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Energie & Management > KWK - Münster, Stuttgart und Mannheim im Fernwärme-Ranking vorne
Quelle: E&M
KWK

Münster, Stuttgart und Mannheim im Fernwärme-Ranking vorne

Der Wärmesektor ist in Sachen Umweltverträglichkeit eins der Sorgenkinder. Zu viele fossile Energieträger im System bleiben trotz effizienter Technik eine Hypothek, zeigt eine Erhebung.
Die Transformation des Wärmesektors hin zu klimaschonenden Heizlösungen bleibt eine Herkulesaufgabe. Eine Erhebung hat nun ermittelt, wie 30 deutsche Großstädte mit ihren Fernwärmeangeboten und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) positioniert sind. Ein Ergebnis: Die Technik sei hocheffizient, die eingesetzten fossilen Energieträger seien allerdings weiter eine Belastung fürs Klima und den Geldbeutel.

Im Ranking der 30 ausgewählten Städte sieht das Berliner Klimatechnik-Unternehmen Purpose Green die westfälische Domstadt Münster ganz vorne. Zumindest in der Wertung für KWK-Anlagen, die bereits erneuerbare Energieträger verwenden. Hier kommt Münster auf 33 Einheiten, was einem Anteil von 11,5 Prozent an allen lokalen KWK-Anlagen entspricht. In rund 83 Prozent der Fälle bleiben allerdings Erdgas, Kohle und Mineralölprodukte die erste Wahl. Der Rest sind nicht näher definierte Sonderfälle.

Purpose Green hat zum 1. Dezember 2025 das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ausgewertet, in denen die Erzeugungsanlagen mit ihren Merkmalen gelistet sind. Beim Erneuerbaren-Anteil belegen ebenfalls Städte aus Nordrhein-Westfalen die Podestplätze: Bielefeld mit 28 KWK-Einheiten (10,77 Prozent) und Aachen mit 16 Einheiten (8,84 Prozent). Die Schlusslichter bilden München (8 Anlagen/1,52 Prozent), Gelsenkirchen (1 Einheit/1,22 Prozent) und Karlsruhe (0).

Berlin zählt die meisten KWK-Anlagen – Ökoanteil noch gering

Das Berliner Unternehmen hat die Daten für weitere Statistiken aufbereitet. Berlin liegt ganz vorne, wenn es allein um die Anzahl von KWK-Anlagen geht. In der Bundeshauptstadt zählte das Register Anfang Dezember 1.708 Einheiten. Dahinter folgen Hamburg (999) und Stuttgart (577). Am anderen Ende des Tableaus liegen Mannheim (66), Gelsenkirchen (78) und Kiel (89).

Mehr Aussagekraft besitzt der Blick auf die Anlagenzahl je 10.000 Einwohner. Hier führt Stuttgart (9,4 Einheiten) vor Münster (8,3) und Wiesbaden (8,2). Mannheim (2,1) Duisburg (2,53) und Gelsenkirchen (2,91) zählen die wenigsten Anlagen je 10.000 Einwohner.

Eine KWK-Anlage ist für die kommunale Wärmestrategie dann von besonderem Wert, wenn sie ausreichend Wärme produziert und ins Fernwärmenetz einspeist. Entsprechend hat Purpose Green die thermische Nutzleistung untersucht. Je 10.000 Menschen speist hier Mannheim am meisten ein (64,48 MW), vor Karlsruhe (32,7 MW) und Frankfurt am Main (26,64 MW). Ganz hinten in der Wertung landen hier Mönchengladbach (0,38 MW), Dortmund (1,06 MW) und Essen (2,26 MW).

In absoluten Zahlen kommt wiederum Berlin mit 3.993 MW auf die höchste thermische Nutzleistung, vor Köln (2.383 MW) und Mannheim (2.050 MW). Das Ende der Liste markiert Mönchengladbach (10,03 MW).

Insgesamt liegt der Anteil erneuerbarer Energieträger in der Fernwärme über alle 30 Großstädte bei mageren 4,63 Prozent. Die fossile Abhängigkeit der Fernwärme schlage durch steigende CO2-Kosten unmittelbar auf Wärme- und Energiepreise durch, ohne Ausweichmöglichkeiten für die Verbraucher, sagt Lennart Christel, Geschäftsführer von Purpose Green. Dekarbonisierung sei somit auch eine zentrale Voraussetzung für langfristig stabile und sozialverträgliche Wärme- und Energiepreise.

Zugleich mahnt der Mitbegründer des Klimatechnik-Unternehmens weitere Effizienzmaßnahmen an, um Gebäude und Heizlösungen nachhaltig auszurichten. „Bleibt der Wärmebedarf aufgrund mangelnder Effizienz hoch, werden auch grüne Kilowattstunden teuer“, so Christel. Die Dekarbonisierung der Fernwärme müsse mit einer konsequenten energetischen Sanierung des Gebäudebestands einhergehen.

Die Analyse bezieht auch die Stromproduktion der KWK-Anlagen ein. Eine Auswertung zielt auf die maximale Kapazität (Nennleistung) ab, hier beträgt die elektrische Leistung beim Spitzenreiter Berlin 2.305 MW, gefolgt von Köln mit 1.211 MW und Nürnberg mit 1.067 MW. Am unteren Ende rangiert Mönchengladbach (8 MW). Auf 10.000 Menschen bezogen kommt Mannheim (26 MW) auf den besten Wert vor Nürnberg (20 MW) und Duisburg (18 MW), auch hier hat Mönchengladbach (0,31 MW) kaum etwas zu bieten.

