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Bild: wellphoto / Fotolia
INTERVIEW:
Sagen Sie mal: Sven Wunderlich
In der Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
 
Herr Wunderlich, Sie als Blockchain-Initiative des Edna-Bundesverbandes Energiemarkt & Kommunikation sagen, dass die Blockchain-Technologie nicht grundsätzlich für jeden möglichen Anwendungsfall Vorteile gegenüber bestehenden Technologien bietet. Wieso?
Die technologische Entwicklung und damit auch die Digitalisierung verläuft rasant und unaufhaltsam. Gerade deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, die Blockchain sachlich zu bewerten. Um als Blockchain-Begeisterte die Verbreitung dieser Technologie in der Energiewirtschaft zu fördern, wollen wir die Mehrwerte, aber auch die Grenzen aufzeigen. IT-Technologien werden in Unternehmen eingesetzt, um Prozessabläufe zu unterstützen. Diese Prozessabläufe sollten sich dabei in erster Linie an der Wertschöpfung des Unternehmens orientieren, bei der am Ende ja der Kunde im Mittelpunkt steht.

Die Verwendung von neuen IT-Technologien wie Blockchain trägt zur grundlegenden digitalen Neuausrichtung von Unternehmen bei. Die Herausforderung liegt darin, die geeignete Technologie mit den passenden Eigenschaften für den jeweiligen Anwendungsfall zu finden. Blockchain kann eine dieser Technologien sein. Dieser Grundgedanke hat uns zum Entscheidungsbaum bewegt und ist zugleich auch ein Beitrag zum strategischen IT-Management.
 
Sven Wunderlich ist seit Juli 2016 bei Arvato Systems im Bereich Strategy Consulting tätig. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker startete seine berufliche Karriere im IT-Management der Stadtwerke Solingen, später wechselte er zum Energievertrieb von MVV Energie und hat berufsbegleitend seinen Master of Science im Prozessmanagement absolviert. Er leitet das Team Markt der Blockchain-Initiative Energie
Bild: Arvato Systems

Die Blockchain-Initiative Energie (BCI-E) hat einen ‚Entscheidungsbaum‘ entwickelt, mit dem der Nutzen des Einsatzes der Technologie überprüft werden kann. Welche Motivation steckt dahinter?
Gerade wenn eine neuartige Technologie zentrale Strukturen durch dezentrale Systeme in einer Branche ersetzen kann, brauchen deren Akteure passende Bewertungsmethoden. Im besten Fall ein Werkzeug, das schnell einsatzfähig und mit wenig Aufwand zu bedienen ist. Wir wollten mit dem Entscheidungsbaum genau das entwickeln: ein effizientes Werkzeug, mit dem anhand einer konkreten Problemstellung eine Entscheidung über den Einsatz von Blockchain möglich ist. Denn nur dann können sich Unternehmen die faszinierenden Möglichkeiten, die die Blockchain bietet, selbst erschließen und neue Wege einer kundenorientierten Wertschöpfung entdecken.

Die Idee zum Entscheidungsbaum wurde bereits beim zweiten Treffen unserer BCI-E-Mitglieder geboren. Dort haben wir Themen für unsere Initiative gesammelt und diese dann einzelnen Arbeitsteams zugeordnet. Unser Team ‚Markt‘ hat die Entwicklung eines Entscheidungsbaums als eines der wichtigsten Projekte bewertet – und ihn dann in iterativer Arbeitsweise entworfen und immer weiter verfeinert. Bereits nach wenigen Wochen konnten wir unseren Entscheidungsbaum in seiner grundlegenden Form vorstellen. Für die darauffolgende Veröffentlichung wurde noch intensiv an einer präzisen Formulierung gearbeitet, denn uns war es sehr wichtig, für ein komplexes, aber auch höchst interessantes Thema eine möglichst einfache Entscheidungshilfe zu bieten.
 
Wie funktioniert der Baum und anhand welcher Kriterien wird eine Entscheidungsempfehlung gegeben?

Für uns war wichtig, auch Anwender ohne technologisches Vorwissen in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Grundlage ist immer ein konkreter Anwendungsfall. Möglichkeiten zur technologischen Ausprägung der Blockchain haben wir bewusst ausgeklammert. Unser Entscheidungsbaum setzt sich daher aus nur fünf Anforderungskriterien zusammen, die sich als einfache Frage mit ja oder nein beantwortet lassen. Es geht um Datennutzung, Datenerzeugung, Vertrauen, Strukturen und Datenvalidierung. Wenn alle fünf abgefragten Kriterien anhand des untersuchten Anwendungsfalls mit Ja beantwortet sind, empfehlen wir, sich mit dem Einsatz der Blockchain-Technologie im Unternehmen detaillierter zu beschäftigen. Wir als Blockchain-Initiative freuen uns dann natürlich umso mehr, je öfter es Anwendungsfälle in der Energiewirtschaft gibt, bei denen ein Ja zur Blockchain herauskommt. Unsere Arbeit trägt dazu hoffentlich ihren Teil bei.
 

Jonas Rosenberger
Redakteur
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Donnerstag, 12.07.2018, 10:29 Uhr

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