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Enerige & Management > Smart Meter - Skalierung und Digitalisierung im Fokus
Quelle: EVM/Sascha Ditscher
SMART METER:
Skalierung und Digitalisierung im Fokus
Der Smart Meter Rollout ist angelaufen. Aber noch lange nicht richtig auf Touren gekommen. Das wurde in den Diskussionen bei den ZVEI Metering Days deutlich.
 
Alle vier Smart-Meter-Gateway-Hersteller, deren Geräte derzeit zur Installation zur Verfügung stehen, waren auf dem Podium der Metering Days vertreten. Trotz anhaltender Corona-Pandemie steige die Nachfrage nach den Geräten, hieß es übereinstimmend.

Raik Handsche berichtete von einer wachsenden Zahl an Bestellungen. Nach Jahren des Vorlaufs würden nun auch signifikante Stückzahlen ins Feld kommen, so der Key Account Manager von Sagemcom. Allerdings sei man noch weit von 1,5 Mio. Einheiten pro Jahr entfernt, gab Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender von PPC, zu bedenken. Diese Zahl wäre im Schnitt notwendig, um die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) als Mengengerüst angenommenen 15 Mio. Pflichteinbaufälle bis 2030 zu stemmen. Handsche geht davon aus, dass der Wert zu gering angesetzt ist, wenn die E-Mobilität tatsächlich schnell hochläuft und die Wärmepumpe die ihr zugedachte Rolle in der Wärmewende ausfüllen wird. Im Moment liege die Zahl der Installationen zwischen 150.000 und 200.000 Geräten jährlich. „Deshalb müssen wir skalieren und die Prozesse weitgehend digitalisieren“, so Schönbergs Schlussfolgerung.

BSI wird technischen Rollout-Plan vorlegen

Ruwen Konzelmann sprach für die Theben AG von einem optimistischen Blick in die Zukunft. Nachdem die Branche bisher auf ein bewegliches Ziel zugelaufen sei, herrsche jetzt mehr Klarheit und Sicherheit. Das Hochskalieren des Produktionsvolumens sieht der Leiter der Geschäftseinheit Smart Energy nicht als Problem.
  Auch Peter Heuell hat keine Bedenken bezüglich einer Skalierung der Stückzahlen. Der Geschäftsführer von EMH Metering sieht allerdings ein grundsätzliches Problem: „Im Moment ist der Rollout noch nicht so wirtschaftlich, wie er sein sollte“, sagte er und bezeichnete die Situation als „Spaßbremse“. Etwas zu skalieren, was keinen Spaß mache, könne nicht der richtige Weg sein. Deshalb sei es erforderlich, dass alle Beteiligten die Prozesse so gestalten, dass der Rollout wirtschaftlich wird. Dafür sieht er einen Zeithorizont von maximal 24 Monaten, eher nur 12 Monate. Jedes verlorene Jahr erhöhe den Druck auf die Folgejahre, in denen dann mehr eingebaut werden müsse.

Vor diesem Hintergrund mahnte Heuell auch, nicht zu vergessen, warum Mehrwerte auf Basis des intelligenten Messsystems (iMSys) wichtig seien: gerade, weil der Basis-Rollout noch nicht wirtschaftlich sei. „Wenn im Messstellenbetriebsgesetz steht, dass man die höchste Preisobergrenze ansetzen kann, wenn man mehrere Anschlussfälle in einer Wohnung hat, muss man sich damit auseinandersetzen“, erklärte der EMH-Chef.

Stufenmodell 2.1 noch in dieser Woche

Zu den Rahmenbedingungen des Rollout will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch in dieser Woche das Stufenmodell in der Version 2.1 veröffentlichen. Dies teilte Dennis Laupichler, Leiter des Referats Cyber-Sicherheit für die Digitalisierung der Energiewirtschaft beim BSI, mit. Das „Stufenmodell zur Weiterentwicklung der Standards für die Digitalisierung der Energiewende“ wird in fünf Teildokumenten beschrieben. Auf der Stufe 3, die es jetzt umzusetzen gilt, geht es um die Priorisierung von Funktionen der Gateways, etwa die Themen „Fernsteuerung von Anlagen“, „Weiterentwicklung Metering“, „Wan(Wide-Area-Network)-Anbindung von Anlagen“, „Submetering“ und „Anbindung von Ladeinfrastruktur“.

Im November wird das BSI dann laut Laupichler einen technischen Rollout-Plan vorlegen und nochmals darlegen, welche Schritte aus Sicht der Behörde notwendig sind, um das Potenzial an Einbaufällen, das den einzelnen Einbaugruppen zugeordnet ist, auch zu erreichen. Ende Januar 2022 werde dann eine weitere Marktanalyse folgen.
 
 
 
 
 

Fritz Wilhelm
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Mittwoch, 29.09.2021, 17:01 Uhr

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