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SMART METER:
Selbst machen oder zukaufen?
Eine Studie der Beratungsgesellschaft LBD will zeigen, welche Leistungen Messstellenbetreiber unterschiedlicher Größe wirtschaftlich erbringen können.
 
Wer in diesem Jahr die E-world in Essen besucht hat, konnte dem Thema fast nicht entkommen: Smart Metering. Dienstleister bringen sich in Position, um Messstellenbetreibern bei diesem an IT-Anforderungen so reichen und an Erlösspielraum so begrenzten Geschäft unter die Arme zu greifen. Derweil basteln Vertriebsspezialisten am Zusatznutzen, den sie den Kunden auf Grundlage der vorhandenen Datenbasis bieten können.

Ob ein Verteilnetzbetreiber die ihm vom Gesetzgeber grundsätzlich zugedachte Rolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers auch vollständig ausfüllen kann, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Die LBD-Studie, die von EnBW, Eltel Networks Oy und EVB Billing & Services in Auftrag gegeben wurde, will diese strukturieren und den jeweiligen Unternehmen Orientierungshilfe und Handlungsempfehlungen geben. So formuliert es das Autoren-Team um Andreas Gnilka, Geschäftsführer von LBD.

Für Netzbetreiber mit weniger als 30 000 Zählpunkten empfehlen sie eine Full-Service-Leistungsvergabe. Das heißt, der Messstellenbetreiber gibt seine Grundzuständigkeit zwar nicht ab, überträgt seine Aufgaben jedoch einem Dienstleister. Lediglich nicht skalierbare Leistungen, etwa das Projekt- und Prozessmanagement für den Rollout oder die Messwertverarbeitung – ab einer Größenordnung von 10 000 Zählpunkten – könnten beim Netzbetreiber bleiben.

Unternehmen mit mehr als 30 000, aber weniger als 70 000 Zählpunkten könnten darüber hinaus noch den technischen Betrieb der modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsysteme übernehmen oder auch den sogenannten Fieldservice (ab 58 000 Zählpunkten). Ab einer Menge von 62 000 Zählpunkten könne sich sogar noch die Beschaffung der modernen Messeinrichtungen, also der „einfachen“ Zähler für die Haushaltskunden, in Eigenleistung rechnen.

Noch größere Netzbetreiber (ab 185 000 Zählpunkten) sind nach Einschätzung der Autoren in der Lage, auch die Beschaffung der intelligenten Messsysteme und den Messwerteempfang aus dem Gateway (ab 300 000 Zählpunkten) wirtschaftlich selbst zu übernehmen.

Wer mehr als 1 Mio. Zählpunkte aufweist, kann Skaleneffekte in einem Umfang nutzbar machen, dass generell alle Leistungen im intelligenten Messwesen wirtschaftlich umsetzbar sind, einschließlich Gateway-Administration und Mehrwertdienste. Was sie letztlich machen selbst machen und welche Aufgaben sie eventuell doch an Dritte vergeben, entscheiden diese Unternehmen vor allem aus strategischen Überlegungen heraus.

Die Autoren weisen darauf hin, dass vor allem in den Leistungen mit hoher IT-Durchdringung sich Skaleneffekte stark bemerkbar machen. Dagegen identifizieren sie auch eine Reihe von Leistungen, die nicht von Skaleneffekten abhängig sind. Für deren Effizienz sind eher Kompetenzen und Ressourcen im Unternehmen sowie eine entsprechende Kostenstruktur verantwortlich.

Ebenfalls nur wenig von Skaleneffekten sei der sogenannte Field Service abhängig, also die Leistungen von der Konzeption des Rollout und Inventarisierung über Feldtests bis zur Arbeitseinsatzsteuerung und der Montage beim Kunden. Nur bei kleineren Netzbetreibern (unter 60 000 Zählpunkten) sei ein klarer Vorteil für die Buy-Strategie auszumachen. Allerdings hätten auch große Netzbetreiber häufig nicht die personellen Ressourcen, um den Pflicht-Rollout alleine zu bewältigen.

Eine Zusammenfassung der Studie ist hier   verfügbar.
 

Fritz Wilhelm
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Donnerstag, 09.02.2017, 17:11 Uhr

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