Luftbild des geplanten Wasserstoffzentrums in Lubmin. Quelle: KGAL GmbH & Co KG
Das Wasserstoffprojekt in Lubmin wächst weiter. Zwei Unternehmen steigen mehrheitlich ein und erhöhen die geplante Elektrolyseleistung deutlich.
Die KGAL GmbH & Co. KG mit Sitz in Grünwald bei München, ein auf Energie- und Infrastrukturinvestitionen spezialisierter Asset Manager, baut gemeinsam mit dem Berliner Projektentwickler PtX Development GmbH ihre Aktivitäten im Bereich grüner Wasserstoff aus. Beide Partner erwerben eine Mehrheitsbeteiligung an einem Projekt des französischen Entwicklers Lhyfe am Standort Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) und erweitern damit ihre gemeinsame Projektplattform für grünen Wasserstoff vor Ort.
Mit dem Einstieg erhöhen die Beteiligten die in Lubmin geplante Elektrolyseleistung auf bis zu 1.700 MW. Ursprünglich war das Lhyfe-Projekt auf rund 800 MW ausgelegt (wir berichteten). Aus der Erweiterung ergibt sich nach Angaben von KGAL eine mögliche Jahresproduktion von bis zu 160.000 Tonnen grünem Wasserstoff.
Nähe zu Industrie und erneuerbaren Energien
Der Standort Lubmin bietet nach Angaben von KGAL mehrere infrastrukturelle Voraussetzungen für den Ausbau. Das Projekt entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Kernkraftwerks an der Ostseeküste. Dort stehen gesicherte Flächen, ein Netzanschluss sowie die Nähe zur Flow-Pipeline bereit.
Bei Flow handelt es sich um großteils bestehende Ferngasleitungen, die für den Transport von Wasserstoff umgerüstet werden und Lubmin mit Sachsen-Anhalt verbindet. Flow ist Teil des geplanten Wasserstoff-Kernnetzes, das bis 2032 auf etwa 9.040 Kilometer anwachsen soll. Zudem liegt der Standort in der Nähe großer Offshore-Windparks und ist an Regionen mit hoher industrieller Nachfrage angebunden
Thomas Engelmann, Head of Energy Transition bei KGAL, beschreibt die Standortbedingungen als zentralen Faktor für die weitere Entwicklung des Projekts. Lubmin vereine erneuerbare Energiequellen, Netzinfrastruktur und Zugang zum Wasserstoffnetz und schaffe damit Voraussetzungen für eine großvolumige Produktion, erklärt er.
Nach dem Mehrheitseinstieg treiben KGAL, PtX Development und Lhyfe das Projekt weiter voran. Sie konkretisieren Technik und Kosten und gewinnen potenzielle Abnehmer. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Öffentlich bestätigte Abnahmeverträge sind bislang nicht bekannt.
Lhyfe bleibt beteiligt
Lhyfe bleibt als Minderheitsgesellschafter an dem Vorhaben beteiligt und bringt weiterhin Erfahrung in der Entwicklung und Skalierung von Wasserstoffprojekten ein. Die Partner teilen die Aufgaben klar auf: KGAL bringt Investitionserfahrung ein, PtX Development entwickelt Wasserstoff- und Power-to-X-Projekte, Lhyfe unterstützt die Projektentwicklung.
Freitag, 17.04.2026, 14:00 Uhr
Davina Spohn
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