• Strom: Fast-Ausfall der Windkraft
  • Gas: Speicherwetter
  • Höhe der neuen Offshore-Netzumlage steht fest
  • Smartes Quartier wird in Rüsselsheim erprobt
  • Endlich Bewegung bei EEG und KWKG
  • Sinkende EEG-Umlage lenkt Blick auf Stromkosten insgesamt
  • Gasag kündigt Stellenabbau an
  • Eurosolar unterstützt Klage gegen Industrierabatte
  • Mit Abwärme kühlen
  • Wärmepumpen treiben Strompreis nur leicht
Bild: THesIMPLIFY, Fotolia.com
WIRTSCHAFT:
Siemens will Energiesektor im Irak modernisieren
Der Siemens-Konzern hat Verhandlungen mit der irakischen Regierung über ein Milliardenprojekt für den Energiesektor des Landes bestätigt.
 
„Mit unserem Vorschlag beabsichtigen wir, innerhalb von vier Jahren elf Gigawatt Stromerzeugungskapazität zusätzlich zu schaffen“, sagte ein Sprecher des Technologiekonzerns der Presseagentur dpa. Siemens-CEO Joe Kaeser führt die Verhandlungen persönlich: „Premierminister Al-Abadi und ich hatten ein sehr konstruktives Treffen, um die von Siemens erarbeitete Roadmap für eine bessere Zukunft des irakischen Volkes zu diskutieren“, wurde Kaeser in einer Mitteilung des Konzerns zitiert. Der Abschluss eines umfassenden Vertrags mit Siemens könnte nach Medienberichten einen Umfang im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich haben. Nach Medienberichten ringt Siemens mit seinem Dauerkonkurrenten GE um den Auftrag.

Im Zuge der Gespräche kündigte Kaeser unter anderem an, dass Siemens dem Irak eine hochmoderne Smart Health Klinik spenden und den Universitäten des Landes Software im Wert von 60 Mio. US-Dollar (51,1 Mio. Euro) zur Verfügung stellen werde. Darüber hinaus will Siemens im Rahmen einer Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit Berufsausbildung in dem Land anbieten, beginnend mit 1000 jungen Irakern.

Grundlage der Verhandlungen ist offenbar eine umfassende Studie für den Wiederaufbau in dem Land, die in den vergangenen zwölf Monaten erarbeitet wurde. Sie adressiert acht Themenkomplexe für eine Zusammenarbeit von Siemens und dem Irak: Die Reduzierung von Energieverlusten, die Einführung von Smart Grids, die Stärkung des Übertragungsnetzes, die Modernisierung existierender Kraftwerke, den Aufbau von Energieerzeugung in schwach entwickelten Regionen, eine stärkere Anbindung des Irak an die Golfregion, eine optimierte Nutzung irakischer Bodenschätze und die Ausbildung von Irakern. 

Der Plan sieht einen Ausbau der Energieerzeugung im Irak auf bis zu 16 GW bis 2025 vor. Dabei sollen schnelle Projekte, die innerhalb von drei Monaten zu realisieren sind, durch mittelfristige Vorhaben (10 bis 24 Monate) und langfristige Entwicklungen ergänzt werden. Ein Kernvorhaben ist demzufolge, bei der Ölproduktion anfallendes Fackelgas zum Betrieb von Kraftwerken nutzbar zu machen. Laut der Siemens-Roadmap ließen sich dadurch innerhalb von vier Jahren mehr als 5 Mrd. US-Dollar (4,3 Mrd. Euro) einsparen. 

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums war zeitgleich mit Kaeser auch der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) zu Gesprächen mit Staatschef Al-Abadi in Bagdad. Auf dem Programm standen auch Treffen mit im Irak tätigen Unternehmen, hieß es in einer Mitteilung. „Unternehmen wie Siemens verfügen über langjährige Kontakte und Erfahrungen in der Region. Mit lokaler Wertschöpfung und der Qualifizierung einheimischer Mitarbeiter können sie eine langfristige Perspektive geben“, wird Bareiß zitiert. 

Tatsächlich ist Siemens im Irak schon seit Jahren sehr aktiv. Ende 2017 etwa wurde der Konzern beauftragt, sieben Generatorblöcke in vier Kraftwerken zu modernisieren, um deren Kapazität von 600 auf mehr als 1 000 MW zu erhöhen.

 
 

Peter Koller
Redakteur
+49 (0) 81 52 / 93 11-21
eMail
facebook
© 2018 Energie & Management GmbH
Montag, 24.09.2018, 16:26 Uhr

Mehr zum Thema