn im wahrsten Sinne des Wortes die große Bühne fehlte. Der Stadtwerke-Zukunftspreis 2020 von Energie & Management und Euroforum wurde am 15. Januar online verliehen. Am meisten hatte die Jury das Mobilitätsprojekt "RemiHub" der Wiener Linien überzeugt und dieses mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Insgesamt vier Preise wurde vom Moderatorenteam Ingela Marre von Euroforum, Klaus Stratmann vom Handelsblatt und E&M-Chefredakteur Stefan Sagmeister verteilt. Das Thema lautete: "Mit Partnerschaften zum Erfolg". Gefragt waren vor allem neue Ideen und Innovationen bei Kooperationen. Das Thema kam gut an: Rund 30 Unternehmen schickten ihre Bewerbung an die Jury.

Aber auch online kann man Spektakel machen. Wie bei einer Präsenzveranstaltung gab es auch filmische Einspieler zu den Projekten, hinterlegt mit dramatischer Musik. Nach der Vorstellung der Projekte wurden die ersten drei Unternehmen ausgezeichnet, zudem gab es außer der Reihe noch einen Sonderpreis.

Spektakel geht auch online

Platz 2 ging an die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Zusammen mit den Partnern AVAT Automation GmbH und der IBS Ingenieursgesellschaft haben sie das Projekt "SolarHeatGrid" auf die Beine gestellt. Dabei handelt es sich um Deutschlands größte Solarthermieanlage, die im Mai 2020 fertiggestellt worden ist. Die Anlage spart pro Jahr rund 3.700 Tonnen CO2 eine und stellt eine konsequente Weiterverfolgung der seit 2008 verankerten nachhaltigen Unternehmensstrategie der Stadtwerke dar.

Platz 3 wurde der Thüga AG aus München für den "Kundenfinder" verliehen. Gemeinsam mit dem Unternehmen Geospin hat die Thüga ein maschinelles Lernmodell entwickelt, das als Trainingsgrundlage die Kundendaten aus dem Stadtwerk nutzt. Durch die Verknüpfung von Kundendaten und externen Geodaten zeigen sich zugrundeliegende geografische Muster. Damit wird prognostizierbar, wo potenzielle Neukunden zu finden sind.

Die Jury vergab auch einen Sonderpreis. Es handle sich dabei um eine nicht ganz "klassische Partnerschaft", die aber trotzdem sehr gelungen sei, so die Begründung der Jury. Der Sonderpreis ging an die Stadtwerke München für ihre städtische Plattform "M-Login". Die Idee: eine zentrale Plattform für die vielen Angebote der Stadt München. Über den zentralen Zugang M-Login wird eine Vielzahl von städtischen Angeboten wie für den ÖPNV, Energiedienstleistungen, Bäder oder den Tierpark auf einer Plattform zusammengefasst. Rund 800.000 Münchner nutzen aktuell das Angebot.

Mobilität neu gedacht

Bei seiner Laudatio für den 1. Platz zitierte E&M-Chefredakteur Stefan Sagmeister einen Satz aus der Bewerbung der Wiener Linien Ende 2019 – also noch vor der Coronakrise – mit fast prophetischem Charakter: "Insbesondere Paketsendungen erfahren angesichts des großen Wachstums im Online-Handel gegenwärtig hohe Steigerungsraten, was zu zusätzlichen Herausforderungen führt." Dieser Herausforderung soll mit dem Projekt Remi-Hub entgegnet werden.

Mit Remi-Hub leistet das kommunale Unternehmen aus Österreich in einer Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Start-ups einen innovativen Beitrag zur Mobilitätswende. Die Idee ist dabei, bestehende, zentrale Flächen des öffentlichen Verkehrs wie Straßenbahn-Gebäude, Busgaragen und U-Bahnhöfe ganz oder teilweise für die Lagerung und Verteilung von Gütern zu nutzen.

Diese innerstädtischen Micro-Hubs ermöglichen den Güterumschlag für die Feinverteilung von größere auf kleinere Fahrzeuge. Genutzt werden für diese Verteilung auf der sogenannten letzten Meile zum Kunden unter anderem Lastenräder, E-Transporter oder automatisierte Fahrzeuge.

"Überzeugt hat die Jury dabei, dass hier Mobilität neu gedacht wurde", so Sagmeister. Mehrere Punkte wurden dabei abgedeckt. Neben der Zusammenarbeit (Partnerschaft) von verschiedenen Logistikern führt diese Art der Güterverteilung zu einer Reduzierung von Lärm und CO2 und zugleich zu einer optimalen Nutzung des knappen Flächenangebots in einer Stadt. Ein anderer Aspekt für die Jury war: "Das Projekt Remi-Hub bietet für die Wiener Linien die Möglichkeit, mit der Citylogistik einen neuen Markt zu erschließen."

Bereits zum 11. Mal ist Energie & Management Träger des Preises, der zusammen mit dem Konferenzveranstalter Euroforum vergeben wird. Begonnen unter dem Namen "Stadtwerke-Award" findet der Preis nun eine Fortsetzung unter der Bezeichnung "Stadtwerke-Zukunftspreis". Das Konzept hat sich dabei nicht verändert. Auch in diesem Jahr soll wieder ein Zukunftspreis verliehen werden, und zwar bei der Stadtwerke-Tagung im April.
 

Stefan Sagmeister
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Freitag, 15.01.2021, 18:03 Uhr

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