Donnerstag, 16.04.2026, 16:54 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > KWK - Münster, Stuttgart und Mannheim im Fernwärme-Ranking vorne
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Münster, Stuttgart und Mannheim im Fernwärme-Ranking vorne
Der Wärmesektor ist in Sachen Umweltverträglichkeit eins der Sorgenkinder. Zu viele fossile Energieträger im System bleiben trotz effizienter Technik eine Hypothek, zeigt eine Erhebung.
Die Transformation des Wärmesektors hin zu klimaschonenden Heizlösungen bleibt eine Herkulesaufgabe. Eine Erhebung hat nun ermittelt, wie 30 deutsche Großstädte mit ihren Fernwärmeangeboten und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) positioniert sind. Ein Ergebnis: Die Technik sei hocheffizient, die eingesetzten fossilen Energieträger seien allerdings weiter eine Belastung fürs Klima und den Geldbeutel.

Im Ranking der 30 ausgewählten Städte sieht das Berliner Klimatechnik-Unternehmen Purpose Green die westfälische Domstadt Münster ganz vorne. Zumindest in der Wertung für KWK-Anlagen, die bereits erneuerbare Energieträger verwenden. Hier kommt Münster auf 33 Einheiten, was einem Anteil von 11,5 Prozent an allen lokalen KWK-Anlagen entspricht. In rund 83 Prozent der Fälle bleiben allerdings Erdgas, Kohle und Mineralölprodukte die erste Wahl. Der Rest sind nicht näher definierte Sonderfälle.

Purpose Green hat zum 1. Dezember 2025 das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ausgewertet, in denen die Erzeugungsanlagen mit ihren Merkmalen gelistet sind. Beim Erneuerbaren-Anteil belegen ebenfalls Städte aus Nordrhein-Westfalen die Podestplätze: Bielefeld mit 28 KWK-Einheiten (10,77 Prozent) und Aachen mit 16 Einheiten (8,84 Prozent). Die Schlusslichter bilden München (8 Anlagen/1,52 Prozent), Gelsenkirchen (1 Einheit/1,22 Prozent) und Karlsruhe (0).

Berlin zählt die meisten KWK-Anlagen – Ökoanteil noch gering

Das Berliner Unternehmen hat die Daten für weitere Statistiken aufbereitet. Berlin liegt ganz vorne, wenn es allein um die Anzahl von KWK-Anlagen geht. In der Bundeshauptstadt zählte das Register Anfang Dezember 1.708 Einheiten. Dahinter folgen Hamburg (999) und Stuttgart (577). Am anderen Ende des Tableaus liegen Mannheim (66), Gelsenkirchen (78) und Kiel (89).

Mehr Aussagekraft besitzt der Blick auf die Anlagenzahl je 10.000 Einwohner. Hier führt Stuttgart (9,4 Einheiten) vor Münster (8,3) und Wiesbaden (8,2). Mannheim (2,1) Duisburg (2,53) und Gelsenkirchen (2,91) zählen die wenigsten Anlagen je 10.000 Einwohner.

Eine KWK-Anlage ist für die kommunale Wärmestrategie dann von besonderem Wert, wenn sie ausreichend Wärme produziert und ins Fernwärmenetz einspeist. Entsprechend hat Purpose Green die thermische Nutzleistung untersucht. Je 10.000 Menschen speist hier Mannheim am meisten ein (64,48 MW), vor Karlsruhe (32,7 MW) und Frankfurt am Main (26,64 MW). Ganz hinten in der Wertung landen hier Mönchengladbach (0,38 MW), Dortmund (1,06 MW) und Essen (2,26 MW).

In absoluten Zahlen kommt wiederum Berlin mit 3.993 MW auf die höchste thermische Nutzleistung, vor Köln (2.383 MW) und Mannheim (2.050 MW). Das Ende der Liste markiert Mönchengladbach (10,03 MW).

Insgesamt liegt der Anteil erneuerbarer Energieträger in der Fernwärme über alle 30 Großstädte bei mageren 4,63 Prozent. Die fossile Abhängigkeit der Fernwärme schlage durch steigende CO2-Kosten unmittelbar auf Wärme- und Energiepreise durch, ohne Ausweichmöglichkeiten für die Verbraucher, sagt Lennart Christel, Geschäftsführer von Purpose Green. Dekarbonisierung sei somit auch eine zentrale Voraussetzung für langfristig stabile und sozialverträgliche Wärme- und Energiepreise.

Zugleich mahnt der Mitbegründer des Klimatechnik-Unternehmens weitere Effizienzmaßnahmen an, um Gebäude und Heizlösungen nachhaltig auszurichten. „Bleibt der Wärmebedarf aufgrund mangelnder Effizienz hoch, werden auch grüne Kilowattstunden teuer“, so Christel. Die Dekarbonisierung der Fernwärme müsse mit einer konsequenten energetischen Sanierung des Gebäudebestands einhergehen.

Die Analyse bezieht auch die Stromproduktion der KWK-Anlagen ein. Eine Auswertung zielt auf die maximale Kapazität (Nennleistung) ab, hier beträgt die elektrische Leistung beim Spitzenreiter Berlin 2.305 MW, gefolgt von Köln mit 1.211 MW und Nürnberg mit 1.067 MW. Am unteren Ende rangiert Mönchengladbach (8 MW). Auf 10.000 Menschen bezogen kommt Mannheim (26 MW) auf den besten Wert vor Nürnberg (20 MW) und Duisburg (18 MW), auch hier hat Mönchengladbach (0,31 MW) kaum etwas zu bieten.

Donnerstag, 16.04.2026, 16:54 Uhr
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