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Enerige & Management > Klimaschutz - Schulze legt Aktionsprogramm für Power-to-X vor
Bild: malp / Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Schulze legt Aktionsprogramm für Power-to-X vor
Das Bundesumweltministerium (BMU) sieht in PtX einen wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr. Ein Aktionsprogramm soll die Technologie voranbringen.
 
Das von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vorgelegte Aktionsprogramm des BMU für den Einsatz von strombasierten Brennstoffen (Power-to-X/PtX) enthält vier Elemente: Vernetzung, Modellprojekte, PtX-Kompetenzzentrum und internationales Sekretariat.

Um Austausch und Vernetzung zum Thema PtX voranzubringen, will das BMU einen Stakeholder-Dialog initiieren, an dem Akteure aus Forschung, Wirtschaft, Arbeitnehmervertretungen, Umweltverbänden, Zivilgesellschaft und Politik teilnehmen sollen. Ab Herbst 2019 soll es dafür eine Veranstaltungsreihe zu verschiedenen Aspekten des Themas geben.

Unter anderem soll es dabei laut den Angaben um den Forschungs- und Entwicklungsstand von PtX, das Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzpotenzial und die Schaffung verschiedenster PtX-Märkte gehen. Weitere Themen sind mögliche Einsatzmöglichkeiten im Verkehr, inklusive des Luft- und nationalen wie internationalen Schiffsverkehrs, wie auch die Bedeutung von PtX für eine Dekarbonisierung der prozessbedingten Emissionen in der energieintensiven Industrie.

Fachlicher Austausch und Bündelung in der Lausitz

Eine Fachtagung im November 2019 in Berlin mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft wird sich unter anderem den politischen Rahmenbedingungen und den Forschungsbedarfen widmen.
Das BMU fördert bereits im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) verschiedene PtX-Modellvorhaben. Dabei werden in Brasilien (Projekt läuft von 2017 bis 2022) und der Mena (Middle East and North Africa)-Region (geplant ab 2019/2020 in Marokko) in den kommenden Jahren unter anderem Machbarkeitsstudien und der Bau sowie Betrieb von PtX-Anlagen zur Erprobung der nachhaltigen und großtechnischen Produktion und Nutzung von PtX unterstützt.

In der Energieregion Lausitz wie auch in anderen Energieregionen der Zukunft werde die Erforschung und Entwicklung klimaneutraler alternativer Brenn- und Kraftstoffe ein Bestandteil des mit dem Kohleausstieg verbundenen Transformationsprozesses im Energiebereich sein, so das BMU. Unter dem Dach eines PtX-Kompetenzzentrums in der Lausitz will das Ministerium die fachlichen Diskurse über Nachhaltigkeitsanforderungen an Produktion und Einsatz von PtX wie auch die klimapolitisch optimalen Einsatzmöglichkeiten national bündeln und vorantreiben. Am geplanten Sitz des BMU-Kompetenzzentrum im Land Brandenburg soll auch eine Demonstrationsanlage für PtX errichtet und betrieben werden.

Internationale Kooperation für PtX

Zudem will das Ministerium Ende 2019/Anfang 2020 in Berlin ein international ausgerichtetes PtX-Sekretariat gründen und hat dazu die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit der Durchführung beauftragt. Damit sollen die internationalen PtX-Aktivitäten verzahnt und ausgebaut werden. „Ziel des Sekretariats ist es, die Klimaschutzpotenziale von PtX darzustellen, ein internationales PtX-Netzwerk zu etablieren, die Nachhaltigkeitskriterien weiter zu entwickeln, das Wissen über PtX-Potenziale in verschiedenen Einsatzbereichen zu vergrößern“, heißt es dazu.

Als zentrale Fragen für die PtX-Entwicklung und -nutzung sollen dabei unter anderem Energieeffizienz und Ressourcen, Lernkurven und Mengenverfügbarkeit behandelt werden. Das Sekretariat soll sich auch mit dem Zeitrahmen zur Herstellung marktreifer Produkte, Wertschöpfungsketten und Finanzierungskonzepten beschäftigen. Potenzielle nationale und internationale Kooperationspartner sollen identifiziert werden.

 „Power-to-X wird in Zukunft national und international einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn auf dem Weg in eine klimaneutrale Weltwirtschaft wird es nicht reichen, nur die Stromerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen“, betont Umweltministerin Schulze.

In der Stahl-, Zement- oder Chemieindustrie würden strombasierte Brennstoffe zu einem wichtigen Ersatz für fossile Energien werden. Für den Klimaschutz sei es dabei zwingende Voraussetzung, dass diese Brennstoffe aus erneuerbarem Strom hergestellt werden. „Das Bundesumweltministerium wird sich für den Know-How-Transfer in diesem wichtigen Feld einsetzen und Unternehmen bei der Entwicklung der Technologie unterstützen“, so Schulze.
 
Das BMU-Aktionsprogramm PtX   ist auf der Website des Ministeriums abrufbar.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Mittwoch, 10.07.2019, 14:16 Uhr

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