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Energie & Management > Gas - RWE-Chef Krebber sagt erstes Gaskraftwerk für 2030 voraus
Führungstreffen am Tag vor der E-world 2026. Quelle: Volker Stephan
Gas

RWE-Chef Krebber sagt erstes Gaskraftwerk für 2030 voraus

Kaum Molltöne beim Vorspiel zur Energie-Leitmesse E-world: Das traditionelle Führungstreffen nutzte RWE-Chef Markus Krebber, um noch für 2030 das erste Gaskraftwerk anzukündigen.
Die Projektentwicklung für die in diesem Jahr auszuschreibenden Gaskraftwerke ist bei RWE weit fortgeschritten. Daher glaubt Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender des Essener Energiekonzerns, bis 2030 auch das erste Kraftwerk ans Netz anschließen zu können.

Das sagte Krebber beim 15. Führungstreffen der Süddeutschen Zeitung am 9. Februar in Essen, das traditionell am Tag vor der Eröffnung der E-world stattfindet. Der RWE-Chef fügte gleichwohl hinzu, dass die Ausschreibungen des Bundes schnell und pragmatisch erfolgen müssten.

Gemeinsam mit Markus Krebber saß auch Peter Rüth auf dem ersten Diskussionspodium „Netz und Commodity: Versorgungssicherheit nach 2030“. Der Finanzchef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion ergänzte, dass das gesetzte Ziel 2030 für den Betrieb der ersten Reservekraftwerke ambitioniert sei. In Belgien seien bis zu fünf Jahre verstrichen. Daher könnte es in Deutschland womöglich Ende 2030 sein oder auch bis ins Jahr 2031 dauern.
 
Amprions CFO Peter Rüth (links) und Markus Krebber (RWE) diskutieren am Vortag der E-world
Quelle: Volker Stephan

Im Gesamtzusammenhang lenkte Rüth den Blick auf den Netzausbau. Im Zubau von Leitungen sah er nur einen Aspekt. Ein anderer sei, Innovationen in die Infrastruktur zu bringen. So arbeite Amprion an neuen Anlagen, um Netze „in Sekundenschnelle“ höher auszulasten, um Engpasssituationen oder Abregelung zu vermeiden. Grundsätzlich verlangte er eine bessere Abstimmung von Kraftwerken, erneuerbaren Energien und Speichern. Wenn die Energiewende besser abgestimmt erfolge, „bauen wir auch weniger Netze“. Das sei im Sinne der Volkswirtschaft.

Einen anderen Schwerpunkt setzte Torben Schuster vom Beratungsunternehmen Capgemini Invent. Er forderte, bei aller Diskussion um zunächst 10.000 MW an Gaskraftwerkskapazität zur Abfederung von Dunkelflauten das Ziel der CO2-Neutralität nicht aus den Augen zu verlieren. Das Klimaziel müsse als „Konstante“, also als Grundkonsens, in Politik und Wirtschaft bestehen bleiben. Andernfalls spiele man extremen Kräften in die Hände.

Daher müsse, so Schuster, der Wasserstoff-Hochlauf weiter parallel zum Aufbau von Reserve-Kraftwerken erfolgen. Für fossile Energieträger überweise Deutschland immer noch Jahr für Jahr 80 Milliarden Euro „weg aus der deutschen Volkswirtschaft“. Das alles zehre am Erfolg der Energiewende – und auch an den Geschäftsmodellen vieler Unternehmen in der Transformation.

Für den H2-Hochlauf sprach sich auch Anne Bendzulla aus. Die Organisationschefin beim brandenburgischen Enertrag mahnte, den Umstieg auf Wasserstoff in Kraftwerken, die „H2-ready“ ausgelegt seien, nicht zu vertändeln. Für Enertrag hielt sie offen, sich mit einer wasserstofffähigen Anlage zu bewerben, wenn es zur Ausschreibung von 2.000 MW Kapazität für technologieoffene Kraftwerke kommen sollte.

Markus Krebber plädierte auch in diesem Punkt für pragmatische Ansätze. Die Regulierung in Deutschland erschwere den H2-Hochlauf, weil „überambitionierte Bürokratie“ zur Herstellung des klimaschonenderen Gases 100 Prozent grünen Strom verlange. Wenn die Politik sich hier flexibler zeige, könnte der Herstellungspreis für H2 um 30 bis 40 Prozent sinken. „Dann hätten wir auch wieder Kunden“, so Krebber. Bei den heutigen Kosten seien „keine Kunden da“.

Angesichts von Diskussionen in einigen Wirtschaftszirkeln der CDU ließen sich Podiumsgäste auch zur Frage der Klimaziele aus. Peter Rüth sah niemanden, der ein Aufweichen bis 2045 wirklich wolle. Markus Krebber ging ins Detail. 95 Prozent der Ziele „kriegen wir hin, mit den letzten fünf Prozent sollten wir ein bisschen relaxter umgehen“, so der RWE-Vorstandschef. Dafür bräuchte es einen Plan und Parteien, die Extrempositionen aufgeben und sich in die Mitte bewegten.

