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Bild: Lars Schmid, Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
NRW plädiert für zusätzliche Wind-Ausschreibung
Die schwarz-gelbe Landesregierung hat eine Bundesratsinitiative gestartet, um in diesem Jahr das Ausschreibungsvolumen für die Windkraft an Land um 1400 MW zu erhöhen.
 
Neue Töne in Nordrhein-Westfalen: Die wegen ihrer restriktiven Windenergiepolitik bislang heftig gescholtene schwarz-gelbe Düsseldorfer Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wird vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), der zweifellos zu den größten energiepolitischen Kritikern zählt, gelobt: Und zwar hat Laschets Kabinett einen Bundesratsantrag beschlossen, dass die Ausschreibungsmenge für die Windkraft an Land in Deutschland in diesem Jahr um 1400 MW erhöht werden soll.

„Das ist ein gutes Signal für die Windbranche und insbesondere für eine Reihe von Zuliefererbetrieben, die in Nordrhein-Westfalen ihre Produktionsstätte haben“, sagt LEE-Geschäftsführer Jan Dobertin auf Anfrage von E&M, „außerdem könnten von dieser zusätzlichen Ausschreibung auch einige bereits genehmigte NRW-Windprojekte, die bei den bisherigen Auktionsrunden keinen Zuschlag erhalten haben, profitieren.“

Die Zuschläge bei den drei Bieterrunden im vergangenen Jahr sind bis auf wenige Ausnahmen an sogenannte Bürgerenergiegesellschaften gegangen, die sich für den Bau ihrer Windparks dank in der EEG-Novelle 2017 verankerter Privilegien aber mehr als vier Jahre Zeit lassen können. Daher ist absehbar, dass es beim Windkraftausbau hierzulande wohl ab Mitte des Jahres eine Delle gibt. „Die zusätzlichen Ausschreibungen können bei dem ohnehin gedeckelten Ausbau an Land helfen, die Lücke beim Auftragseingang abzumildern“, so Dobertin.

Dass diese Auftrags- und Ausbaulücke mittlerweile von der Politik erkannt worden ist, zeigt auch das vorliegenden Energie-Eckpunktepapier, auf das sich die Sondierungsrunde für eine mögliche neue große Koalition zu Wochenbeginn verständigt hat. Danach wollen Union und Sozialdemokraten in den Jahren 2019 und 2020 zusätzliche Ausschreibungen für die Onshore-Windkraft und die Photovoltaik von jeweils 4 000 MW durchsetzen, sprich davon würde auf die Windkraft an Land in diesen beiden Jahren jeweils eine Leistung von jeweils 2 000 MW entfallen.

Bleiben zwei Fragen: Warum hat sich das NRW-Kabinett nicht auf 2 000 MW als zusätzlicher Ausbaumenge für dieses Jahr verständigen können? Die Einigung in der Sondierungsgruppe sowie für den Kabinettsentwurf trägt beides Mal die Unterschrift von Ministerpräsident Laschet.

Viel entscheidender ist aber die Frage, wo in Nordrhein-Westfalen künftig die Windturbinen aus den zusätzlichen Ausschreibungen errichtet werden sollen, wenn die Düsseldorfer Landesregierung die Flächen mit größeren Abständen zur Wohnbebauung und einem Verbot für die Nutzung von Nutzwäldern rigoros beschneiden wird?
 

Ralf Köpke
© 2018 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 11.01.2018, 17:09 Uhr

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