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Bild: Fotolia.com, fefufoto
FERNWÄRME:
Industrielle Abwärme für die Hamburger Hafencity
Die Enercity Contracting Nord GmbH hat mit der Hamburger Kupferhütte Aurubis AG einen Vertrag zur Lieferung CO2-freier Abwärme für die östliche Hafencity unterzeichnet.
 
Die Abwärme aus dem Hamburger Kupferwerk wird künftig für eine energieeffiziente Fernwärmeversorgung in der östlichen Hafencity genutzt werden. Darauf haben sich die Enercity Contracting Nord GmbH aus Hannover und der Kupferhersteller Aurubis verständigt. Die Wärmeauskopplung soll im April 2018 beginnen. Solange werden die beiden Vertragspartner noch entsprechende Baumaßnahmen umsetzen, um die Fernwärmelieferung sicherstellen zu können. Aurubis wird dazu rund 17 Mio. Euro in den Umbau ihrer Anlagen sowie die Verlegung der Wärmeleitung an die Werksgrenze investieren. Die Wärme aus der Kupferherstellung wird über eine sogenannte Kontaktanlage entnommen. In dieser werden das im Herstellungsprozess anfallende Schwefeloxid in flüssige Schwefelsäure umgewandelt. Von der Übergabestelle am Aurubis-Werk bis in die Hafencity wird der Energiedienstleister Enercity eine Wärmetrasse errichten und eine neue Energiezentrale bauen, die das betriebsbedingt schwankende Wärmeaufkommen für die Fernwärmeversorgung ausgeglichen soll. Für seinen Bauabschnitt rechnet Enercity mit einem Investitionsvolumen von 16 Mio. Euro. Beide Unternehmen erhalten rund 30 % öffentliche Förderzuschüsse aus Mitteln der KfW und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Insgesamt können rund 480 Mio. kWh Wärme aus dem Produktionsprozess bei Aurubis ausgekoppelt werden. Für die Versorgung der östlichen Hafencity werden zunächst aber nur rund 160 Mio. kWh im Jahr genutzt.

„Wir könnten deutlich mehr Fernwärme für die Stadt Hamburg liefern und damit sogar bis zu 140 000 t CO2 jährlich einsparen“, erklärt Jürgen Schachler, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG. In Hamburg wird gegenwärtig über die Rekommunalisierung der Hamburger Fernwärme und die Ausrichtung der künftigen Wärmeversorgung diskutiert. Aurubis war dabei als potenzieller Wärmelieferant immer wieder ins Gespräch gebracht worden. Aufgrund des Standortes, wäre die Kupferhütte allerdings nur für die Wärmeversorgung östlicher Stadtgebiete geeignet. Die Stadt Hamburg und ihr Wärmepartner Vattenfall suchen gegenwärtig vor allem nach Ersatzmöglichkeiten für das Heizkraftwerk Wedel, das die westlichen Stadtteile versorgt, 2021 aber außer Dienst genommen werden soll.

Die östliche Hafencity ist der zweite Bauabschnitt des Hamburger Städtebauprojektes, der jetzt bebaut wird. In der westlichen Hafencity, die zwischen 2001 und 2009 errichtet wurde, hat Vattenfall die Fernwärmeversorgung übernommen. Die Wärmeversorgung war in diesen Gebieten ausgeschrieben worden und die Bebauungspläne schreiben eine Anschlusspflicht der Grundstücke vor. Für die übrigen mit Fernwärme versorgten Stadtgebiete gibt es dagegen keinen Anschlusszwang für Grundstücksbesitzer.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Freitag, 17.02.2017, 15:57 Uhr

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