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Energie & Management > Strom - Sorgen vor Blackout und KI-Nutzung
Quelle: Pixabay / Rolf
Strom

Sorgen vor Blackout und KI-Nutzung

Laut einer Studie der Beratungsfirma Simon-Kucher zweifeln 11 Prozent der Menschen in Deutschland an einer stabilen Stromversorgung. 58 Prozent der Haushalte betreiben Vorsorge.
Mehr als jede zehnte Person in Deutschland hat trotz bestehender Schutzmaßnahmen Zweifel an der Stabilität der Stromversorgung. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher aus Bonn hervor. Für die Untersuchung befragte das Unternehmen gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio im November 2025 insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland.

Demnach äußerten elf Prozent der Befragten geringes Vertrauen in eine stabile Stromversorgung. Gleichzeitig vertraut mit fast 90 Prozent die große Mehrheit auf die Netzstabilität. Jüngste Ereignisse wie die Blackouts nach Anschlägen in Berlin hätten jedoch zur Verunsicherung beigetragen, erklärt Thomas Haller, globaler Leiter der Practice Chemicals, Energy und Base Materials bei Simon-Kucher.

Rat für Energieversorger

Nach Einschätzung Hallers müssen Energieversorger und Netzbetreiber auf diese Stimmung reagieren. Auch wenn Ängste vor flächendeckenden Stromausfällen aus fachlicher Sicht unbegründet seien, sollten Unternehmen die Bedenken ernst nehmen. Versorger sollten aktiv den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden suchen und transparent kommunizieren, so Haller. Das stärke das Vertrauen von Bestandskunden.

Die hohe Sensibilität zeigt sich laut Studie auch an der Vorsorgebereitschaft. 58 Prozent der Haushalte geben an, sich auf mögliche Notfälle oder Überlastungen vorbereitet zu haben. Besonders Eigentümer investierten in technische Lösungen: 22 Prozent setzen auf Photovoltaik-Anlagen, 19 Prozent auf Generatoren und 15 Prozent auf Heimspeicher.

Doch auch Mieterinnen und Mieter treffen Vorkehrungen. 28 Prozent der Befragten halten geladene Powerbanks oder Akkus bereit, 23 Prozent verfügen über Gaskocher. Michael Kässer, Partner bei Simon-Kucher, sieht darin ein Signal: Der Schutz kritischer Infrastruktur sei stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die ausgeprägte Vorsorgebereitschaft unterstreiche dieses gestiegene Sicherheitsbedürfnis.
 

Künstliche Intelligenz verunsichert Befragte

Neben klassischen Blackout-Szenarien rückt auch der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Stromversorgung in den Blick. Laut Studie haben 21 Prozent der Befragten wenig Vertrauen in KI-Anwendungen zur Steuerung der Stromversorgung. 12 Prozent geben sogar an, ihren Stromvertrag im Falle eines KI-Einsatzes unmittelbar kündigen zu wollen. Malte Trukenmüller, Senior Director bei Simon-Kucher, spricht von einem ausgeprägten Aufklärungsbedarf.

Viele Menschen nähmen KI als Unsicherheitsfaktor wahr. Konstantin Schaller, ebenfalls Partner in der Practice Chemicals, Energy und Base Materials, fordert daher Transparenz: Versorger sollten offenlegen, wofür sie KI einsetzen, welchen Nutzen sie erwarten und wie sie mit Daten umgehen. Vertrauen entstehe, wenn Unternehmen die Funktionsweise nachvollziehbar machten und die Technologie aus der „Blackbox“ holten.

Donnerstag, 12.02.2026, 13:33 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Strom - Sorgen vor Blackout und KI-Nutzung
Quelle: Pixabay / Rolf
Strom
Sorgen vor Blackout und KI-Nutzung
Laut einer Studie der Beratungsfirma Simon-Kucher zweifeln 11 Prozent der Menschen in Deutschland an einer stabilen Stromversorgung. 58 Prozent der Haushalte betreiben Vorsorge.
Mehr als jede zehnte Person in Deutschland hat trotz bestehender Schutzmaßnahmen Zweifel an der Stabilität der Stromversorgung. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher aus Bonn hervor. Für die Untersuchung befragte das Unternehmen gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio im November 2025 insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland.

Demnach äußerten elf Prozent der Befragten geringes Vertrauen in eine stabile Stromversorgung. Gleichzeitig vertraut mit fast 90 Prozent die große Mehrheit auf die Netzstabilität. Jüngste Ereignisse wie die Blackouts nach Anschlägen in Berlin hätten jedoch zur Verunsicherung beigetragen, erklärt Thomas Haller, globaler Leiter der Practice Chemicals, Energy und Base Materials bei Simon-Kucher.

Rat für Energieversorger

Nach Einschätzung Hallers müssen Energieversorger und Netzbetreiber auf diese Stimmung reagieren. Auch wenn Ängste vor flächendeckenden Stromausfällen aus fachlicher Sicht unbegründet seien, sollten Unternehmen die Bedenken ernst nehmen. Versorger sollten aktiv den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden suchen und transparent kommunizieren, so Haller. Das stärke das Vertrauen von Bestandskunden.

Die hohe Sensibilität zeigt sich laut Studie auch an der Vorsorgebereitschaft. 58 Prozent der Haushalte geben an, sich auf mögliche Notfälle oder Überlastungen vorbereitet zu haben. Besonders Eigentümer investierten in technische Lösungen: 22 Prozent setzen auf Photovoltaik-Anlagen, 19 Prozent auf Generatoren und 15 Prozent auf Heimspeicher.

Doch auch Mieterinnen und Mieter treffen Vorkehrungen. 28 Prozent der Befragten halten geladene Powerbanks oder Akkus bereit, 23 Prozent verfügen über Gaskocher. Michael Kässer, Partner bei Simon-Kucher, sieht darin ein Signal: Der Schutz kritischer Infrastruktur sei stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die ausgeprägte Vorsorgebereitschaft unterstreiche dieses gestiegene Sicherheitsbedürfnis.
 

Künstliche Intelligenz verunsichert Befragte

Neben klassischen Blackout-Szenarien rückt auch der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Stromversorgung in den Blick. Laut Studie haben 21 Prozent der Befragten wenig Vertrauen in KI-Anwendungen zur Steuerung der Stromversorgung. 12 Prozent geben sogar an, ihren Stromvertrag im Falle eines KI-Einsatzes unmittelbar kündigen zu wollen. Malte Trukenmüller, Senior Director bei Simon-Kucher, spricht von einem ausgeprägten Aufklärungsbedarf.

Viele Menschen nähmen KI als Unsicherheitsfaktor wahr. Konstantin Schaller, ebenfalls Partner in der Practice Chemicals, Energy und Base Materials, fordert daher Transparenz: Versorger sollten offenlegen, wofür sie KI einsetzen, welchen Nutzen sie erwarten und wie sie mit Daten umgehen. Vertrauen entstehe, wenn Unternehmen die Funktionsweise nachvollziehbar machten und die Technologie aus der „Blackbox“ holten.

Donnerstag, 12.02.2026, 13:33 Uhr
Susanne Harmsen

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