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Bild: Kabel 50Hertz, 2017, Bild 50 50 Hertz
STROMNETZ:
Netzbetreiber schreiben Erdkabel aus
Die Vergabeprozesse für die Gleichstromverbindungen Südlink und Südostlink werden voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein.
 
Ab 2025 sollen die beiden Hochspannungsgleichstrom-Übertragungsleitungen Strom aus dem Norden und Nordosten Deutschlands in die Ballungsräume nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. Tennet und Transnet BW sind die Projektträger von Südlink, während Südostlink von Tennet und 50 Hertz realisiert wird. Beide Erdkabel-Gleichstromprojekte seien die weltweit größten ihrer Art, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben.

Für den rund 700 Kilometer langen Korridor von Südlink und die etwa 580 Kilometer, die Südostlink überbrücken soll, haben die drei Übertragungsnetzbetreiber nun Erdkabel ausgeschrieben. Sie erfolgt über die europäische Plattform „Tenders Electronic Daily“ (Ted), die zum offiziellen Amtsblatt der Europäischen Union gehört. Voraussichtlich Ende 2019 sollen die Lieferanten gefunden sein.

Wettbewerb zwischen den Herstellern soll entfacht werden

„Wir zertifizieren derzeit weltweit Lieferanten, Kabelproduktionsanlagen und prüfen die verschiedenen Gleichstrom-Erdkabel auf Herz und Nieren, um eine zuverlässige und sichere Technik für die Energiewende zu garantieren“, erklärt Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Transnet BW.

Laut Lex Hartmann sind insgesamt mehrere tausend Kilometer Erdkabel für die beiden Projekte notwendig. „Darauf muss sich der Markt vorbereiten, damit es nicht zu Engpässen kommt“, so der Geschäftsführer von Tennet. Daher sei jetzt schon sehr frühzeitig die Ausschreibung begonnen worden.

Die Netzbetreiber wollen potenzielle Lieferanten für das große Produktionsvolumen und die damit einhergehenden logistischen Herausforderungen sensibilisieren und einen breiten Wettbewerb unter den Kabelherstellern entfachen, wie Boris Schucht andeutet. Damit soll laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von 50 Hertz sichergestellt werden, dass die Leitungen nicht nur rechtzeitig fertiggestellt werden, sondern auch Qualität und Preis der Ware stimmen.

Die Ausschreibung erfolgt den Netzbetreibern zufolge ohne Vorfestlegung auf die Spannungsebene. So seien 320-KV-Leitungen aber auch 525-KV-Leitungen möglich. Im derzeitigen Präqualifizierungsverfahren werde die Langzeitbelastung von 525-KV-Kabeln unter realen Bedingungen simuliert. Und nur wenn diese Tests erfolgreich seien, komme eine Nutzung der 525-KV-Kabel in Frage.

Projekte sind in der Bundesfachplanung

Südlink und Südostlink, die beide ihre rechtliche Grundlage im Bundesbedarfsplangesetz haben, befinden sich derzeit in der Bundesfachplanung. Dieses Verfahren wird mit der Festlegung der Bundesnetzagentur von 1 000 Meter breiten Korridoren abgeschlossen. Im darauffolgenden Planfeststellungsverfahren entscheidet die Behörde dann über die konkreten Trassenverläufe.

Nach eigenen Angaben investieren Tennet und Transnet BW rund zehn Mrd. Euro in Südlink. Für Südostlink beträgt die Investitionssumme etwa fünf Mrd. Euro. Beide Vorhaben werden von der EU im Rahmen des Programms „Connecting Europe“ gefördert. Der Abschreibungszeitraum beträgt 40 Jahre.
 

Fritz Wilhelm
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Montag, 06.08.2018, 13:58 Uhr

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