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Der Freistaat Sachsen hat unter allen deutschen Bundesländern die schlechteste Bilanz beim Windkraftausbau.
Sachsen bleibt beim Ausbau der Windenergie an Land auch 2025 bundesweit Schlusslicht. Im Freistaat gingen im vergangenen Jahr lediglich 13 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 64,8 MW ans Netz, teilte der Landesverband Sachsen im Bundesverband WindEnergie (BWE) mit. Damit entfielen nur 1,2 Prozent des bundesweiten Zubaus auf Sachsen.
Ein Großteil der neu installierten Leistung resultierte aus Repowering-Vorhaben. 59,1 Prozent des Zubaus waren auf die Erneuerungsmaßnahmen zurückzuführen . Konkret erfolgten acht der 13 Inbetriebnahmen als Repowering und standen für 38,3 MW. „Sachsen baut zwar wieder mehr als im Vorjahr, bleibt aber beim absoluten Ausbau weiterhin im unteren Bereich aller Bundesländer“, so Jörg Heilmann, stellvertretender Vorsitzender des BWE-Landesverbandes Sachsen.
Problematisch ist nach BWE-Angaben auch die Altersstruktur des Anlagenbestands. Mit durchschnittlich 20,8 Jahren weist Sachsen bundesweit das höchste Durchschnittsalter aller Windenergieanlagen auf. Zudem befindet sich der älteste Windpark Deutschlands im Freistaat. Der Anteil ausgeförderter Anlagen ist entsprechend hoch, was den Modernisierungs- und Ersatzbedarf weiter erhöht.
Für Sachsen ergebe sich daraus ein klarer Handlungsbedarf. Die vorhandene Genehmigungsdynamik müsse konsequent in konkrete Projekte überführt werden. Dafür seien verbindliche Flächenausweisungen in den Regionalplänen ebenso notwendig wie ein Netzausbau, der den Anschluss neuer Anlagen tatsächlich ermöglicht. Nur so könne der Freistaat seinen Rückstand beim Windenergieausbau verringern und einen verlässlichen Beitrag zur Stromversorgung von Haushalten und Industrie leisten.
In anderen Bundesländer läuft es besser
Der Blick auf die bundesweite Entwicklung zeigt einen deutlichen Kontrast, so der BWE Sachsen weiter. Deutschlandweit hat sich der Windenergieausbau an Land 2025 nämlich spürbar beschleunigt. Insgesamt wurden 958 neue Anlagen mit 5.232 MW in Betrieb genommen. Nach Abzug der Stilllegungen ergibt sich ein Nettozubau von 4.602 MW. Gleichzeitig erreichte das Genehmigungsvolumen einen neuen Höchstwert.
Auch bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur war die Dynamik hoch. In den stark überzeichneten Runden erhielten 2025 bundesweit 2.348 Windenergieanlagen mit 14.449 MW einen Zuschlag. Der BWE sieht jedoch zunehmende strukturelle Engpässe. Der Verband verweist insbesondere auf Defizite beim Netzzugang. Lange Wartezeiten und begrenzte Anschlusskapazitäten erschwerten die Umsetzung genehmigter Projekte. Aus Sicht des Verbandes erfordert dies einen beschleunigten Ausbau, eine Modernisierung sowie eine stärkere Digitalisierung der Stromnetze.
Bundesweit erzeugte die Windenergie an Land 2025 rund 106,5 Milliarden kWh Strom und deckte damit etwa 24 Prozent der deutschen Stromerzeugung. Sie blieb damit der wichtigste Energieträger im Strommix.
Donnerstag, 29.01.2026, 14:56 Uhr
Stefan Sagmeister
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