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Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Stadtwerke München warnen vor "längerfristiger Verschuldung"
Der Chef der Stadtwerke München, Florian Bieberbach, bereitet die Stadt auf schlechte Geschäftszahlen für das Jahr 2014 vor. Weil die Verschuldung steigt, hat er ein Sparprogramm angekündigt.
 
Den Stadtwerken München steht nach den Worten Ihres Chefs Florian Bieberbach eine finanziellen Durststrecke bevor. „Es ist nicht so, dass wir insolvenzgefährdet sind, aber wir stehen vor einer längerfristigen Verschuldung, mit der wir uns nicht wohlfühlen“, wird Bieberbach von der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert. Die Situation sei „eine Herausforderung, weil wir geringere Gewinne erzielen, aber vor weiteren riesigen Investitionen stehen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Unternehmens.

Abschließende Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 liegen noch nicht vor. Doch Bieberbach will mit mehreren Interviews offenbar die Öffentlichkeit und die Stadt als Eigentümer der Stadtwerke auf die schlechten Nachrichten vorbereiten. „Die Verschuldung ist weiter angestiegen. Das Ergebnis ist auch nicht besser geworden“, sagte Bieberbach dem „Münchner Merkur“ mit Blick auf das Geschäftsjahr 2014. Man werde noch zwei oder drei Jahre „eine Durststrecke mit relativ schlechten Ergebnissen durchlaufen“. Das Ergebnis für 2014 ist voraussichtlich schlechter als im Vorjahr, aber noch positiv. Ursache sind vor allem die wegbrechenden Gewinne aus dem Stromverkauf als Folge des Verfalls der Großhandelspreise.

Bieberbachs Kernbotschaft an die städtischen Eigentümer ist, dass die Stadt das Unternehmen entlasten soll. „Bei dem geplanten, starken Ausbau des ÖPNV in München wird es nicht ganz zu vermeiden sein, dass sich auch die Stadt München finanziell engagiert“, so Bieberbach. In den vergangenen Jahren hatten die Stadtwerke meist auch 100 Mio. Euro jährlich an die Stadt überwiesen. Bieberbach würde wohl von der Zahlung dieser Summe in den nächsten Jahren gerne verschont bleiben.

 
Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München: „Die Verschuldung ist weiter angestiegen. Das Ergebnis ist auch nicht besser geworden.“
Bild: E&M


Nach dem Bericht des „Münchner Merkur“ hat Bieberbach aufgrund der schlechten Zahlen seinen Führungskräften ein umfassendes Spar- und Effizienzprogramm verordnet. Gespart werden solle vor allem bei internen Kosten und Zusatzleistungen für Mitarbeiter. Größere Stellenstreichungen soll es nicht geben. Und auch die Energiepreise für die Kunden sollten nicht deutlich steigen, um auch künftig „sehr wettbewerbsfähige Preise“ anbieten zu können. Auch an dem Ziel, bis 2025 so viel Ökostrom mit eigenen Anlagen selbst zu produzieren, wie ganz München verbraucht, soll festgehalten werden. Die SWM sind an Milliarden-Investitionen unter anderem in Offshore-Windparks in Großbritannien und in der deutschen Nordsee beteiligt.

Beim Münchner Stadtkämmerer Ernst Wolowicz stieß der Ruf der Stadtwerke nach finanzieller Entlastung zunächst auf wenig Verständnis. „Bei den Stadtwerken ist von einer Krise nichts zu erkennen. Der Aufsichtsrat ist erst im Dezember mit der Unternehmensplanung befasst worden. Daraus ging hervor, dass wir uns selbst beim Ergebnis nach Steuern im dreistelligen Millionenbereich bewegen“, zitierte der Bayerische Rundfunk Wolowicz. Im Mai werden die Stadtwerke ihre offiziellen Zahlen vorlegen.
 

Timm Krägenow
© 2017 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 05.03.2015, 12:25 Uhr

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