Bei der offiziellen Inbetriebnahme des Speichers (v.l.): Iman El Sonbaty, Lars Fallant und Michael Homann. Quelle: Stadtwerke Karlsruhe GmbH
Die Stadtwerke Karlsruhe erweitern ihr Flexibilitätsportfolio um einen Batteriespeicher am Heizkraftwerk West. Die Anlage soll auch am Strommarkt eingesetzt werden.
Auf dem Gelände des Heizkraftwerks West haben die Stadtwerke Karlsruhe einen neuen Batteriespeicher offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über rund 12 MW Leistung und eine Speicherkapazität von 28 MWh. Das Heizkraftwerk West zählt zu den wichtigen Erzeugungsstandorten der Karlsruher Energieversorgung.
Bei voller Leistung kann der Speicher rechnerisch rund zwei Stunden und 20 Minuten Strom abgeben. Nach Angaben des kommunalen Energieversorgers reagiert die Anlage innerhalb weniger Sekunden. Sie soll kurzfristige Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch ausgleichen. Bei hoher Einspeisung kann sie Strom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abgeben.
Für die Errichtung haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert. Einen genaueren Investitionswert nennt das Unternehmen nicht.
Die Dimension der Anlage fällt im Vergleich zu zahlreichen derzeit in Deutschland geplanten Großspeichern überschaubar aus. Für die Stadtwerke steht jedoch nicht allein die Speichermenge im Vordergrund. Sie wollen mit der Batterie zusätzliche Flexibilität schaffen und diese zugleich energiewirtschaftlich nutzen.
Vermarktung als Teil des Betriebskonzepts
Neben der kurzfristigen Bereitstellung von Leistung ist daher auch die Vermarktung vorgesehen. Steffen Knapp, Bereichsleiter Strategie, Handel und Forschung bei den Stadtwerken Karlsruhe, verweist auf die Verbindung von Systemnutzen und Wirtschaftlichkeit. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wachse der Bedarf an kurzfristig verfügbarer Flexibilität. Diese könne die Batterie bereitstellen und zugleich gezielt am Strommarkt vermarktet werden.
Auch Michael Homann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe, stellt die zunehmende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen in den Mittelpunkt. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien werde es wichtiger, Stromangebot und -nachfrage kurzfristig aufeinander abzustimmen. Speicher könnten dabei nach seiner Einschätzung einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromsystems leisten.
Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH versorgt in der Region nach eigenen Angaben mehr als 140.000 Stromkunden, über 50.000 Erdgaskunden und mehr als 40.000 Fernwärmekunden. (ds)
Dienstag, 6.10.2026, 09:12 Uhr
Davina Spohn
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