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Bild: Innogy SE / RWE
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Kommunen sehen Innogy-Deal überwiegend positiv
Die kommunalen RWE-Aktionäre werten die geplante Übernahme von Innogy durch Eon überwiegend positiv. Kritik kommt von Guntram Pehlke aus Dortmund.
 
Der Verband der kommunalen RWE-Aktionäre bewertet die Einigung zur Übernahme und Aufteilung der Geschäfte von Innogy „aus kommunaler Sicht sowohl strategisch als auch finanzwirtschaftlich positiv“. Es sei gut, dass mit Eon ein deutsches Unternehmen neuer Partner von RWE und damit auch indirekt der Kommunen werde. Rund 20 % der Anteile an der RWE AG werden von den Kommunen in Nordrhein-Westfalen gehalten.

Laut der Vereinbarung wird Eon das Netzgeschäft und den Vertrieb von Innogy erhalten, während die Erzeugung aus erneuerbaren Energien und die Anteile an den Kernkraftwerken von Eon an RWE übergehen. Die Kommunen zeigen sich in ihrer Stellungnahme überzeugt davon, dass sich dadurch das Geschäftsmodell von RWE langfristig stabilisieren werde. Wichtig bei der Transaktion sei den Kommunen auch, dass die Arbeitsplätze in Dortmund und Essen gesichert und weiterentwickelt werden sollen. Von besonderem Interesse der Kommunen sei auch die Sicherung der RWE-Dividenden, hieß es in einer Mitteilung.

Skeptisch zum geplanten Deal äußert sich hingegen der Vorstandsvorsitzende der Dortmunder Stadtwerke AG, Guntram Pehlke. Innogy sei vor zwei Jahren als neues Unternehmen geschaffen und komplett auf die Energiewende ausgerichtet worden. Warum das Unternehmen nun wieder zerschlagen werden solle, erschließe sich ihm nicht, sagte Pehlke gegenüber dem Handelsblatt. Er mache sich dabei vor allem Sorgen um die Arbeitsplätze im Netzbereich und im Vertrieb am Standort Dortmund.

Positiv wertete Pehlke allerdings, dass RWE neben den konventionellen Kraftwerken nun auch den Bereich erneuerbare Energien erhalten soll. „Das ist sicher eine gute Nachricht für RWE und würde uns kommunale Aktionäre freuen“, so Pehlke gegenüber der Wirtschaftszeitung. Pehlke verwies aber auch darauf, dass in der Sparte bislang noch nicht viel Geld verdient werde. Geld habe Innogy vor allem mit dem Netzbetrieb und dem Vertrieb verdient, aber diese Bereiche sollen nun an Eon gehen.

Innogy ist an vielen Stadtwerken im Ruhrgebiet beteiligt. Auch an der Dortmunder Vertriebstochter DEW21 hält Innogy gegenwärtig 39 %, die künftig an Eon gehen würden. „Es gibt eine Change-of-Control-Klausel“, sagte Pehlke gegenüber dem Handelsblatt. Er wolle nun prüfen, ob diese im Falle der Übernahme greifen würde.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Montag, 12.03.2018, 15:59 Uhr

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