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Die Stadtwerke Gießen haben ihre Planungen übertroffen. Ein Großteil des Ergebnisses soll in den Ausbau der Energieinfrastruktur und der erneuerbaren Erzeugung fließen.
Die Stadtwerke Gießen (SWG) haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 13,9
Millionen Euro abgeschlossen. Wie das kommunale Unternehmen mitteilt, lag das Ergebnis damit über den eigenen Planungen, blieb jedoch leicht unter dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend für das gute Abschneiden sei insbesondere die Entwicklung in den Sparten Strom und Fernwärme gewesen.
Vom Jahresüberschuss wird der kommunale Versorger nach eigenen Angaben 3,4
Millionen Euro als Dividende an die Stadt Gießen ausschütten. Der verbleibende Teil des Gewinns soll vor allem investiert werden. Das Unternehmen nennt dabei insbesondere den Ausbau des Fernwärmenetzes, die Verstärkung des Stromnetzes sowie den weiteren Ausbau erneuerbarer Erzeugungsanlagen.
Als Beispiel für diese Strategie verweisen die SWG auf die kürzlich in Betrieb genommene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage „Power Lahn“. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus drei Wärmepumpen, die dem Flusswasser Energie entziehen, zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) und einer elektrischen Direktheizung (P2H-Modul). Etwa 30
Millionen Euro hat der lokale Versorger sich die innovative Anlage der Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) kosten lassen.
Konzentration auf die Stadt und das UmlandVorstand Andreas Hergaß erklärte, die wirtschaftliche Entwicklung ermögliche es, die Energiewende in Gießen und der Region weiter voranzutreiben. Sein Vorstandskollege Matthias Funk begründete den Schwerpunkt auf regionale Energieprojekte auch mit den veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen. Ziel sei es, die Abhängigkeit von Energieimporten schrittweise zu verringern.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Wright betonte zudem die Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Nach Angaben des Unternehmens beteiligt sich das Stadtwerk bewusst nicht an Offshore-Windparks oder vergleichbaren Großprojekten, sondern konzentriert seine Investitionen auf Vorhaben in Gießen und dem Umland.
Neben den Investitionen wollen die SWG ihre Kapitalbasis weiter stärken. Die Eigenkapitalquote stieg nach Unternehmensangaben zum Jahresende 2025 auf 45,9
Prozent und liegt damit deutlich über dem Branchendurchschnitt. Nach Darstellung des Unternehmens verbessert eine höhere Eigenkapitalquote die Bonität und erleichtert die Aufnahme von Fremdkapital. Dies werde angesichts des hohen Investitionsbedarfs für den weiteren Umbau der Energieversorgung zunehmend wichtiger.
Das Unternehmen verweist darauf, dass trotz bereits umgesetzter Projekte noch umfangreiche Modernisierungen bevorstehen. Ein erheblicher Teil der dafür erforderlichen Investitionen müsse über Kredite finanziert werden. Die gestärkte Eigenkapitalbasis solle hierfür den notwendigen finanziellen Spielraum schaffen.
Auch operativ ziehen die SWG eine positive Bilanz. Nach Angaben des Unternehmens wurden die für 2025 gesetzten Ziele erreicht. Im Wärmegeschäft verzeichneten die Stadtwerke zudem weitere Kundenzuwächse. Matthias Funk wertete dies als Hinweis darauf, dass sich Fernwärme für immer mehr Haushalte als bevorzugte Heizoption etabliere.
(fw)
Die Stadtwerke Gießen in Zahlen| | 2025 | 2024 |
| Jahresüberschuss in Mio. Euro | 11,9 | 17,8 |
| Jahresumsatz in Mio. Euro | 409,9 | 452,7 |
| Investitionen in Mio. Euro | 38,3 | 31,4 |
| Absatz Strom in GWh | 696,5 | 846,4 |
| Absatz Erdgas in GWh | 581,4 | 712,5 |
| Absatz Wärme, Kälte, Dampf in GWh | 458,7 | 434,5 |
| Absatz Wasser in Mio. m3 | 3,8 | 4,0 |
| Fahrleistung im öffentlichen Personennahverkehr in km | 2.730.287 | 2.656.887 |
| Badegäste | 310.364 | 307.052 |
Quelle: Stadtwerke Gießen
Montag, 13.07.2026, 16:48 Uhr
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