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Energie & Management > Photovoltaik - Solarzubau steigt durch Sondereffekte
Quelle: Jonas Rosenberger
Photovoltaik

Solarzubau steigt durch Sondereffekte

In Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 mehr PV-Leistung installiert worden als ein Jahr zuvor. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft treiben Sondereffekte den Zubau.
Der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 an Tempo gewonnen. Nach vorläufigen Daten der Bundesnetzagentur gingen zwischen Januar und Juni neue Solaranlagen mit einer Leistung von knapp 7.400 MW ans Netz. Das entspricht einem Plus von rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darauf weist der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hin.

Nach Einschätzung des Verbandes beruht der Anstieg jedoch vor allem auf Sondereffekten. Zum einen habe der Krieg zwischen Israel und dem Iran das Interesse vieler Haushalte an einer stärkeren Energieunabhängigkeit erhöht. Zum anderen hätten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung neuer Photovoltaikanlagen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2027 weitgehend auslaufen zu lassen, zahlreiche Investitionen vorgezogen.

Der BSW-Solar rechnet zudem damit, dass die vorläufigen Zahlen noch steigen werden. Nachmeldungen an das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur hätten in den vergangenen Jahren regelmäßig zu höheren Werten geführt. Der Verband hält deshalb einen Zubau von bis zu 8.300 MW im ersten Halbjahr für möglich.

Dynamik genügt nicht für Klimaziele

Nach Angaben des BSW-Solar sind inzwischen mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 125.000 MW in Deutschland in Betrieb. Gemeinsam mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern deckten sie mittlerweile etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Bis 2030 soll die installierte Photovoltaikleistung nach den gesetzlichen Ausbauzielen auf 215.000 MW steigen.

Der Verband sieht das derzeitige Ausbautempo dennoch kritisch. Zwar bewege sich Deutschland aktuell noch auf dem gesetzlich vorgesehenen Ausbaupfad. Laut BSW-Solar reicht die Dynamik jedoch nicht aus, um die Ziele dauerhaft zu erreichen. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig verweist darauf, dass der Strombedarf durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen weiter steigen werde. „Deshalb darf der Ausbau von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern nicht gebremst werden“, mahnte er.

Netzpaket als Bremse

Kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen der Bundesregierung im Zuge der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Nach Einschätzung des BSW-Solar könnten insbesondere der Wegfall der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Photovoltaikanlagen sowie der geplante Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen Investitionen erschweren und den Ausbau verlangsamen.

Davon könnten laut Verband auch Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette betroffen sein. Körnig fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen. Ein stärkerer Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern sei aus klima-, energie- und wirtschaftspolitischer Sicht erforderlich. Planungssicherheit sei wichtiger als kurzfristige Änderungen der Förderbedingungen.

PV liefert über 30 Prozent der Stromerzeugung

Unterdessen zeigt sich auch die wachsende Bedeutung der Solarenergie für die Stromversorgung. Nach einer Analyse der Energie-Denkfabrik Ember lag der Anteil der Solarenergie an der deutschen Stromerzeugung im Mai bei 33 Prozent und im Juni bei 36 Prozent. EU-weit erreichte Solarstrom im Juni einen Anteil von 25 Prozent und war damit erstmals in diesem Jahr die größte einzelne Stromquelle vor Kernenergie und Erdgas.

Laut Ember trugen der starke Ausbau der vergangenen Jahre sowie die hohe Stromnachfrage infolge der Hitzewellen zu dieser Entwicklung bei. Solarenergie habe dazu beigetragen, die Stromversorgung auch unter schwierigen Wetterbedingungen mit wenig Wind sicherzustellen. (sh)

Dienstag, 14.07.2026, 12:14 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Photovoltaik - Solarzubau steigt durch Sondereffekte
Quelle: Jonas Rosenberger
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Solarzubau steigt durch Sondereffekte
In Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 mehr PV-Leistung installiert worden als ein Jahr zuvor. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft treiben Sondereffekte den Zubau.
Der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 an Tempo gewonnen. Nach vorläufigen Daten der Bundesnetzagentur gingen zwischen Januar und Juni neue Solaranlagen mit einer Leistung von knapp 7.400 MW ans Netz. Das entspricht einem Plus von rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darauf weist der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hin.

Nach Einschätzung des Verbandes beruht der Anstieg jedoch vor allem auf Sondereffekten. Zum einen habe der Krieg zwischen Israel und dem Iran das Interesse vieler Haushalte an einer stärkeren Energieunabhängigkeit erhöht. Zum anderen hätten die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung neuer Photovoltaikanlagen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2027 weitgehend auslaufen zu lassen, zahlreiche Investitionen vorgezogen.

Der BSW-Solar rechnet zudem damit, dass die vorläufigen Zahlen noch steigen werden. Nachmeldungen an das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur hätten in den vergangenen Jahren regelmäßig zu höheren Werten geführt. Der Verband hält deshalb einen Zubau von bis zu 8.300 MW im ersten Halbjahr für möglich.

Dynamik genügt nicht für Klimaziele

Nach Angaben des BSW-Solar sind inzwischen mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 125.000 MW in Deutschland in Betrieb. Gemeinsam mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern deckten sie mittlerweile etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Bis 2030 soll die installierte Photovoltaikleistung nach den gesetzlichen Ausbauzielen auf 215.000 MW steigen.

Der Verband sieht das derzeitige Ausbautempo dennoch kritisch. Zwar bewege sich Deutschland aktuell noch auf dem gesetzlich vorgesehenen Ausbaupfad. Laut BSW-Solar reicht die Dynamik jedoch nicht aus, um die Ziele dauerhaft zu erreichen. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig verweist darauf, dass der Strombedarf durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen weiter steigen werde. „Deshalb darf der Ausbau von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern nicht gebremst werden“, mahnte er.

Netzpaket als Bremse

Kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen der Bundesregierung im Zuge der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Nach Einschätzung des BSW-Solar könnten insbesondere der Wegfall der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Photovoltaikanlagen sowie der geplante Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen Investitionen erschweren und den Ausbau verlangsamen.

Davon könnten laut Verband auch Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette betroffen sein. Körnig fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen. Ein stärkerer Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern sei aus klima-, energie- und wirtschaftspolitischer Sicht erforderlich. Planungssicherheit sei wichtiger als kurzfristige Änderungen der Förderbedingungen.

PV liefert über 30 Prozent der Stromerzeugung

Unterdessen zeigt sich auch die wachsende Bedeutung der Solarenergie für die Stromversorgung. Nach einer Analyse der Energie-Denkfabrik Ember lag der Anteil der Solarenergie an der deutschen Stromerzeugung im Mai bei 33 Prozent und im Juni bei 36 Prozent. EU-weit erreichte Solarstrom im Juni einen Anteil von 25 Prozent und war damit erstmals in diesem Jahr die größte einzelne Stromquelle vor Kernenergie und Erdgas.

Laut Ember trugen der starke Ausbau der vergangenen Jahre sowie die hohe Stromnachfrage infolge der Hitzewellen zu dieser Entwicklung bei. Solarenergie habe dazu beigetragen, die Stromversorgung auch unter schwierigen Wetterbedingungen mit wenig Wind sicherzustellen. (sh)

Dienstag, 14.07.2026, 12:14 Uhr
Susanne Harmsen

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