Montag, 9.02.2026, 16:36 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Gas - RWE-Chef Krebber sagt erstes Gaskraftwerk für 2030 voraus
Führungstreffen am Tag vor der E-world 2026. Quelle: Volker Stephan
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RWE-Chef Krebber sagt erstes Gaskraftwerk für 2030 voraus
Kaum Molltöne beim Vorspiel zur Energie-Leitmesse E-world: Das traditionelle Führungstreffen nutzte RWE-Chef Markus Krebber, um noch für 2030 das erste Gaskraftwerk anzukündigen.
Die Projektentwicklung für die in diesem Jahr auszuschreibenden Gaskraftwerke ist bei RWE weit fortgeschritten. Daher glaubt Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender des Essener Energiekonzerns, bis 2030 auch das erste Kraftwerk ans Netz anschließen zu können.

Das sagte Krebber beim 15. Führungstreffen der Süddeutschen Zeitung am 9. Februar in Essen, das traditionell am Tag vor der Eröffnung der E-world stattfindet. Der RWE-Chef fügte gleichwohl hinzu, dass die Ausschreibungen des Bundes schnell und pragmatisch erfolgen müssten.

Gemeinsam mit Markus Krebber saß auch Peter Rüth auf dem ersten Diskussionspodium „Netz und Commodity: Versorgungssicherheit nach 2030“. Der Finanzchef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion ergänzte, dass das gesetzte Ziel 2030 für den Betrieb der ersten Reservekraftwerke ambitioniert sei. In Belgien seien bis zu fünf Jahre verstrichen. Daher könnte es in Deutschland womöglich Ende 2030 sein oder auch bis ins Jahr 2031 dauern.
 
Amprions CFO Peter Rüth (links) und Markus Krebber (RWE) diskutieren am Vortag der E-world
Quelle: Volker Stephan

Im Gesamtzusammenhang lenkte Rüth den Blick auf den Netzausbau. Im Zubau von Leitungen sah er nur einen Aspekt. Ein anderer sei, Innovationen in die Infrastruktur zu bringen. So arbeite Amprion an neuen Anlagen, um Netze „in Sekundenschnelle“ höher auszulasten, um Engpasssituationen oder Abregelung zu vermeiden. Grundsätzlich verlangte er eine bessere Abstimmung von Kraftwerken, erneuerbaren Energien und Speichern. Wenn die Energiewende besser abgestimmt erfolge, „bauen wir auch weniger Netze“. Das sei im Sinne der Volkswirtschaft.

Einen anderen Schwerpunkt setzte Torben Schuster vom Beratungsunternehmen Capgemini Invent. Er forderte, bei aller Diskussion um zunächst 10.000 MW an Gaskraftwerkskapazität zur Abfederung von Dunkelflauten das Ziel der CO2-Neutralität nicht aus den Augen zu verlieren. Das Klimaziel müsse als „Konstante“, also als Grundkonsens, in Politik und Wirtschaft bestehen bleiben. Andernfalls spiele man extremen Kräften in die Hände.

Daher müsse, so Schuster, der Wasserstoff-Hochlauf weiter parallel zum Aufbau von Reserve-Kraftwerken erfolgen. Für fossile Energieträger überweise Deutschland immer noch Jahr für Jahr 80 Milliarden Euro „weg aus der deutschen Volkswirtschaft“. Das alles zehre am Erfolg der Energiewende – und auch an den Geschäftsmodellen vieler Unternehmen in der Transformation.

Für den H2-Hochlauf sprach sich auch Anne Bendzulla aus. Die Organisationschefin beim brandenburgischen Enertrag mahnte, den Umstieg auf Wasserstoff in Kraftwerken, die „H2-ready“ ausgelegt seien, nicht zu vertändeln. Für Enertrag hielt sie offen, sich mit einer wasserstofffähigen Anlage zu bewerben, wenn es zur Ausschreibung von 2.000 MW Kapazität für technologieoffene Kraftwerke kommen sollte.

Markus Krebber plädierte auch in diesem Punkt für pragmatische Ansätze. Die Regulierung in Deutschland erschwere den H2-Hochlauf, weil „überambitionierte Bürokratie“ zur Herstellung des klimaschonenderen Gases 100 Prozent grünen Strom verlange. Wenn die Politik sich hier flexibler zeige, könnte der Herstellungspreis für H2 um 30 bis 40 Prozent sinken. „Dann hätten wir auch wieder Kunden“, so Krebber. Bei den heutigen Kosten seien „keine Kunden da“.

Angesichts von Diskussionen in einigen Wirtschaftszirkeln der CDU ließen sich Podiumsgäste auch zur Frage der Klimaziele aus. Peter Rüth sah niemanden, der ein Aufweichen bis 2045 wirklich wolle. Markus Krebber ging ins Detail. 95 Prozent der Ziele „kriegen wir hin, mit den letzten fünf Prozent sollten wir ein bisschen relaxter umgehen“, so der RWE-Vorstandschef. Dafür bräuchte es einen Plan und Parteien, die Extrempositionen aufgeben und sich in die Mitte bewegten.

Montag, 9.02.2026, 16:36 Uhr
Volker Stephan

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