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Enerige & Management > Bilanz - Rolls-Royce Power Systems mit Rekord-Auftragseingang
Quelle: Rolls-Royce Power Systems / Robert Hack
BILANZ:
Rolls-Royce Power Systems mit Rekord-Auftragseingang
Die Auftragslage von Rolls-Royce Power Systems ist blendend. Allerdings kämpft der Antriebssysteme- und Großmotoren-Hersteller mit Lieferketten-Problemen.
 
Der Auftragseingang in Höhe von 2,1 Mrd. Euro lag um 53 % über dem des Vorjahreszeitraums und sei das beste Quartal in der Firmengeschichte, teilte Rolls-Royce mit Vorlage der Zahlen für das 2. Quartal 2022 mit. Der bereinigte Umsatz stieg um 20 % auf 1,6 Mrd. Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn steigt auf 142 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum betrug dieser 47 Mio. Euro.

Die Nachfrage nach Produkten und Lösungen des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems ist allgemein nach wie vor hoch, mit einem Rekordauftragseingang in der ersten Jahreshälfte für den Antriebssysteme- und Großmotoren-Hersteller. Am stärksten war jedoch die Nachfrage im Bereich der Stromerzeugung mit Aufträgen unter anderem für einsatzkritische Notstromversorgung von Rechenzentren für sehr große Kunden weltweit. Das stärkste Nachfragewachstum sei in den Endmärkten Energieerzeugung, Industrieanwendungen sowie im Behördengeschäft zu verzeichnen, zu dem unter anderem das Rüstungsgeschäft mit Antrieben für Militärfahrzeuge gehört.

Rolls-Royce kämpft zugleich aber mit Unterbrechungen globaler Lieferketten. Auslieferungen von Produkten verspäten sich, die Lager sind wesentlich voller, sagte Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems.

Rolls-Royce setzt auf synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff

Insbesondere der Ausbau des Portfolios für klimaschonende Produkte und Lösungen soll mit Nachdruck ausgebaut werden. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung von Motoren, die mit synthetischen Kraftstoffen laufen. Ein starker Fokus liegt laut dem Unternehmen außerdem auf der Wasserstoff-Strategie. Die Übernahme von 54 % der Anteile am Elektrolyse-Stack-Spezialisten „Hoeller Electrolyzer“ ermöglicht es Power Systems, eigene Elektrolyseure zu entwickeln, die in wenigen Jahren auf den Markt kommen sollen.

450 Mitarbeiter sollen eingestellt werden

Die vor einem Jahr neu geschaffene Geschäftseinheit „Sustainable Power Solutions“, die sich mit nachhaltigen Systemlösungen beschäftigt, gehört ebenfalls zu dieser strategischen Ausrichtung. Ein Schritt in diese Richtung war die vollständige Übernahme der bisherigen Mehrheitstochter Rolls-Royce Solutions Berlin GmbH (früher Qinous), die das Herzstück des Microgrid-Kompetenzzentrums bildet.

Rolls-Royce Power Systems verstärkt sich auch im militärischen Bereich. Um die gestiegene Nachfrage nach Motoren für militärische Anwendungen bedienen zu können, baut Power Systems Kapazitäten auf. Bis zu rund 450 zusätzliche Mitarbeiter will der Geschäftsbereich in den nächsten zehn Jahren dafür einstellen, je nach konkreter Auftragslage. Auch sollen neue Maschinen beschafft und größere Montagelinien in den Werken in Friedrichshafen aufgebaut werden.

Power Systems erwartet für das Gesamtjahr 2022 ein gutes Umsatzwachstum. „Dieses wird durch einen Rekordauftragseingang unterstützt, jedoch durch die derzeitigen Einschränkungen in der globalen Lieferkette sowie durch erhöhte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Richtung Net Zero teilweise gebremst“, so Schell.

Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz im süddeutschen Friedrichshafen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unter der Marke MTU vertreibt das Unternehmen unter anderem schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie. Zur Produktpalette gehören zudem Diesel- und Gassysteme sowie Batteriecontainer für sicherheitskritische Anwendungen, zur Dauerstromerzeugung, für Kraft-Wärme-Kopplung und für Microgrids.
 

Heidi Roider
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