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Online-Vergleichsportale nicht immer neutral
Online-Vergleichsportale, wie sie auch im Energiesektor verbreitet sind, informieren oft nicht so neutral, wie sie vorgeben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundeskartellamtes.
 
Im Rahmen einer sogenannten Sektoruntersuchung hatte das Bundeskartellamt ab Dezember 2017 in zwei Ermittlungsrunden zunächst 150 und dann noch einmal die 36 relevantesten Vergleichsportale aus den Branchen Reisen, Energie,Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen befragt. Dem Abschlussbericht des Bundeskartellamtes zufolge kommt es dabei „zum Teil zu verbraucherschädigenden Irreführungen, Transparenzverstößen oder Schleichwerbung.“

So würden vor allem im Energiebereich einige Portale beim Ranking der Angebote bestimmte Angebote ausblenden, weil sie hierfür keine Provision bekommen - ohne dass dieser Zusammenhang für den Verbraucher deutlich wird. Beim Vergleich von Energie- und Telekommunikationstarifen stellen viele Portale einzelne Angebote vor dem eigentlichen Ranking dar („Position 0“) und erhalten hierfür teilweise Zahlungen von den Anbietern, ohne dass der Verbraucher darüber informiert wird, dass es sich hierbei um Werbung handelt.

Darüber hinaus stammten Bewertungen in den Portalen nur von Nutzern, die erfolgreich über das Portal einen Abschluss getätigt haben. Dadurch würden Fälschungen erschwert, aber zugleich die Bewertungsbreite eingeschränkt, moniert das Bundeskartellamt. Dessen Präsident Andreas Mundt empfiehlt: „Verbraucher sollten darauf achten, wie ein Ranking tatsächlich zu Stande kommt oder ob in den Vergleich auch möglichst viele Angebote eingeflossen sind. Verbraucher sollten sich nicht unter Druck setzen lassen von angeblichen Knappheiten oder Exklusivangeboten, die vielleicht gar keine sind.“

Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale NRW, sagte dazu: „Die Kritikpunkte an der Vergleichsportalen für Strom und Gas sind nicht neu, die Verbraucherzentralen konfrontieren die Portale seit langem damit. Aber es ist wichtig, dass das Bundeskartellamt den Druck auf Verivox und Check24 erhöht.“ Die als Platzierung auf Position 0 getarnte Werbung gehöre abgeschafft. Anbieter, die keine Provisionsverträge haben, dürften nicht durch geschickte Voreinstellungen benachteiligt werden: „Die Portale brauchen ein Update, ein transparenter Umgang mit den Provisionen gehört dazu.“


 
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 11.04.2019, 13:50 Uhr

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